Ruhestandspriester Siegfried Wölfel feiert 70. Geburtstag
Brückenbauer und Blumenfreund

Blumenfreund und Hobbygärtner Pfarrer Siegfried Wölfel feiert heute seinen 70. Geburtstag. Der "Ruhestandspriester" möchte keine persönlichen Geschenke, vielmehr bittet er um Unterstützung für sein soziales und missionarisches Wirken in Indien. Bild: bsc
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Friedenfels
20.05.2016
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Ruhestandspriester: Nein, mit dem Titel kann sich Siegfried Wölfel nicht so recht anfreunden. Zwar hat er seinen "Ruhesitz" mittlerweile in Friedenfels gefunden, aber die Seelsorge treibt ihn weiter um.

/Bärnau. Mit einem Festgottesdienst feiert Siegfried Wölfel am Samstag, 21. Mai, um 17 Uhr in der Pfarrkirche "Maria Immaculata" seinen 70. Geburtstag. Mit dabei zahlreiche Geistliche, Weggefährten, Verwandte, Freunde, Bekannte und die Bevölkerung. Am Sonntag hält der Geistliche dann auf dem Fahrenberg den Gottesdienst mit den Bärnauer Wallfahrern. Abends ist dann nochmals ein Gottesdienst in der Knopfstadt und dann ein kleiner Empfang.

Im Friedenfelser Pfarrhof hat der beliebte Priester seit 2013 eine neue Heimat gefunden. "Ich habe mich gleich sehr wohl gefühlt, alle waren sehr nett und vor allem sehr hilfsbereit", sagt der Geistliche, der sich aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand hatte versetzen lassen müssen. Die Seelsorge beschäftigt den Geistlichen auch nach seiner "aktiven Zeit". Allein von Januar bis März dieses Jahres legte er fast 2000 Kilometer zurück und half in den Pfarreien des Landkreises Tirschenreuth, Wunsiedel und im Bayreuther Raum aus. Freundschaftliche Bande unterhält Siegfried Wölfel auch zu den Geistlichen an seinem "Ruhesitz". Pfarrer Joseph und Pater Martin unterstützt er in der Pfarreiengemeinschaft Friedenfels/Fuchsmühl bei Bedarf.

Geboren wurde Siegfried Wölfel als drittes Kind der Eisenbahner-Familie Georg und Margarete Wölfel in Schwandorf. Seine Kinderjahre waren geprägt von Armut und Elend der Nachkriegsjahre. Nach dem Abitur studierte er zunächst an der Ludwig-Maximilian-Universität München Philosophie und Theologie und machte sein Diplom 1973 an der Uni Regensburg. Nach der Priesterweihe am 20. Juni 1973 sammelte er erste Erfahrungen als Kaplan in Marktredwitz, Burglengenfeld und Weiden.

Als Militär-Seelsorger war er bis 1981 in den Standorten Cham, Roding, Kötzting, Neunburg vorm Wald und in der Expositur Trasching tätig. 1981 bis 1995 wurde er zum Pfarrer von Bärnau und von 1995 bis 1998 zum Pfarrer in Waldsassen berufen. Anschließend wechselte er in die Pfarrei Maria Waldrast nach Weiden, wo er bis 2013 tätig war.

Bedingt durch sein priesterliches Wirken in den Städten an der Landesgrenze zu Tschechien, verstand sich Siegfried Wölfel auch immer als Brückenbauer zum Nachbarland und dem dortigen Dekanat Tachov. Regelmäßige Konferenzen und Besuche waren die Folge. Grenzüberschreitend und beliebt waren die Wallfahrten nach Kladrau und Maria Loreto. Brückenbauer war Wölfel aber auch in ferne Länder, wie Mazedonien und Indien. Hilfe für die Ärmsten der Armen ist ihm eine Herzensangelegenheit. Auf seinen Reisen nach Indien hat er viele Kontakte geknüpft und Freunde gewonnen. Der Bau des "Waisenhauses Siegfried" in Indien war die logische Folgerung. Hier werden Kinder aller Altersstufen betreut und unterrichtet. An deren Entwicklung und Schulbildung erfreut sich Pfarrer Siegfried Wölfel stets bei seinen Besuchen. Auch einen Kirchenbau in Indien unterstützte Siegfried Wölfel zusammen mit seinem Freund, Pfarrer Antony Soosai. Ein weiteres Projekt, für das sich der "Unruhestandspriester" stark macht, ist der Bau des Devasahayam-Pillai-Spezialkrankenhauses und Instituts für Medizinische Wissenschaften in Muttom.

Nicht vergessen sind die zahlreichen Baumaßnahmen in den hiesigen Pfarreien. Dazu zählen Bauwerke in Bärnau, der Bau der Anbetungskapelle in der Basilika und der Großküche im Altenheim St. Martin in Waldsassen sowie der Um- und Anbau des Kinderhauses Maria Waldrast mit der Integration der Kinderkrippe. Kennen und schätzen gelernt haben viele Gläubige Siegfried Wölfel auch wegen seiner Liebe zur Natur.

Blumen- und Gartenfreunden zeigt er gerne sein üppiges Blumenmeer, das besonders in den früheren Jahren, wo er für die Pfarreien Verantwortung getragen hat, die Altäre bei den Gottesdiensten auszeichnete. Zusammen mit Schwester Annemarie pflegt er an seinem Ruhesitz im Erholungsort den von Pfarrer Klaus Haußmann angelegten Rosengarten und erntet aus seinem neu angelegten großen Bauerngarten viel frisches Gemüse.
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