Hoffen auf ein Leben ohne Hass und Gewalt

Rund 50 Interessierte hörten am Mittwochabend den Vortrag "Der Nahe Osten - Was wird aus Syrien und dem Irak?". Hannelore Bienlein-Holl vom Arbeitskreis "Integration für Flüchtlinge" dankte dabei Bürgermeister Wolfgang Braun (links) und den vielen Bürgern, "die immer ein offenes Ohr und eine offene Hand haben". Bild hd
Lokales
Fuchsmühl
23.10.2014
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Mehr als 3,2 Millionen Menschen haben wegen des Bürgerkrieges bereits Syrien verlassen. Sieben Familien mit 49 Personen haben in Fuchsmühl eine neue Heimat gefunden. Warum sie geflüchtet sind, analysierte der Nahost-Experte Henrick Meyer.

"Es geht nicht, dass wir zuschauen, wenn sich die Menschen im Nahen Osten die Köpfe einschlagen." Einer der Kernsätze im Vortrag von Henrik Meyer. Der Referent der Friedrich-Ebert-Stiftung sprach am Mittwochabend auf Einladung des Arbeitskreises "Integration für Flüchtlinge" im Gasthof "Weißenstein". Er zeigte Hintergründe der Konflikte auf und verglich die Folgen der "Katastrophe in Syrien" mit dem Völkermord in Ruanda. Etwa 50 Besucher, darunter auch einige der Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien, die seit Mitte des Jahres in Fuchsmühl wohnen, hörten eine tiefgreifende Analyse. Kritisch bewertete der Syrien-Kenner das Thema Waffenlieferungen. Gefordert sei die Politik, so Henrik Meyer. Morden und Flucht müssten ein Ende haben. Auch mit Blick auf die anwesenden Flüchtlinge sagte er: "Wir können es uns nicht leisten nichts zu tun." Der Referent unterstrich: "Die diplomatischen Mittel sind sicher noch nicht ausgeschöpft."

Er räumte ein: "Die syrische Politik ist schwer zu verstehen." Auch wenn einige Menschen unter dem Assad-Regime wohl einigermaßen zurecht kamen, "war es eine unmenschliche Diktatur; es gab Massaker und viele politische Häftlinge". Auf Nachfrage aus dem Publikum und dem Hinweis auf die unterschiedlichen Glaubensrichtungen verdeutlichte Henrik Meyer: "Was in Syrien passiert, hat keine religiösen, sondern politische Gründe."

Hannelore Bienlein-Holl vom Arbeitskreis "Integration für Flüchtlinge" und Harald Zintl vom Regionalbüro Regensburg der Friedrich-Ebert-Stiftung hatten in den Vortrag eingeführt. Dabei hoffte die Arbeitskreis-Sprecherin, dass in Syrien bald Frieden einkehrt und ein Leben ohne Hass und Gewalt möglich wird. Bienlein-Holl begrüßte die Flüchtlinge im Saal auf Syrisch und informierte kurz über die vielfältige Unterstützung durch den Arbeitskreis.

Dank sagte sie allen Helfern. Besonders freute sich Hannelore Bienlein-Holl, wie schnell vor allem die Kinder Deutsch lernen. Die Zuhörer bat sie: "Wenn Sie gute Ideen haben, lassen Sie es uns wissen. Noch besser: Arbeiten Sie mit." Bürgermeister Wolfgang Braun dankte dem Arbeitskreis mit Hannelore Bienlein-Holl an der Spitze für die bisherige Arbeit und stellte fest: "Wir wollen nicht bemuttern, sondern das Eingewöhnen erleichtern."
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