Vor 675 Jahren erstmals urkundlich erwähnt
Frauenreuth in Feierlaune

Frauenreuth um 1952. Damals beherbergte der Friedenfelser Ortsteil noch eine Gärtnerei (vorne Mitte), eine Schreinerei und einen Steinmetzbetrieb. Rechts im Bild die Gaststätte "Sporn". Repro: bsc
Vermischtes
Friedenfels
06.06.2016
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Der Dorfanger in Frauenreuth war stets Mittelpunkt des dörflichen Lebens. Zahlreiche Veranstaltungen, Gottesdienste und Feierlichkeiten (Aufnahme aus dem Jahr 1991) wurden hier schon gehalten. Am Wochenende steht der Dorfanger wieder einmal im Mittelpunkt: Der Ortsteil feiert sein 675-jähriges Bestehen. Repro: bsc

Vor 675 Jahren taucht der Ortsname Frauenreuth erstmals in einer Urkunde auf. Am Wochenende feiern die Frauenreuther das Jubiläum. Am Sonntag stellten Festleiter Gottfried Härtl und Edeltraud Kaßeckert, die Vorsitzende des Schützenvereins Frauenreuth, das Programm vor.

In der Gaststätte "Sporn" blieb kein Platz frei, als Gottfried Härtl bei einer Dorfversammlung über Details zur "675-Jahr-Feier" informierte. Gäste und Einheimische dürfen sich auf ein tolles Festwochenende freuen. Um die 675-Jahr-Feier steuerrechtlich in geordneten Bahnen laufen zu lassen, gründeten die Frauenreuther bereits im vergangenen Jahr die "Dorfgemeinschaft Frauenreuth". Brauchtumspflege, Zusammengehörigkeit und viele ehrenamtliche Arbeitseinsätze im und um den Ortsteil gibt es jedoch schon seit vielen Jahrzehnten. Großen Anteil daran hatte stets der Schützenverein Frauenreuth, der neben seinen sportlichen Aktivitäten für eine umfangreiche Brauchtumspflege (wie das Christbaum- und Maibaumaufstellen) verantwortlich zeichnet. Auch zahlreiche Arbeitseinsätze und Baumaßnahmen (wie etwa das Erstellen eines großen Buswartehäuschens für die Frauenreuther Kinder) erledigten die Mitglieder des Vereins zuhauf. Die enge Verbindung der beiden Vereinigungen führte dazu, dass Dorfgemeinschaft und Schützenverein die 675-Jahr-Feier gemeinsam organisieren. Liebhaber eines guten Tropfens brauchen deshalb aber nicht auf das beliebte jährliche Weinfest der Frauenreuther Sportschützen verzichten. Denn ins Festzelt ist eine Weinlaube integriert. Zudem werden zum Jubiläum eine Bar und eine Cocktailbar aufgebaut. Auch die Ausschmückung dürfte viele überraschen. Das 500 Menschen fassende Zelt am Vorplatz der Gaststätte "Sporn" zieren bäuerliche und handwerkliche Arbeitsgeräte sowie Gegenstände aus der ländlichen Hauswirtschaft früherer Jahre. Das reichhaltige Speisenangebot, das in den Verkaufsständen in der angrenzenden Steinwaldstraße angeboten wird, erstreckt sich von bekannten Schmankerln über Fisch, Kaffee und Kuchen sowie italienisches Eis bis zum vollständigen Mittagessen, für das am Sonntag in der Mittagszeit ein Metzger sorgt.

Mit Böllergruppe


Staunen lässt auch ein Blick ins Festprogramm. Am Samstag, 11. Juni, beginnt die Böllergruppe Riggau, in der auch Frauenreuther Sportschützen Mitglied sind, um 19.30 Uhr mit dem Festanschießen. Von 20 Uhr bis 1 Uhr Festbetrieb mit den Pressather Musikanten. Am Ortsübergang Trettmanns/Frauenreuth müssen die Besucher eine "Grenzstation" passieren, wo sie von freundlichen "Polizisten" nach Prüfung der Personalien ein Einreisevisum erhalten. Um 8.50 Uhr formiert sich am Sonntag am Ortseingang bei der Gaststätte "Mühlbachtal" ein Kirchenzug mit den Friedenfelser Vereinen und ihren Fahnen. In Begleitung der Falkenberger Blasmusik marschieren die Bürger zum Dorfanger. Unter dem großen Kreuz zelebrieren Pfarrer Joseph und der einstige Primiziant des Erholungsortes und jetzige Priester von Treuchtlingen, Matthias Fischer, einen feierlichen Gottesdienst. Matthias Fischer bleibt seinem Geburtsort treu verbunden. Als einst erfolgreicher Sportschütze ist er noch immer Mitglied bei den Frauenreuther Sportschützen.

Kindernachmittag


Für die jüngsten Besucher hat die Dorfgemeinschaft einen bunten Kindernachmittag vorbereitet. Im Weißensteiner Weg und am Vogelherd locken Hüpfburg, Kinderschminken, Fahrten mit der Pferdekutsche, Schaumkussschleuder, Dosenwerfen, Bobbycarfahren, Eierlauf und Nagelspiele. Ein weiterer Höhepunkt folgt um 16.30 Uhr. Der Schützengau Steinwald hat Schützenmeisterin Edeltraud Kaßeckert mit der Proklamation der neuen Gaukönige beauftragt. Auch die Vereinsregenten der einzelnen Gauvereine sind mit ihren Insignien geladen, um der Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu verleihen. Beim Ein- und Auszug der neuen und alten Gaukönige werden sie Spalier stehen. Musikalisch umrahmt werden die Königsproklamation und der anschließende Festausklang von Entertainer Fred Stingl.

An alte Zeiten und längst verstorbene Personen sowie Frauenreuther Urgesteine erinnert eine Bilderausstellung auf sechs Stellwänden im Gastzimmer der Gaststätte "Sporn". Die Fotodokumente aus den Archiven der Gemeinde, des Schützenvereins sowie von Bernhard Kellner und zahlreichen privaten Haushalten wurden digitalisiert, vergrößert und stehen nun der Dorfgemeinschaft zur Verfügung.

Erste Nennung1341 verkaufte Gebhart Wolff von Nankenreuth seinen Teil des Besitzes am Weißenstein und an Frauenreuth an Albrecht Nothaft. Als Zeugen werden auf der Urkunde genannt: Wolfart der alte Wild von Wellenreuth (das heutige Wildenreuth), Otto von Trautenberg und Konrad Hecklein von Erbendorf. Diese Nennung von Frauenreuth ist die älteste, die ein Ortsteil von Friedenfels aufzuweisen hat. Die gemeindliche Einbeziehung von Frauenreuth in den Ortsverband Friedenfels erfolgte 1808. (bsc)
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