Pfarrer Joseph dankt engagiertem Hobbygärtner für Arbeit und Blumenschmuck in der Kirche
"Der Erich, der macht das schon"

Das Arbeiten mit den Pflanzen und Blumen ist seine große Leidenschaft. Wann immer es geht, ist der Hobbygärtner in seinem Gewächshaus anzutreffen. 38 Jahre lang schmückte Erich Kaßeckert ehrenamtlich die Friedenfelser Pfarrkirche. Bild: bsc
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Friedenfels
07.05.2016
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Hobbygärtner Erich Kaßeckert ist ein zurückhaltender Mensch. Aufsehen um seine Person will er nicht. Das liegt ihm nicht - das kreative Arbeiten mit Pflanzen und Blumen aber umso mehr. Dieser Tage wurde dem 75-Jährigen besonderer öffentlicher Dank zuteil.

Pfarrer Joseph von der Pfarrei "Maria Immaculata" würdigte Kaßeckerts mittlerweile 38-jähriges ehrenamtliches Engagement beim Kirchen- und Blumenschmuck in der Friedenfelser Pfarrkirche. Erich Kaßeckert hätte gerne noch ein paar Jahre länger gemacht. Doch aus gesundheitlichen Gründen muss er kürzertreten.

"Wann immer ich die Kirchenglocken läuten hörte, fuhr es mir in den Sinn - ach Gott, wie werden die Blumen ausschaun", erzählt der Rentner. Dabei hätte er gar keine Angst haben müssen, denn als frommer Christ war er oft in der Kirche und schaute nach dem Rechten. Nicht nur das Ausschmücken der Pfarrkirche, sondern auch das Gießen und die Pflege der Blumen machte sich Erich Kaßeckert in den zurückliegenden 38 Jahren zur ehrenamtlichen Aufgabe. Die Geistlichen, unter denen er in den fast vier Jahrzehnten arbeitete (die Priester Heinrich Dotter, Felix Meier, Klaus Haußmann, Varghese Kanjamala, Pfarrer Joseph sowie Pater Martin und Pater Johnsen), ließen ihm immer freie Hand. Sie konnten sich auf Erich Kaßeckert verlassen. Wenn mal wieder ein großes Kirchenfest anstand, hieß es nur: "Der Erich, der macht das schon." Und wie er es machte. Besonders den großen Ereignissen drückte der Hobbygärtner seinen Stempel auf. Bei den geistlichen Feierlichkeiten, wo die Gestecke und Blumen im Altarraum und an den Eingängen zu den Sitzbänken sich oft gegenseitig die Schau nahmen, wussten vor allem Hochzeitspaare, was sie an Erich Kaßeckert hatten. "Meine größte Herausforderung jedoch war die Ausschmückung der Primiz von Matthias Fischer", berichtet Erich Kaßeckert im Gespräch mit unserer Zeitung. Dass es bei so einem Ereignis nicht nur beim Altarschmuck blieb, versteht sich von selbst. Tagelang hatte Kaßeckert auf das Großereignis hingearbeitet.

Dabei hatte er in jungen Jahren gar keinen besonderen Bezug zu seinem Hobby. Bis 1978 ging Erich Kaßeckert nämlich dem Beruf des Steinschleifers im Granitwerk Friedenfels nach. Gesundheitliche Probleme machten es damals erforderlich, dass er seinen Beruf wechseln musste. Im Schlossgarten bei den Friedenfelser Betrieben fand er eine Anstellung. Seine Vorgesetzten und die Besitzer des Schlossgartens, die Familie von Gemmingen-Hornberg, merkten aber bald, welch ein Händchen Erich Kaßeckert beim Umgang mit Pflanzen und Sträuchern hatte. "Da ich das Gärtnerhandwerk nicht gelernt hatte, habe ich Zeitschriften und Fachbücher über die Pflanzen- und Blumenwelt regelrecht gefressen", so Erich Kaßeckert. Bei einer Gärtnerei absolvierte er ein Praktikum und eignete sich Wissen an. Neben seiner Arbeit im Schlossgarten pflegte er zusammen mit seiner Frau Hedwig, die ihn in den letzten Jahren beim Kirchenschmuck bereits unterstützte, zu Hause seine Gartenanlage. Dazu gehört auch ein rund 50 Quadratmeter großes Gewächshaus. So konnte Kaßeckert, seit er in Rente ist, sein beliebtes Hobby ausbauen und den Blumenschmuck für die Kirche bereitstellen. Selbstverständlich alles ehrenamtlich.

Stets zur Stelle


Nebenbei verrichtete Erwin Kaßeckert auch noch zahlreiche Kirchendienste - ob nun schnell eine Vertretung des Mesners gebraucht wurde, das Kirchengelände vom Schnee befreit werden musste oder beim Katholischen Jugendheim die Hecken zu hoch waren. Pfarrer Joseph dankte deshalb für das breite Engagement und wünschte dem agilen Hobbygärtner und seiner Ehefrau Hedwig, die immer selbstlos mitgeholfen hat, weiterhin viel Liebe zu den Blumen und Gottes Segen.
Ich habe Zeitschriften und Fachbücher über die Pflanzen- und Blumenwelt regelrecht gefressen.Erich Kaßeckert
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