Hannes Ringlstetter gastiert im Gwäxhaus
Fast die Schau gestohlen

Ein Mann, eine Band und eine Tour: Mit "PNYA" - seiner aktuellen Tournee - begeisterte Hannes Ringlstetter (Zweiter von links) sein Publikum. im Gwäxhaus in Güttern. Bild: wro
Kultur
Fuchsmühl
09.08.2016
403
0
 
Liedermacherin Karin Rabhansl war keineswegs "nur" eine "Vorgruppe". Mit ihren mal heiteren, mal besinnlichen Liedern bezauberte die Niederbayerin ihr Gwäxhaus-Publikum. Bild: wro

Das Gwäxhaus in Güttern ist schnell zur Kult-Bühne geworden. Und was da schon an tollen Kultur-Pflanzen gewachsen ist. Das Publikum mag's, die Akteure aber auch.

Vor wenigen Wochen ging die "Paris - New York - Alteiselfing", kurz "PNYA", genannte Sommertournee "Hannes" Ringlstetter in Mühldorf/Inn an den Start. Die Tour führt von Augsburg bis nach München, von Germering bis Rosenheim. Am Sonntagabend gastierte der Künstler samt Band in Güttern. Die Familie Schinner hatte mal wieder zu einem außergewöhnlichen Konzertabend in ihr Gwäxhaus eingeladen.

Die Stimmung war großartig. Als " warm up" und "Vorgruppe" war die niederbayerische Liedermacherin Karin Rabhansl nach Fuchsmühl gereist. Mit Kostproben aus ihrem dritten Album "Anna" punktete die 30-jährige Solosängerin und Gitarristin verdient. Rabhansl freute sich, genoss sichtlich stolz die Sympathien ihrer begeistert applaudierenden Zuhörer. Mit diesem ganz besonderen Ohren-Schmankerl war dem Veranstalter wahrlich ein ganz besonderer Coup gelungen. Um Haaresbreite hätte die Niederbayerin ihrem "Bühnennachfolger" Hannes Ringlstetter (fast) die Schau gestohlen. Jeder Auftritt Rabhansls wurde bejubelt, selbst als sie sich noch einmal dezent auf die Bühne schlich, um fertig aufzuräumen.

Übrigens: Karin Rabhansl wird an Dreikönig kommenden Jahres noch einmal live in Falkenberg zu hören sein. Im "Schwoazhansl" bestreite sie dann ein abendfüllendes Konzert, informierte die sympathische Niederbayerin während eines Pausengesprächs dem Neuen Tag gegenüber.

Dunkel gekleidet und vom Publikum stürmisch bejubelt betrat der eigentliche Stargast des Abends die Gwäxhaus-Bühne. Mit dunkler rauchiger Stimme begrüßte er seine Zuhörer: "Guten Abend, schön dass Ihr da seid." Von der Besucherkulisse und der ungewöhnlichen "Konzerthalle" tief beeindruckt gestand der 46-Jährige: "Da foarst durch die Landschaft und denkst, heut kommt keiner. Und dann sowas."

Ringlstetters Solo-Programme sind ja bekannt für eine Mischung aus Kabarett und Konzert. Im Gwäxhaus erzählte von seiner pubertierenden Jugendzeit, vom Dorfstadel und legendären Landjugend-Plattenpartys. Den Text der damals gespielten Lieder habe er bis heute nicht verstanden, räumte er ein. "Aber das war bei diesen heimatlichen Tanzveranstaltungen sicher auch nicht beabsichtigt", fügte er zwischen den Zeilen hinzu. Und so erfuhr man was "saftl'n" ist und wie man sich dabei fühlt. Warum ein gewisser Reisinger-Sepp zum ungekrönten Discokönig mutierte. Und schließlich auch warum man bei gewissen Gemüsevorspeisen doch eher verhalten zugreifen sollte.

Mit "Bau ma auf, bau ma ab" sollte es los gehen, ironisch mit "Bunga Bunga in Budapest" und einem vergnüglichen Abstecher ins beschauliche Wien startete die anschließende Zeit- und Rundreise. Der musikalische Road-Trip - hinein in Hannes Ringlstetters kabarettistische Liederwelt - wurde dann auch zu einem vergnüglichen Ausflug hinaus ins europäische Ausland, schließlich wieder retour in die tiefste Provinz des Freistaates. Ringlstetter wusste seine Zuhörer mit überraschenden Einlagen auch keck zu begeistern. Das Publikum jubelte und applaudierte.

Draußen im Hinterhof stand der Nightliner. Der Reisebus wartete geduldig auf seine Passagiere. Die jedoch waren noch lange nicht fertig. Der "PNYA - Ringlstetterabend" sollte noch etwas dauern. "Danke für den tollen Abend im Gwäxhaus" war wenige Stunden danach auf Ringlstetters Facebook-Seite zu lesen.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.