Der kleinste Naturpark Bayerns ist ausgesprochen aktiv
Klein, aber oho

Ein Hirsch-Präparat bereichert seit dem vergangenen Jahr die Ausstellungsräume des Naturparks Steinwald in der Infostelle Waldhaus. Die Spende eines großen Naturparkförderers ist besonders bei Kindern beliebt. Bild: bsc
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Friedenfels
15.04.2016
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Der Naturpark Steinwald ist der kleinste in Bayern. Und er wird als einziger noch ehrenamtlich geführt. Den Aktivitäten tut das aber keinen Abbruch.

"Wir haben nicht nur Regierungspräsident Axel Bartelt sowie die vielen Besucher beeindruckt und von unserer Arbeit überzeugt", berichtete Geschäftsführer Ernst Tippmann in der Jahreshauptversammlung in der Schlossschänke. Bei der Rückschau auf die vielen Maßnahmen belegten die Verantwortlichen dies auch mit Zahlen. Die Mitarbeit durch freiwillige Helfer und Vereine, die Unterstützung durch Behörden sowie die Förderung durch den Freistaat funktionierte.

Zu Beginn freute sich Vorsitzender Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg über einen regen Besuch. Was ein kleiner, nur ehrenamtlich geführter Naturpark auf die Beine stellen kann, wurde den Anwesenden bewusst, als Ernst Tippmann seinen umfangreichen Maßnahmenkatalog in Wort und Bild ausführlich präsentierte. "Das Eingangsportal Pfaben und der historische Waldpfad ernteten viel Lob." Zudem freute den Geschäftsführer, dass sich die Park-Problematik entschärft habe.

Waldhaus zieht an


Ein großer Anziehungspunkt war im vergangenen Jahr das umgebaute Waldhaus mit seiner Gaststätte und das angrenzende Rotwildgehege. Letzteres ist derzeit mit dem Hirsch "Xaver" und vier Hirschkühen besetzt, wird den Naturpark jedoch in diesem Jahr schwer belasten. Die Pfosten für den Zaun sowie das große Eingangstor sind in die Jahre gekommen und müssen erneuert werden. Die Angebotskosten liegen bei 21 000 Euro. "Eine Summe die sich der Naturpark alleine nicht leisten kann", machte Tippmann deutlich.

Das am Wochenende bewirtschaftete Waldhaus war jedoch ein absoluter Renner. Im Winter wie im Sommer nutzten viele Besucher die neu geschaffene Einkehrmöglichkeit. Und die im Dachgeschoss entstandenen Informationsräume der Bayerischen Staatsforsten sowie des Geoparks und des Naturparks Steinwald erfreuten Alt und Jung. Zum Schwerpunktthema Wald kam ein gewichtiges Tierpräparat in die Infostelle: Ein kapitaler Hirsch ist die neue Attraktion und besonders bei den Kindern sehr beliebt.

Als weitere Attraktivität stellte der Geschäftsführer das Projekt "Erlebbare Glasschleif" vor. Viele Urlauber und Besucher waren von der umfangreichen Dokumentation über die Glasschleifgeschichte der Oberpfalz angetan und spendeten den Naturpark-Verantwortlichen viel Lob und Anerkennung. Auch das neue Markthaus der Gemeinde Fuchsmühl ist fertig. "Die Räume für die neue Geschäftsstelle mit dem 3-D-Modell des Steinwaldes sind bezugsbereit." Ein Hingucker wird das für den Außenbereich vorgesehene "Kraftwerk Baum".

Aus dem Naturpark nicht mehr weg zu denken ist der Walderlebnispfad Fuchsmühl mit jährlich mindestens 3000 Besuchern. Dass dem Naturpark derartige Einrichtungen und Konzepte viel wert sind, belegte Ernst Tippmann anhand zahlreicher weiterer Landschaftspflegemaßnahmen und laufender Artenschutzprojekte etwa für Arnika, Flussperlmuschel, Feuersalamander und Kreuzotter. Nach Abstimmung mit der Naturschutzbehörde erfolgte 2015 zudem eine Erweiterung der Projekte um das im Nordosten Bayerns stark gefährdete Katzenpfötchen. "Die Nachzucht dieser Borstengrasart ist schwieriger als bei der Arnika. Im Ökologisch Botanischen Garten der Universität Bayreuth haben wir einen jedoch einen kompetenten Partner gefunden."

An Grenzen


Ernst Tippmann stellte in diesem Zusammenhang aber auch klar, dass man bei zahlreichen Unternehmungen im Naturpark Steinwald bei ehrenamtlichen Einsätzen an Grenzen stoße. Deshalb galt sein besonderer Dank den angeschlossenen Vereinen, die, die Ziele des Naturparks unterstützen und mit ihren eigenen Aktivitäten ein breites Angebot zusammen mit dem Naturpark ermöglichen.
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