Heftige Gewitter über dem Landkreis
Kühe wie vom Donner gerührt

Blitzschnell stand die Scheune bei Falkenberg in Flammen. Den Feuerwehrleuten blieb nur, die Flammen unter Kontrolle zu bringen und die Umgebung zu sichern. Bild: Feuerwehr
Vermischtes
Friedenfels
12.07.2016
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Mit Blitz und Donner näherte sich am Montag ein heftiges Gewitter. Es hinterließ eine abgefackelte Scheune, verbrannte Erde und mehr als nur einen gehörigen Schrecken im Milchviehstall.

Falkenberg/Friedenfels. (as/bsc) In drückender Schwüle bauten sich gegen Abend dunkle Wolken auf. Bald prasselte der Regen auf die dampfende Erde, aber nicht besonders ausdauernd: "Nach 20 Minuten war das Gröbste schon wieder vorbei", berichtet Polizeioberkommissar Gerald Spörrer von der Polizeiinspektion Tirschenreuth. Auch bei den Kollegen in Waldsassen gingen keine Alarmmeldungen ein. Große Wassermassen waren bei diesem Unwetter also nicht das Thema. Wohl aber die Gewalt eines Gewitters. Gegen 18.35 Uhr schlug am Bodenreuther Weg in Falkenberg ein Blitz in eine Scheune ein.

Als die ersten Feuerwehrleute anrückten, stand die Hütte schon in Vollbrand. Den Aktiven aus Falkenberg, Wiesau, Mitterteich, Voitenthan und Schönhaid-Leugas blieb nur, die Flammen einzudämmen. Die etwa 100 Jahre alte Scheune samt Inhalt war nicht zu retten. Gelagert waren darin landwirtschaftliches Werkzeug, Brennholz und ein alter Gummiwagen. Der Schaden wird auf 40 000 Euro geschätzt.

Noch nicht abzusehen ist die Schadenshöhe, die durch Blitzschlag in Voitenthan bei Friedenfels entstand. Direkt an einer Bushaltestelle entlud sich die Spannung und setzte den Grünstreifen um den Metallpfosten herum in Brand. Hier hielt sich der Schaden in Grenzen, doch den Bauernhof in rund 50 Metern Entfernung erwischte es viel schlimmer.

Landwirt Hubert Dostler war gestern noch sichtlich geschockt: "Ich war gerade mit meinem Sohn Max mit dem Melken der Kühe beschäftigt. Dann ein Kracher, meine Füße haben gezittert, alles war stockdunkel. Die Kühe gaben keinen Laut mehr von sich, sie waren wie gelähmt", berichtet der Bauer. Schaden haben die Tiere aber offensichtlich nicht davongetragen.

Dann der nächste Schreck - viele Kabel in den Stallungen waren nach dem Einschlag durchgeschmort und verbrannt. In der Milchkammer war der Deckel der Milchkühlanlage mehrere Meter durch die Luft geflogen. Eine Kühlung war nicht mehr möglich, der Landwirt musste die gerade gemolkene Milch am nächsten Tag wegschütten.

"Die Sicherungen sind reihenweise herausgeflogen", schildert der Geschädigte, der im angrenzenden Wohnhaus gleich die nächste böse Überraschung vorfand: Die Telefonanlage ist vermutlich nicht mehr zu gebrauchen. "Dass ein Blitz so eine Kraft besitzt, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen", schüttelt Hubert Dostler den Kopf. Ein Gutachter nahm am Dienstag die Schäden auf dem Hof auf.
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