Ruhestandsseelsorger Siegfried Wölfel stellt 10 000 Euro für die Ärmsten der Armen bereit
Spenden statt Geschenke zum Geburtstag

Als Ruhestandsgeistlicher Siegfried Wölfel (Zweiter von rechts) Geburtstag feierte, verzichtete er auf persönliche Geschenke. Wichtiger ist ihm die Unterstützung sozialer Einrichtungen in Indien. Wölfel schoss Geld zu, so dass 10 000 Euro zusammenkamen. Im Friedenfelser Pfarrhof übergab er zusammen mit Pfarrhaushälterin Schwester Annemarie (links) und seinem Freund Pfarrer Antony Soosai (rechts) das Geld an den Bauherrn des Projekts "Krankenhaus", Bischof Peter Remigius (Zweiter von links). Bild: bsc
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Friedenfels
24.06.2016
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Bereits im Vorfeld seines 70. Geburtstags hatte Ruhestandspriester Siegfried Wölfel die Bitte geäußert, er möchte keine persönlichen Geschenke. Viel lieber sei ihm die Unterstützung seiner zahlreichen sozialen Einrichtungen in Indien. Siegfried Wölfel ist die Hilfe für die Ärmsten der Armen in Indien eine Herzensangelegenheit.

Bei den Geburtstagsfeierlichkeiten in Friedenfels und Bärnau folgten die Gäste der Bitte. Und auch die Kirchenbesucher unterstützten bei den Kollekten den Wunsch des Jubilars. Durch eine persönliche Aufstockung von Pfarrer Siegfried Wölfel kamen so 10 000 Euro zusammen. Riesengroß war deshalb die Freude, als er nun seinem Freund Bischof Peter Remigius, zugleich Präsident der Alphonsa-Stiftung der Römisch-Katholischen Diözese Kottar, im Friedenfelser Pfarrhof den hohen Betrag übergeben konnte.

Waisen und Witwen


Zweckgebunden stiftete Pfarrer Siegfried Wölfel 8000 Euro für den Bau des Märtyrer-Devasahayam-Pillai-Spezialkrankenhauses in Muttom, das im nächsten Jahr fertiggestellt wird. 2000 Euro sind für ein Waisenhaus-Projekt bestimmt, das umfangreich auch vom Verein "Hoffnung für Menschen" unterstützt wird. Initiator ist Pfarrer Antony Soosai (Pfarrei Neukirchen). Im Mittelpunkt der Arbeit des Vereins stehen Waisenkinder und Witwen in Indien. Aufgrund der rauen See und einfachster Boote verunglücken Fischer häufig und kehren nicht nach Hause zurück. Deshalb gibt es vor allem an der Küste viele Witwen und Waisen, so Pfarrer Antony Soosai.

Die großzügige Spende von Pfarrer Siegfried Wölfel für das Krankenhaus freute Bischof Peter Remigius. Im Gegensatz zu anderen Ländern flössen nämlich in Indien für derartige Vorhaben keine staatlichen Zuschüsse. "Caritative und vor allem kirchliche Institutionen schultern hier derartige Projekte", informierte der Bischof. Jeder Cent sei gut angelegt, waren sich die drei Freunde einig. Der Gesundheitszustand der armen Leute in Indien sei mitleiderregend, so die Priester. Mangelnde Hygiene und angegriffene Gesundheit seien ernsthafte Probleme. Pfarrer Antony Soosai: "Hochwertige medizinische Versorgung ist für die Landbevölkerung unerreichbar." Der größte Teil der Katholiken der Diözese, der von Landwirtschaft oder Fischfang lebe, brauche den Tageslohn zum Leben. Ärztliche Behandlung sei teuer und besonders für die Ärmsten unerschwinglich. Bischof Peter Remigius: "Unsere Diözese ist sich im Klaren, dass eine erschwingliche, hochwertige und spezialisierte Versorgung nötig ist. Wir haben uns deshalb daran gemacht, diese Klinik zu errichten und dadurch zumindest einen Teil der Probleme zu beheben."

Der Geistliche weiter: "Die medizinischen Einrichtungen leiden in Indien unter einer akuten Knappheit von medizinischem Fachpersonal. Die kommerziellen Einrichtungen, die medizinische Ausbildung gegen überhöhte Gebühren anbieten, versäumen, die Bedeutung von Mitgefühl und Dienen zu berücksichtigen." Ein katholisches medizinisches Institut werde die anspruchsvolle Möglichkeit haben, junge Leute zu Experten heranzubilden, die die edlen christlichen Werte zu den Armen und Kranken bringen, so der Geistliche.

Ausbildung von Ärzten


Die Klinik mache im Anfangsstadium eine ambulante Behandlung von ungefähr 750 Patienten möglich. Stationär könnten 300 Patienten aufgenommen werden. 150 junge Leute, bevorzugt Katholiken, würden jedes Jahr geschult und zu Ärzten der verschiedensten Fachrichtungen ausgebildet, sagte Pfarrer Antony Soosai.
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