Mit viel Liebe zum Detail

Thomas Schraml baute in über 500 Arbeitsstunden das Wahrzeichen des Steinwalds nach. Sein stattliches Modell des Oberpfalzturms misst über zwei Meter. Bild: bsc
Vermischtes
Friedenfels
04.03.2016
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1971 wurde er zum Wahrzeichen des Steinwalds: der erste Oberpfalzturm auf der Platte. Thomas Schraml aus Friedenfels war vom Turm schon als Kind fasziniert und hat ihn später oft bestiegen. Nun hat er ein Modell des imposanten Bauwerks gefertigt - und das sehr detailgetreu.

Über 500 Stunden investierte der landauf und landab nur als "Multi" bekannte Maurer in das Modell des 1998 abgerissenen Turms. Gebaut hat er ihn aus Fichtenstämmen. Als Vorlage dienten dabei Fotos, Zeichnungen und Bilder, die er von Freunden bekam oder früher bei Wanderungen zum Turm selbst gemacht hatte. "Die einst riesigen Fichtenstämme und großen Verstrebungen aus Rundholz gefielen mir schon immer, viel besser als die Ecken und Kanten des neuen Turms", meint der Friedenfelser. Die vielen Fotos und Berichte zum Turm, die er während der Bauphase in seiner Garage hängen hatte, berichten von großen Anstrengungen bei der Errichtung des monumentalen Aussichtsturms. Ein Bergepanzer und ein riesiger Kran der Bundeswehr bahnten sich bei Sturm und eisiger Kälte an einem Werktag im Oktober 1971 den Weg auf die höchste Erhebung des Steinwalds. "Während damals die Bundeswehr und die vielen Helfer den Wetterkapriolen des Steinwalds ausgesetzt waren, hatte ich es beim Bau des Turms in meiner Garage schön warm", grinst Thomas Schraml. "Da konnte ich leicht die 483 kleinen Lärchenschindeln, die nun feinsäuberlich nebeneinander das Dach bedecken, fertigen." Jede einzelne davon sowie das Geländer hat Schraml ausgesägt und die meisten Teile mit der Hand geschliffen. Anschließend wurden sie auf dem Dach befestigt und das Geländer der Treppen mit den Pfosten verleimt und verschraubt. Auf dem Tisch in der Kuppel brachte er eine kleine Steinplatte an, selbstverständlich hergestellt aus einem Stein aus dem Steinwald.

Stabile Konstruktion


Thomas Schraml hatte im Herbst beim Holzmachen viele kleine Rundhölzer für sein Turm-Modell gesammelt. Jedes einzelne prüfte er, "damit die Proportionen passen". Wichtig waren ihm die Verstrebungen und Querhölzer aus Rundholz. Anhand der vorliegenden Fotos verbaute er sie detailgetreu zu einem stabilen Kunstwerk, das nach dem Aufsetzen der Kuppel eine Höhe von zwei Metern und vier Zentimetern erreichte.

Beim Bau des Modells hatte Thomas Schraml Spaß und vieles ging dem gefragten Maurer spielend von der Hand. Schmunzelnd sagt er: "Eine Wasserwaage brauchte ich beim Bau nicht. Notfalls habe ich eine Flasche Friedenfelser Bier angelegt. Das ersetzt jede Wasserwaage." Auch goss Thomas Schraml ein Fundament fürs Turm-Modell. Die Halterungen für die Eckhölzer ließ er von seinem Freund Markus Horn fertigen.

Nicht nur ihm dankt Schraml. Er freut sich auch über die Unterstützung durch Bernhard Kellner, der Unterlagen zum früheren Oberpfalzturm beigesteuert hatte. Außerdem gaben ihm seine Freunde Tipps und Anregungen während der Bauphase. Dass auch das Umfeld zum Turm passen musste, war für Thomas Schraml eine Selbstverständlichkeit. Original-Sand und -Steine vom jetzigen Turmgelände komplettieren das Modell. Klar, dass einige Friedenfelser schon wegen einer Besichtigung des Schmuckstücks angefragt haben. Das ist ab dem Frühjahr möglich. Einheimische, Feriengäste und Besucher können es dann in der Steinwaldhalle betrachten. Thomas Schraml stellt seinen Turm der Gemeinde Friedenfels für den Eingangsbereich der Steinwaldhalle zur Verfügung. Geld will er dafür keines. Aber auf eine Flasche Bier, die er mit Bürgermeister Gottfried Härtl trinken möchte, hofft "Multi" schon.
Eine Flasche Bier ersetzt jede Wasserwaage.Thomas Schraml
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