Frauenreuth im Feiern ganz groß

In einem beeindruckenden Festgottesdienst unter freiem Himmel mit Pfarrer Matthias Fischer (rechts) und Pater Martin (links) erinnerte der gebürtige Frauenreuther Geistliche Fischer an seine Heimat und das 675-jährige Bestehen. Die Falkenberger Blasmusik spielte dazu. Bilder: bsc (3)
Vermischtes
Friedenfels
13.06.2016
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Karl Trottmann und Alfred Schraml (von rechts) als Dorfpolizisten sicherten beim Jubiläum die Frauenreuther Grenzen und sorgten für Recht und Ordnung nach den Verordnungen und Gesetzen vor über 500 Jahren.

Für die Einreise nach Frauenreuth war am Wochenende ein Visum nötig. Abgewiesen haben die freundlichen Aufpasser an der improvisierten Grenzstation natürlich keinen einzigen der vielen Besucher. Der kleine Ortsteil feierte ganz groß.

Ein toller Festauftakt für Jung und Alt am Samstag und als krönender Abschluss die Schützenkönigsproklamation am Sonntag: Bei der 675-Jahr-Feier von Frauenreuth war im schmucken Steinwaldort einiges geboten. Die Liebe zum Detail zeichnete das Fest gegenüber so manch anderen Jubiläen aus. So waren das 500 Menschen fassende Zelt und der angrenzende Gastraum der Gaststätte "Sporn" mit 150 bäuerlichen und handwerklichen Arbeitsgeräten sowie Gegenständen aus der ländlichen Hauswirtschaft früherer Jahre dekoriert.

Kurt Schramm und ehemalige Handwerksbetriebe aus Frauenreuth stellten die einst bedeutsamen Utensilien zur Verfügung. Im Dach des Zeltes waren mit Seilen und Ketten große Ackerpflüge, Erntegeräte und Körbe befestigt. Außergewöhnlich gestalteten die Organisatoren auch die Einreise in die 1341 erstmals auf einer Urkunde genannte Ansiedlung. Am Ortsteilübergang von Trettmanns nach Frauenreuth mussten Fest- und Kirchenbesucher eine "Grenzstation" passieren, wo sie von den freundlichen Frauenreuther "Polizisten" Alfred Schraml und Karl Trottmann nach Prüfung der Personalien ein Einreisevisum erhielten.

Zugezogene willkommen


Großen Beifall erhielt die Eröffnungsrede der beiden Festleiter Gottfried Härtl und Edeltraud Kaßeckert. "Herzlich willkommen alle Ureinwohner, alle Eingeheirateten und Zugezogenen, alle Heimkehrer aus nah und fern, alle die gerne Frauenreuther wären, aber bisher noch keine Ansiedelungserlaubnis erhielten, alle Gäste mit Tagesvisum und besonders Pfarrer Matthias Fischer, die Riggauer Schützen mit ihren Böllern und die Pressather Musikanten, die heute ein Gruppenvisum zur Mitwirkung beim Fest bekamen."

Großer Friedensgruß


Beim Festgottesdienst am Sonntagmorgen bekannte Pfarrer Fischer: "Es ist schön, mal wieder daheim zu sein. Ich freue mich, dass ihr mich eingeladen habt, mit euch das 675-jährige Bestehen von Frauenreuth zu feiern." Großen Anklang bei den vielen Kirchenbesuchern auf dem Dorfanger unter dem großen Kreuz fand seine Predigt. "Wenn ganz Frauenreuth geschmückt ist, auf Plätzen und Straßen, sind alle eingeladen, sich froh niederzulassen. Gemeinsam zu feiern, zu beten, zu ruh'n, das hat nämlich dann mit dem Dorffest zu tun", reimte der Priester. Beeindruckend auch: Beim Friedensgruß forderte Matthias Fischer "seine Frauenreuther" und die Kirchenbesucher auf, sich die Hand zu reichen und eine große Kette mit ihm zu bilden. "Normalerweise warte ich nach meinen Händedruck links und rechts, bis sich der Friede am anderen Ende der Kette wieder trifft. Doch heute würde das aufgrund der vielen Kirchenbesucher zu lange dauern", scherzte der beliebte Geistliche.

Kutschfahrten und Fotos


Anschließend erfreuten sich die Festbesucher am reichhaltigen Speisenangebot. In der angrenzenden Steinwaldstraße waren zum Dorffest passend dekorierte Verkaufsstände aufgebaut. Spaß hatten auch die jüngsten Besucher. Claudia Paukner hatte mit vielen Helfern eine Spielstraße im Weißensteiner Weg und am Voglherdweg aufgebaut. Auch gab es Fahrten mit der Pferdekutsche.

Großen Ansturm erfuhr an beiden Festtagen eine Bilderausstellung in der Gaststätte "Sporn". Anlässlich der 675-jährigen Ortsgeschichte wurden die Besucher an alte Zeiten, längst verstorbene Personen und Frauenreuther Urgesteine erinnert. An zwölf Stellwänden spiegelten einzigartige Fotodokumente und Berichte das Leben im früheren Frauenreuth und des Schützenvereins Frauenreuth.

Der Schützengau Steinwald nutzte den Festausklang zur Auszeichnung seiner Gaukönige. Im prall gefüllten Festzelt kürten Edeltraud Kasseckert und Norbert Lippert die neuen Würdenträger (Bericht folgt). Während das Zelt an beiden Tagen stets voll war, gab es am Sonntag durch das EM-Spiel ein vorzeitiges Ende: Um 21 Uhr schloss Gottfried Härtl das Festwochenende.
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