Dichter Qualm, zwei Vermisste

Noch lange nach Ende der Einsatzübung versperrt dichter Rauch im Gebäude auf der Haferdeckmühle die Sicht. Einsatzleiter Florian Trießl (rechts) und sein Friedenfelser Kollege Christian Bischof überprüfen die Räumlichkeiten. Bild: bsc
Vermischtes
Friedenfels
08.09.2016
354
0

Das Szenario lässt Spaziergänger und Radfahrer aufschrecken. Auf dem Radweg von Friedenfels her und aus der Gegenrichtung von Voitenthan rücken die Feuerwehren aus Friedenfels, Fuchsmühl, Voitenthan, Wiesau und Thumsenreuth mit hoher Geschwindigkeit an. Die Einsatzkräfte proben den Ernstfall.

Die Blicke richten sich auf das Anwesen von Manuel Zeitler. Aus einem Nebengebäude auf der Haferdeckmühle dringt dichter Rauch. Die großangelegte Übung hat Einsatzleiter Florian Trießl arrangiert. Er ist Kommandant der Feuerwehr Voitenthan. "Wohnhausbrand mit zwei vermissten Personen", so der Notruf. Um 19 Uhr schrillen Sirenen. Andere Feuerwehren werden per Funk alarmiert. Mit 12 Fahrzeugen und 70 Einsatzkräften rücken die Feuerwehren aus zwei Richtungen an.

Damit alles auch realistisch wirkt, hatten Kommandant Florian Trießl und seine beiden Kollegen aus Friedenfels, Christian Bischof und Jürgen Schultes, alles akribisch vorbereitet. Rauchbomben vernebeln Treppenaufgang und Zimmer des Nebengebäudes. Mit schwerem Atemschutz, Schlauch, Axt und Beil bahnt sich der erste Trupp den Weg ins Gebäude, um nach den beiden vermissten Personen zu suchen. Während die Feuerwehren aus Friedenfels und Thumsenreuth, die das Brandobjekt aus südlicher Richtung angefahren hatten, sofort mit der Brandbekämpfung aus dem angrenzenden Haferdeckweiher beginnen, müssen die übrigen Wehrmänner aus Fuchsmühl, Wiesau und Voitenthan auf Anweisung von Einsatzleiter Florian Trießl zwei B-Leitungen zu einem rund 500 Meter entfernten Weiher in Voitenthan verlegen.

"Fast null Sicht"


Die Atemschutztrupps, die sich aufgrund der enormen Hitze und körperlichen Anstrengung ständig abwechseln, haben im Gebäude mit zahlreichen Treppenabsätzen und einer vorher nicht bekannten Raumaufteilung zu kämpfen - und das unter "fast null Sicht", wie ein Wehrmann nach dem Verlassen des Gebäudes berichtet. Nach rund zehn Minuten haben die Atemschutztrupps den ersten "Vermissten" gefunden. In einem Nebenraum wird fast gleichzeitig der zweite Mensch (Puppe) entdeckt. Im Anschluss dringen die Feuerwehrmänner zum eigentlichen "Brandherd" vor, eine extra für die Übung positionierte Disco-Nebelmaschine.

Sehr beengtDas Urteil von Einsatzleiter Florian Trießl fiel bei der Abschlussbesprechung positiv aus. Er bezeichnete den Ablauf der Übung als gelungen. Das Einsatzziel sei erreicht worden. "Die Zusammenarbeit der fünf Feuerwehren war sehr gut." Dennoch sprach der Voitenthaner Kommandant von einem "gewissen Chaos", das aufgrund der sehr beengten Verhältnisse am Brandort sowie an den Zufahrten geherrscht habe. "Bei erforderlichen Anfahrten auf Radwegen gibt es nun mal bedingt durch die Straßenbreite keine Möglichkeit in der Fahrzeugkolonne für ein Vor oder Zurück", so Florian Trießl. (bsc)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.