Verantwortung für Umwelt und Natur übernehmen - Wiederansiedlungsprojekt startet 2017
Habichtskauz ist im Steinwald willkommen

Ferdinand Baer vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) (von links), Andreas Ebert von den Bayerischen Staatsforsten, VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka, Projektleiter Andreas Schmiedinger und Michael Mickisch, Landesvorsitzender des Deutschen Falkenordens (DFO), freuen sich auf den neuen Waldbewohner. Bild: rw
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Friedenfels
20.11.2016
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Im Steinwald ist der Habichtskauz gerngesehener Gast. Und nicht nur das: Die für lange Zeit verschwundene Eule soll wieder heimisch werden. Bei einer Informationsveranstaltung stellte der Verein für Landschaftspflege- und Artenschutz in Bayern (VLAB) das ambitionierte Projekt vor.

(rw) "Unser Projekt stößt auf eine breite gesellschaftliche Akzeptanz", freute sich VLAB-Vorsitzender Johannes Bradtka. Was der Eulenart zugute kommt, ist ihr eigenwilliger Speisezettel. Denn sie vertilgt ausschließlich Mäuse und Kleingetier. So kommt sie weder Jägern noch Landwirten ins Gehege. Dennoch musste Bradtka Vorurteile entkräften: "Der Habichtskauz frisst kein Wild, keine Fische, keine Haushühner, Enten oder Gänse."

Bereits im Vorfeld war es dem VLAB wichtig, verschiedene Institutionen und Fachleute mit ins Boot zu nehmen. So unterstützt die Heinz-Sielmann-Stiftung das bundesweit einmalige Artenschutzprojekt. Auch die Bayerischen Staatsforsten und der Deutsche Falkenorden sowie lokale Partner haben ihre Hilfe versprochen.

Im kommenden Jahr will der Verein mit der Freilassung der ersten Habichtskäuze im östlichen Steinwald beginnen. In den nächsten zehn Jahren sollen pro Jahr 10 bis 20 Jungtiere in die Freiheit entlassen werden. Bisher gibt es in Bayern eine kleine Population im Nationalpark Bayerischer Wald mit circa 40 bis 50 Brutpaaren. Ziel ist es, die Eulenart vom Naturpark Steinwald aus über Mittelgebirgskamm Böhmerwald, Oberpfälzer Wald und das Fichtelgebirge bis hin zum Thüringer Wald und Erzgebirge heimisch zu machen.

Der Mensch rottete den Habichtskauz vor Hundert Jahren gnadenlos aus. "Wir holen ihn nun wieder in unsere Wälder zurück und bieten ihm neue Lebensräume und Ausbreitungsmöglichkeiten", erklärte Bradtka. Auch andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten sollen profitieren. "Wenn es dem Habichtskauz bei uns gefällt, dann ist es ein Zeichen für eine intakte Naturlandschaft." Das Wiederansiedlungsprojekt ist deshalb nicht nur auf den Artenschutz angelegt. Man erhoffe sich Synergieeffekte unter anderem auch für den Tourismus der Region. Der Habichtskauz könnte zum sympathischen Werbeträger werden.

Der VLAB sucht ehrenamtliche Helfer, die das Wiederansiedlungsprojekt im Steinwald unterstützen. Es gibt viel zu tun, so Projektleiter Andreas Schmiedinger, egal ob beim Aufstellen der Nistkästen, beim Füttern oder bei Kontrollen im Wald.

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Weitere Informationen:

www.landschaft-artenschutz.de
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