Geschichte erlebbar machen

Das historische Schloss ist untrennbar mit der Geschichte Fuchsmühls verbunden. Heute sind die Gebäude in Privathand. Die ehemaligen Ökonomiegebäude gehören der Marktgemeinde Fuchsmühl. Repro: wro
Lokales
Fuchsmühl
08.09.2015
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Mit mehr als nur einem historischen Zeugnis wartet Fuchsmühl am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals auf. Zahlreiche Helfer sorgen für die Bewirtung der interessierten Besucher.

Mit dem ehemaligen Zollerschen Lehensgut, dem heutigem Schlosshotel, mit dem Kriegerdenkmal in Güttern und dem historischen Pechofen präsentieren der Heimatkundliche Arbeitskreis um Erich Schraml und die Dorfgemeinschaft Güttern um Sprecherin Helga Müller gleich drei Fuchsmühler Baudenkmäler. Das Ziel: Geschichte erlebbar machen. Eng mit der Historie Fuchsmühls verbunden ist das Schloss am östlichen Ortsrand. Freiherr von Zoller und sein gleichnamiges Lehensgut spielten bei der Holzschlacht 1894 eine nicht unwesentliche Rolle im blutigen Zank um das Recht am Holz.

Wasserschloss

Die erste urkundliche Erwähnung eines Teilortes der heutigen Gemeinde Fuchsmühl findet sich 1259. Eine Kaufurkunde aus der Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg weist auf ein Wasserschloss hin. In einer "Ordentlichen Beschreibung des Mannlehen Guths Fuchsßmühl" (kein Schreibfehler) aus dem Jahr 1777 heißt es: "... bestehet das Castrum (Schlosskomplex) zu Fuchsmühl in einem gemauerten Schloss, welches der Weiher umfangt, worinnen 5 Stuben, Kammern, Gewölbe und Getreidboden, bei solchen befindet sich die Schloss Capelle zur Maria Erfreuung."

Das deutet darauf hin, dass zu dieser Zeit das neue Herrenhaus noch nicht erbaut war, da die Schlosskapelle als neben dem Schloss bezeichnet wird. Nach dem Zweiten Weltkrieg veräußerte man den Schlosskomplex stückweise. Heute sind die Gebäude in Privatbesitz, ein Teil wird als Hotel genutzt. Die westlich angrenzenden, ehemaligen Ökonomiegebäude gehören der Gemeinde Fuchsmühl.

1570 ließ Christoph Adam von Trautenberg neben dem Schlossbau eine Kapelle errichten. In den Jahren 1578 und 1580 fand die große kurpfälzische Landesvisitation der Pfarreien statt. Zur Kirche in Fuchsmühl (damit war die Schlosskapelle gemeint) wurde festgestellt: "Vorhanden ist ein Altar ohne Tafel, ohne Bilder, ohne Taufstein. Nach den Angaben des Pfarrers wäre auch kein Kruzifix vorhanden. Man tauft mit einem Becken auf einem Tischlein. Das Begräbnis wäre zu Wiesau."

Bis ungefähr 1955 wurde in der Kapelle noch Gottesdienst gehalten. Dann verkaufte der damalige Schlossbesitzer Freiherr von Zoller das gesamte Inventar nach Südbayern. Heute sind nur mehr die Deckenfresken zu sehen, ein eingemauerter Grabstein, ein Nepomukmotiv, einige Wandtafeln und das große Froschheimwappen über der ehemaligen Empore, informiert Erich Schraml vom Heimatkundlichen Arbeitskreis. "Wir haben zum Denkmalstag eine ausführliche Beschreibung des Schlosses mit seiner Kapelle zusammengestellt."

Kriegerdenkmal

"Warum Güttern neben Fuchsmühl ein eigenes Kriegerdenkmal hat, können wir heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Sicher war es den Leuten hier im Ort ein Bedürfnis, für die insgesamt 22 Opfer beider Weltkriege einen besonderen Ort des Gedenkens zu schaffen", sagt Dorfsprecherin Helga Müller, die sich gemeinsam mit den Mitbewohnern um das markante, auf einem Hügel an der Straße stehende Kriegerdenkmal kümmert. Sie hat in einem Album historische Fotos gesammelt. "Das Kriegerdenkmal gab es ja schon vor der Erweiterung 1955. Alljährlich findet zum Gedenken an die Weltkriegsgefallenen dort auch eine kleine Andacht statt." Helga Müller: "Am 7. August 1955 war Einweihung des bereits vor dem Zweiten Weltkrieg errichteten und dann erweiterten Mahnmals. Mit dieser Einweihung verbunden war ein großes Waldfest.

Davon gibt es auch noch reichlich Bilder." Müller berichtet weiter: "Vor zehn Jahren, also beim 50. Geburtstag des Denkmals, setzte sich der kleine Ort Güttern mit dem leider viel zu früh verstorbenen Heimatdichter Theo Schaumberger zusammen um ein Fest auf die Beine zu stellen. Auch die damaligen Festdamen und -burschen waren eingeladen. Den Festzug begleitete ein Spielmannszug. Wir erinnern uns noch heute sehr gerne an diesen ganz besonderen Tag und wir sind stolz auf unser Denkmal zu Ehren unserer Gefallenen." Eine kleine Auswahl der von Helga Müller gesammelten Bilder ist am Tag des offenen Denkmals auf Schautafeln beim Kriegerdenkmal zu sehen. Begleitend hat die Dorfgemeinschaft von 10 bis 19 Uhr ein kleines Fest mit Zelt organisiert. Es gibt Kaffee und Kuchen und kleine Brotzeiten.
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