"Ich werde vieles vermissen"

Die Wallfahrtskirche "Maria Hilf" war beim Abschiedsgottesdienst von Pfarrer Varghese Kanjamala voll besetzt. Mit dabei war auch ein Großteil der Ministranten. Bild: jr
Lokales
Fuchsmühl
24.08.2015
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Mehrmals stocke seine Stimme, als er zu Beginn des Festgottesdienstes eine persönliche Erklärung abgab. In der voll besetzten Wallfahrtskirche "Maria Hilf" nahm Pfarrer Varghese Kanjamala Abschied von der Pfarreiengemeinschaft.

"Als ob es so einfach wäre, Vertrautes zurückzulassen. Vieles werde ich vermissen, was mir ans Herz gewachsen ist. Ich will diese fast 20 Jahre in Deutschland nicht missen, sie gehören zu meiner Lebensgeschichte. Aber allem Anfang wohnt auch ein Zauber inne und der ist voller Hoffnung", sagte Pfarrer Varghese Kanjamala in seiner bewegenden Ansprache. Er wird in seiner Heimat Indien nun eine neue Aufgabe übernehmen.

Priester seit 25 Jahren

Schon der Einzug ins Gotteshaus war etwas Besonderes, denn mit dabei war ein Großteil der Ministranten, was ein festliches Bild ergab. Gleich zu Beginn seiner Ansprache dankte Pfarrer Kanjamala allen, die ihn in den vergangenen fünf Jahren in Fuchsmühl und Friedenfels begleitet haben. "Vor 25 Jahren wurde ich zum Priester geweiht. Gut 19 Jahre davon war ich Seelsorger im Bistum Regensburg", erinnerte der Geistliche und verhehlte nicht, dass jeder Aufbruch zunächst einmal Angst mache, denn man breche mit Altem und Vertrautem. "Während wir aufbrechen, wissen wir noch nicht, was auf uns zukommt. Das Unbekannte erzeugt in uns ein Gefühl von Angst. Aber wer nicht immer wieder neu aufbricht, dessen Leben erstarrt", so Pfarrer Varghese Kanjamala.

"Es war eine tolle Zeit"

"Es war eine tolle Zeit. Ich habe immer versucht, Ihnen und ganz besonders den Kindern und Jugendlichen den Glauben näher zu bringen. Wir Christen sind die einzigen, die daran glauben, dass Gott Mensch und einer von uns geworden ist." Pfarrer Kanjamala betonte, dass er hier viele beglückende Stunden habe erleben dürfen. "Ich durfte als Seelsorger Mitmenschen helfen, ihnen beistehen, sie aufrichten, trösten und begleiten. Ich musste auch so manche schmerzliche Erfahrung machen, aber ich bin daran gewachsen."

Wie eine Busfahrt

In seiner Predigt verglich er seine Stationen in Deutschland mit einer Omnibusfahrt, wobei er sich als Fahrer und den Kaplan als Beifahrer bezeichnete. Menschen seien ein- und ausgestiegen, einige im Bus seien sich fremd gewesen. "Ich habe als Kirchenbusfahrer immer versucht, alle mitzunehmen, keiner sollte abgehängt werden." Pfarrer Kanjamala sprach von einer wahrhaft bewegten Fahrt in den vergangenen fünf Jahren in Fuchsmühl und Friedenfels. "Aber es war ein Omnibus für alle." Trotz einiger kleiner Kratzer sei es eine schöne Fahrt gewesen. "Ich konnte meinen Dienst als Pfarrer und Busfahrer von Fuchsmühl und Friedenfels tun, weil Jesus mir letztlich Kraft gegeben hat. Ich danke für eure Geduld, eure Herzen, eure Gebete und eure Freundschaft. Vergelt's Gott".

Im Anschluss an den fast 90-minütigen Dank- und Abschiedsgottesdienst, den der Kirchenchor unter der Regie von Organist Hubert Köhler bereicherte, folgte ein Empfang im Jugendheim.(Bericht folgt)
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