"Deutsch ist leichter als Arabisch"

Nach der Übergabe der Zertifikate gruppierten sich die syrischen Teilnehmer des Integrationskurses zum Erinnerungsfoto. Mit im Bild Angelika Schraml (links) von der VHS Tirschenreuth, Ilona Bergauer (Zweite von links) von der Agentur für Arbeit, Gerhard Braun (Siebter von links) von der Agentur für Arbeit, Iwona Schultes (Achte von links) von der VHS, Hannelore Bienlein-Holl (14. von links, Arbeitskreis "Integration für Flüchtlinge"), daneben Bürgermeister Wolfgang Braun (Fuchsmühl), Kursleiterin Angelika K
Lokales
Fuchsmühl
24.07.2015
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960 Unterrichtsstunden lang drückten 22 Erwachsene noch einmal die Schulbank, um eine ihnen fremde Sprache zu lernen. Nun feierten die Syrer, die seit rund einem Jahr in Fuchsmühl leben, den Abschluss ihres Integrationskurses.

Auch das Kennenlernen der Kultur des Gastlandes bildete einen Kern der anstrengenden Unterrichtstage. Die Fuchsmühler nahmen die Kriegsflüchtlinge freundlich auf. Und so fühlen sie sich wohl in der kleinen Steinwaldgemeinde, genießen die schöne Landschaft und die friedvolle Umgebung.

Einer von ihnen war Taxifahrer, ein anderer Lehrer, eine Frau Krankenschwester. Die syrischen Mitbürger haben sich gut eingelebt und sind von der Bevölkerung mehr als nur akzeptiert. Die Sprache des Gastgebers zu erlernen war für die Flüchtlinge selbstverständlich. Allen hat es Spaß gemacht. "Deutsch lernen ist leichter als Arabisch", berichtet einer der jungen Schüler schmunzelnd. Man sieht es ihm an, dass er stolz darauf ist, das Zeugnis in Händen halten zu dürfen.

Dank an Bürgermeister

Der Integrationskurs in Fuchsmühl war ein Novum. Sonst nämlich treffen sich die "Schüler" dazu in den Räumen der Volkshochschule im Tirschenreuther Landratsamt. Dass der Kurs vor Ort stattfinden konnte, war alles andere als selbstverständlich und der Gemeinde Fuchsmühl zu verdanken. Bürgermeister Wolfgang Braun hatte früh seine Unterstützung angeboten und schnell geeignete Räume gefunden. "Seit 2005 bietet die VHS Tirschenreuth Integrations- und Orientierungskurse für Migranten, Spätaussiedler und Flüchtlinge an", berichtet Iwona Schultes, die die Betreuung der syrischen Kursteilnehmer übernommen hatte. Iwona Schultes wohnt auch in Fuchsmühl. "Acht unserer Teilnehmer haben das Zertifikat B1 erreichen können. Damit können die Besucher des Sprachkurses auch die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen", so Iwona Schultes im Gespräch mit unserer Zeitung. "Den weiteren Teilnehmern werden zusätzliche Aufbaukurse angeboten. Sie können ihre sprachlichen Kenntnisse weiter verbessern", erläutert die VHS-Mitarbeiterin.

"Ohne Probleme und sehr rasch haben unsere Kursteilnehmer so manche Hürde genommen. Neu waren die ungewohnte Schreibrichtung von links nach rechts, aber auch die fremden Buchstaben und Sonderzeichen. Aber unsere Schüler haben auch diese Probleme meisterhaft bewältigt", bestätigt VHS-Leiterin Angelika Schraml.

Bei einem kleinen Empfang überreichten Landrat Wolfgang Lippert, Bürgermeister Wolfgang Braun, Kursleiterin Angelika Kennedy und Kursbetreuerin Iwona Schultes nun die Zertifizierungsurkunden an die erfolgreichen Teilnehmer. Ein besonderer Dank galt dabei Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun für sein Engagement zur beispielhaften Integration der in Fuchsmühl lebenden Flüchtlinge aus den syrischen Krisengebieten.

Heute Freundschaftsfest

An diesem Samstag steigt nun das erste deutsch-syrische Freundschaftsfest. Bürgermeister Wolfgang Braun sowie der Arbeitskreis "Integration für Flüchtlinge" laden dazu die gesamte Bevölkerung ein. Das Fest beginnt um 15 Uhr beim Fuchsmühler Waldbadeweiher. Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt. Ein Shuttlebusservice steht ab 14.30 Uhr beim Hochhaus bereit.
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