Diabetesassistentin Monika Kainz spricht auf Einladung der Kolpingsfamilie - Wichtige Ratschläge
Mit Sport und gesunder Ernährung vorbeugen

Theorie und Praxis: Nach den Informationen folgte eine kostenlose Blutzucker-Messung durch Diabetesassistentin Monika Kainz (links). Die Besucher der Kolpingveranstaltung nahmen das Angebot gerne an. Bild: bsc
Vermischtes
Friedenfels
10.10.2016
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Die vielfältigen Aktivitäten der Kolpingsfamilie sind gefragt. Und so bekam das Team um Vorsitzenden Reiner Gärtner wieder viel Lob für eine Veranstaltung in der Gesundheitsvortragsreihe. "Diabetes - Volkskrankheit Nr. 1" lautete das Thema bei dem Treffen im Gasthof "Goldener Engel". Mit der Diabetesassistentin Monika Kainz präsentierte die Kolpingsfamilie dabei eine Expertin.

Zuckeranteil schätzen


Vieles konnten die Besucher anfangs gar nicht glauben. Geschickt und mit handfesten Beweisen durch die Deutsche Diabetes-Gesellschaft zog Kainz die Besucher in ihren Bann. Besonders die Denkspiele und Rätselfragen an der Leinwand, bei denen die Zuhörer den Zuckeranteil in Lebensmitteln wie Schnitzel, Bier, Cola, Pommes, Pizza erraten mussten, ließen viele Besucher aufhorchen. Der rasche Anstieg der Diabeteszahlen in Deutschland sei erschreckend, meinte Monika Kainz. "Täglich werden in Deutschland 700 bis 800 Diabetes-Neuerkrankungen registriert. Die Zahl der manifestierten Diabetiker beträgt in Deutschland zurzeit 6,8 Millionen. Experten gehen davon aus, dass noch eine Dunkelziffer von zwei bis drei Millionen hinzukommt. Der Diabetes mellitus steht somit an der ersten Stelle der sogenannten Wohlstandserkrankungen dieser Zeit", so die Diabetesassistentin.

Die Referentin erklärte auch die unterschiedlichen Erkrankungsbilder von Diabetes Typ 1 und Typ 2. "Die Ursachen beim Typ 1 Diabetes sind bis heute noch nicht hundertprozentig geklärt. Fest steht, dass es sich hier um eine Autoimmunerkrankung handelt und von Beginn an nur eine Insulintherapie in Frage kommt." Ganz anders beim Diabetes mellitus Typ 2, so Monika Kainz. Die Hauptursache für den alarmierenden Anstieg des Typs 2 sei das Übergewicht. "Weitere Ursachen sind die Erbanlagen, eine ungesunde hyperkalorische Ernährung und mangelnde körperliche Bewegung." Aus diesem Grund müssten Typ-2-Diabetiker vorrangig ihren Lebensstil ändern. Die Basis einer jeden Therapie müsse eine gesunde, vielseitige, vollwertige Ernährung sein. "Und es gilt, wieder mehr Bewegung in den Alltag zu bringen", unterstrich Monika Kainz. "Besonders erschreckend ist, dass jährlich immer mehr junge Menschen an Typ 2 erkranken. Süße Limonaden, Fast Food, wie Hamburger und Pommes, oder Naschereien führen bereits in jungen Jahren zu Übergewicht. Wir müssen unseren Kindern wieder gesunde Ernährung lernen, darauf achten, dass sie sich bewegen und Sport treiben", forderte Monika Kainz.

Die Dunkelziffer im Diabetesbereich komme auch dadurch zustande, dass meist spürbare Krankheitssymptome fehlen, wusste die Referentin. Anzeichen und Symptome, die auf Diabetes hinweisen können, sind häufig Müdigkeit, Leistungsabfall, Durst, starker Harndrang, Infektanfälligkeit, schlechte Wundheilung oder Hautprobleme. Je früher die Krankheit erkannt und gut eingestellt werde, "desto besser lassen sich Folgeerkrankungen im gesamten Körper vermeiden". Bei hohen Zuckerspiegeln in den Gefäßen bestehe ein Risiko, dass unbemerkt Gefäße, Nerven und Organe geschädigt werden können. "Im Erkrankungsfall ist das Selbstmanagement des Patienten durch regelmäßige Selbstkontrollen enorm wichtig und unerlässlich." Es gebe Schulungskurse. "Vierteljährlich muss der Blutzucker-Langzeitwert vom Arzt kontrolliert werden", so Monika Kainz weiter.

Es gilt, wieder mehr Bewegung in den Alltag zu bringen.Monika Kainz
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