Staunen in der Schlossbrauerei

Die Mitarbeiter der Schlossbrauerei Friedenfels kümmerten sich authentisch gekleidet als Knechte, Schankwirte, Bogenschützen, Mönche und Mägde um das Wohl der vielen Gäste. Bild: bsc
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Friedenfels
25.04.2016
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Bei den Rundgängen durch das Brauereigebäude gab es vieles zu bestaunen. Neben Gerätschaften, Maschinen und Anlagen beeindruckten die zahlreichen großen Fotos aus der Gründerzeit der Schlossbrauerei. Bild: bsc

Seit 500 Jahren sorgt das Reinheitsgebot für die hohe Qualität des deutschen Biers. Die Schlossbrauerei Friedenfels stellte dazu eine Jubiläumsfeier auf die Beine, die den vielen Besuchern und Gästen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Trotz des kühlen Wetters bevölkerten am Samstag unzählige Besucher die historischen Gebäudeteile und die "heiligen Hallen der Bierkunst". Die Verantwortlichen hatten sich einiges einfallen lassen, denn neben dem 500-Jährigen des Reinheitsgebots gab es noch eigene Jubiläen zu feiern: Der Friedenfelser Landhandel besteht seit 25 Jahren, die Schlossbrauerei wurde vor 130 Jahren gegründet. "Schauen Sie hinter die über 130 Jahre alten Mauern der Schlossbrauerei Friedenfels, erleben Sie die moderne Produktion und lassen Sie sich von den historischen Gemäuern und Maschinen beeindrucken", hieß es im Vorfeld auf Einladungen und Plakaten.

Dank an Inhaberfamilie


Geschäftsführer Thomas Schultes freute sich über das rege Interesse und die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste. Besonders würdigte er jedoch die Familie von Gemmingen Hornberg: "Ohne Ihr Wirken in den einzelnen Betrieben wären wir heute nicht hier. Für Ihr großes soziales und wirtschaftliches Engagement danke ich Ihnen im Namen der Belegschaft mit einem herzlichen ,Vergelt's Gott'." Herzlich begrüßte Schultes auch Pfarrer Siegfried Wölfel ("Sie sind uns ans Herz gewachsen") und erinnerte daran, als der Geistliche 2014, nachdem die Brauerei mit ihrem Hefeweizen in den USA zum Weltmeister gekürt worden war, die Kirchenglocken läuten lassen wollte, dann aber im Sonntagsgottesdienst die Botschaft von der Goldmedaille verkündete und zum Frühschoppen einlud.

Unter dem Motto "Impressionen rund um die Brauwelt" wurden Jubiläumsführungen und Rundgänge angeboten. Viele Besucher gerieten dabei ins Staunen - über freigelegte historische Keller und Gänge, sechs Großbildschirme, die die gesamte Palette der Friedenfelser Betriebe dokumentierten, große Bilder aus früheren Zeiten und moderne Produktionsräume. Hinzu kamen noch Licht- und Musikeffekte. Von den Kellerräumen der Brauerei aus, die rund acht Meter unter der Erde liegen, erreichten die Besucher über historische Stein- und Holztreppen das neu geschaffene Museum der Schlossbrauerei. Ein Besucher aus Nürnberg meinte: "Was man hier zu sehen bekommt, darf selbst im bierverwöhnten Bayern mit seinen großen Brauereien in der Landeshauptstadt oder im oberfränkischen Kulmbach als einzigartig betitelt werden."

Der 300 Quadratmeter große Ausstellungsraum wurde nach den vier Hauptbereichen der Friedenfelser Betriebe - Wald und Forst, Stein und Granit, Landwirtschaft und Brauerei unterteilt. "Die vier großen Bereiche haben sich unsere Mitarbeiter selbst eingerichtet", erklärte Thomas Schultes. Ausgestattet mit Utensilien, einzigartigen Raritäten und Werkzeugen bis hin zu den Schutzpatronen in Menschengröße, spiegeln sie das breite Arbeitsleben und die Schaffenskraft innerhalb der Betriebe wider. Die Räumlichkeiten sollen deshalb künftig für besondere Anlässe genutzt werden können, etwa für Betriebsfeiern, Geburtstage oder Hochzeiten. Auf den bereitgestellten Stühlen und Bänken ließen sich viele Besucher nieder, die in der Brauereihalle keinen Platz mehr gefunden hatten, und genossen das eigens zum Jubiläum von Braumeister Christian Mitterbauer eingebraute, kalt gehopfte Festbier.

Buntes Rahmenprogramm


Abwechslung für alle Besucher bot das bunte Rahmenprogramm. Thomas Schultes, Christian Mitterbauer und ihre Mitarbeiter hatten vorab viele Helfer und Unterstützer ins Boot geholt, die das Gelände in einen kleinen Volksfestplatz verwandelten. Eine Greifvogelschau der Falknerei Katharinenberg, eine Modenschau der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg/Weiden und das Testen der Reaktionszeit auf einer von der Berufsschule Wiesau errichteten und eigens konzipierten Modellauto-Rennbahn sorgten für viel Freude. Bestens betreut wurden auch die Kinder in einem vom Kindergartenteam Friedenfels auf dem Freigelände errichteten Zelt.

Bewundert wurden am Tag des Reinheitsgebots aber nicht nur historische Gemäuer, Technik und Events. Applaus und Lob gab es immer wieder auch für die Mitarbeiter der Brauerei, die sich wie zu Zeiten des Erlasses im Jahr 1516 als Knechte, Schankwirte, Bogenschützen, Mönche und Mägde verkleidet um das Wohl der Gäste kümmerten. (Weiterer Bericht folgt)
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