Männer-Träume stiften Chaos

Die Herren gerieten außer Rand und Band und begannen wild zu tanzen, als eine Bauchtänzerin auftauchte. Bild: roh
Vermischtes
Friedenfels
21.04.2016
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Ein verliebtes Pärchen gaben Simon (Jürgen Schultes) und Everl (Petra Schwingshandl). Bild: roh

Die Premiere der 27. Theatersaison ist voll und ganz gelungen: Die versierte Laienspielgruppe Friedenfels unter der Regie von Sandra Wittmann bot dem Publikum einen köstlichen Abend.

In der Steinwaldhalle präsentierte das Amateurtheater ein Lustspiel von Marianne Santl. Es war ein Lustspiel im wahrsten Sinne, denn die flotte Inszenierung griff den Traum vieler Männer auf. "Endlich san d'Weiber furt" lautete entsprechend der Titel. Gekicher, Lachausbrüche und Szenenapplaus begleiteten die Aufführung vom Anfang bis zum Ende.

"Welch ein Ruhe!", tönt der energiegeladene Schreinermeister, sobald die "Weiber" aus dem Haus sind. In einer rustikalen, von den Schauspielern selbst arrangierten Wohnstube war zuvor alles geheimnisvoll eingefädelt worden. Schreinermeister Bert Hölzmeier (Thomas Schlosser), komödiantisch agierend zwischen gelangweilt und aggressiv, und Kare Brezl (Martin Bischof) bilden ein harmonisches Duo, das ein Saufgelage plant, möglichst mit Stripperin. Gleichzeitig tasten sich die Frauen an einen Ausflug des Müttervereins heran. Doch so ganz geheuer ist ihnen das Ganze nicht. Renate Holzmeier (Adelheid Horn) versucht, Sohn Simon (Jürgen Schultes) auszuhorchen. Der stellt sich aber dumm und beruhigt. Er hat nur die sturmfreie Bude im Kopf, die er für die Zweisamkeit mit seinem Everl (Petra Schwingshandl) nutzen will. Gegen Geld verspricht er aber aufzupassen.

Suche im Internet


Begleitet von stürmischem Applaus taucht die stockkonservative Pfarrköchin Theres (Gabi Lang) auf. Zusammen mit Renate vertritt sie hochmoralische Ansichten. Verstärkt um Mesner Lorenz Hartl (Alexander Schraml) suchen die Männer am Laptop im Internet unter der Rubrik "Modelle". Erschrocken zucken sie zusammen, als sie dabei einmal überrascht werden. Hinzu kommt noch Tante Rita (Jutta Schlicht), die anbietet, sich ein bisschen um die Daheimgebliebenen zu kümmern. Selbst verbale Attacken können sie nicht verschrecken. Weil es mit der Suche am Laptop aber nicht wie klappt, suchen die Herren Hilfe und werden glatt von Simon erpresst. Zwischendurch platzt der Pfarrer (Martin Köllner) herein und wundert sich, warum alle so nervös sind.

Als sich die aufdringliche Rita und auch Theres "festsetzen", soll Apfelsaft mit reichlich Schnaps helfen. Trotz aller Bemühungen kann die besorgte Rita den Besuch der "Dame" telefonisch noch verhindern. Eine Bauchtänzerin erscheint aber trotzdem, die Herren sind fasziniert und beginnen wild zu tanzen und nach deren Kleidung zu greifen. Enthusiastischer Beifall krönt diese Szene. Doch dann wird eine vermeintlich Tote in der Badewanne gefunden und die Frauen kommen zu allem Überfluss auch noch zu früh heim und schwören Rache. Irmi, die Frau des Mesners (Petra Würth), schreit herum und wird handgreiflich. Unglaublich aber wahr: Am Ende renkt sich alles doch wieder ein.

Langanhaltender Applaus


Die komischen Rollen wurden diesmal ziemlich gleichmäßig verteilt, alle Mitglieder der Truppe durften freche Witze und kernige Sprüche einbringen. Nicht zuletzt damit sorgten sie für beste Unterhaltung. Langanhaltender Applaus belohnte die Laienspieler für ihre Leistungen.

Am Samstag, 23. April, gibt es noch einmal zwei Gelegenheiten, das Stück zu sehen: Um 14.30 Uhr beginnt eine Sondervorstellung im Rahmen eines Behindertennachmittags, um 20 Uhr steht noch eine Abendaufführung an. Die Sondervorstellung ist für alle Interessierten offen. Karten gibt es an der Kasse, der Erlös aus den Eintrittsgeldern wird für einen guten Zweck gespendet.
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