Bauarbeiten rund ums Fuchsmühler Markthaus sollen starten
Aus Böhmen kommt der Granit

Nur eine verkürzte und maximal 1,20 Meter hohe Stützmauer entsteht im unteren Bereich des Markthauses. Die Fläche vor dem Markthaus soll mit gesägten Granitsteinen gepflastert werden. Bild: jr
Lokales
Fuchsmühl
23.09.2014
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Das Ziel ist ehrgeizig. Noch heuer sollen die Bauarbeiten rund ums Fuchsmühler Markthaus starten. Bürgermeister Wolfgang Braun: "Jetzt müssen wir nur noch die Denkmalschutzbehörde überzeugen, dass böhmischer Granit der beste für die Außenanlagen ist."

Bürgermeister und Marktrat ist es wichtig, rasch loslegen zu können. Denn die Bauarbeiten im Außenbereich des Markthauses sollen im Frühjahr 2015 abgeschlossen werden.

In der Diskussion im Marktrat erinnerte Wolfgang Braun an einen Bescheid des Landratsamtes vom 14. August. Demzufolge seien großformatige Platten nicht zulässig. Die Folge: komplett umplanen. Weiter wurde empfohlen, die Stützmauer zu verkürzen und eine Wasserfläche komplett aus dem Plan zu streichen. Die Regierung der Oberpfalz schloss sich dieser Position an und forderte zusätzlich eine Grünplanung.

Kreisfachberater Harald Schlöger hat diese dankenswerter Weise erstellt, informierte der Bürgermeister. Nachdem nun die Entwürfe überarbeitet wurden, habe sich Baudirektorin Regina Harrer (Regierung der Oberpfalz) mit den Planungen einverstanden gezeigt. Sie habe auch einen vorzeitigen Baubeginn zugesichert.

Rainer Bleistein (SPD) wunderte sich über die Vorgaben der Behörden: "Wir wollten doch einen barrierefreien Zugang. Das wird mit kleinformatigen Pflastersteinen sicher nicht einfach." Markus Troesch (CSU) nannte die Auflagen des Denkmalschutzamtes total überzogen. Ernst Tippmann, Geschäftsleiter der Gemeinde, machte deutlich: "Diese Auflagen sind zwingend einzuhalten. Wenn wir sie nicht beachten, setzen wir die Förderung aufs Spiel."

Wolfgang Braun verdeutlichte: "Grundsätzlich handelt es sich um Empfehlungen. Wir verzichten auf die Wasserfläche, um Kosten zu minimieren." Braun sprach sich für Granitsteine (gesägt) aus, die mit Rollstühlen befahren werden könnten. Anna Koller (Freie Wähler) erinnerte an den einstimmigen Beschluss, großflächige Platten einzubauen und setzte hinzu: "Warum asphaltieren wir nicht gleich die komplette Außenanlage?"

Der Bürgermeister warb für die neuen Planungen, zumal sie mit den Behörden abgestimmt seien. Udo Fürst (SPD) wurde deutlich: "Damit bestätigt die Denkmalbehörde ihren Ruf, fern von der Realität zu sein. Wir müssen zustimmen, wir haben gar keine andere Chance."

Photovoltaik

Markus Troesch unterstützte Udo Fürst bei seiner Ansicht und forderte jetzt zusätzlich, dass die geplante Photovoltaikanlage auf dem Heizhaus im Gegenzug genehmigt werden müsse. "Die Denkmalschutzbehörde darf sich dem Gemeinwohl nicht ganz verschließen." Bürgermeister Wolfgang Braun wusste aber: "Der Auftrag zum Dachdecken am Heizhaus ist vergeben. Sollte jetzt doch noch eine Photovoltaikanlage aufs Dach kommen, haben wir 6000 Euro für die Dacheindeckung zu viel ausgegeben." Am Ende der Diskussion verständigte sich der Marktrat auf die neue Planung. Anstatt des zunächst vorgesehenen Flossenbürger Granits wollen die Markträte böhmischen Granit verlegen lassen. "Der ist billiger und widerstandsfähiger", versicherte Bürgermeister Braun. Architekt Stefan Wolf bezifferte die Gesamtkosten für die Außenanlagen mit 626 000 Euro.
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