Szenen einer "normalen" Ehe

Als "Herbert und Schnipsi" sind sie seit mehr als 30 Jahren bekannt. Mit ihrem aktuellen Programm "Juchhu, glei schmeißt's uns wieder" begeisterten sie im "Gwäxhaus" ein großes Publikum. Bild: wro
Kultur
Fuchsmühl
28.10.2016
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Schwer mit Instrumenten beladen und mit einem fröhlichen "Grüß Gott" kamen sie herein. Man zankte sich, parodierte mit einer gehörigen Portion Selbstironie die Gewohnheiten und natürlich die Macken des Anderen.

"Schnipsi" und "Herbert Haberkorn" heißen im wirklichen Leben Claudia Schlenger und Hanns Meilhamer. Mit ihrem Programm "Juchhu, glei schmeißt's uns wieder" kamen sie ins "Gwäxhaus" nach Güttern bei Fuchsmühl. Das auch im wirklichen Leben verheiratete Komikerpaar tritt seit mehr als 30 Jahren auf den großen und kleinen Bühnen Deutschlands auf.

"Schnipsi", wie nicht anders zu erwarten, zeigte sich im "Gwäxhaus" stets vorwitzig, hatte keine Mühe sich in den Fallstricken des Lebens zu verheddern, um - meist im Streit - klammheimlich im Hintergrund abzutauchen. Erst recht dann, wenn sie nicht mehr weiterwusste. "Wir können nachher gerne weiterstreiten. Merk' Dir aber bitte, wo wir stehen geblieben waren", konterte der Unterlegene genervt. Nicht nur einmal musste die andere bessere Hälfte - ebenfalls keiner Peinlichkeit aus dem Weg gehend - "Schnipsis" Unsinn alleine ausbaden oder "überbrücken", wie "Herbert" dem Publikum weiß machen wollte.

Was weiter folgte, war eine heitere Mischung aus Erklärungsnöten, Vorwürfen und zahlreichen Beispielen, wie man den "normalen" Ehe- und Berufsalltag besser nicht gestalten sollte. Ihre liebe Not hatten die beiden - vor allem aber "Herbert" - mit gekündigten Versicherungsverträgen, fensterlosen Toiletten und nicht funktionierenden Bewegungsmeldern, die stets im unpassendsten Moment versagen. "Suchen Sie mal eine Klopapierrolle im Dunkeln ", beklagte sich Herbert beim ratlos dreinblickenden Publikum.

Eine geraume Zeit lang blieb er auf der Suche nach seinem besten Cognac erfolglos. Bis ihm seine "Schnipsi" kleinlaut beichten musste, dass sie das teure Elixier anlässlich einer Hochzeit verschenkte, ohne ihm aber Bescheid zu sagen. "Die leben doch in Scheidung", erinnerte sich der Betrogene. Die Geschenke sollte man zurückfordern. "Die waren schließlich für den Start ins gemeinsame Leben bestimmt und nicht für eine Trennung." Am Ende blieb ein Scherbenhaufen, mit dem sich nun die "Haberkorns" herumschlagen mussten. Die anderen nämlich - nun ja - die feierten inzwischen längst wieder Versöhnung.

Eigentlich waren die beiden ja nie absichtlich böse zueinander. Herbert passierte es meist eher zufällig, dass er seine "Schnipsi" beleidigte. Dann sagte er zu ihr: "Schnipsi, ich sehe sowieso nur das Schöne an dir" und sie strahlte. Dann erwiderte er: "Weil das andere, das schau ich gar nicht an." Wieder versöhnt turtelten die beiden: "Ich bleib bei Dir und Du bleibst bei mir."

"So einen schönen Raum haben wir nicht alle Tage, gestanden "Herbert und Schnipsi" wieder versöhnt nach ihrer "Wahnsinnsshow". "In so einem schönen Glashaus sind wir noch nicht aufgetreten."
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