Investieren ohne Gang zur Bank

Lokales
Fuchsmühl
23.03.2015
3
0

Die Gemeinde Fuchsmühl investiert heuer fast 600 000 Euro, kommt aber ohne neue Schulden aus. Wie das gelingt, erläuterte der Bürgermeister am Freitagabend. Den Haushalt 2015 verabschiedeten die Markträte einstimmig.

Bürgermeister Wolfgang Braun sprach mit Blick auf den Verwaltungshaushalt von einem moderaten und sparsamen Kurs. Die freiwilligen Leistungen (Senkung um 15 513 Euro auf 33 269 Euro) "bewegen sich in einem vernünftigen Verhältnis zu den großen Ausgabeblöcken".

Braun plädierte in der Haushaltsrede für weitere Investitionen, um die Gemeinde zukunftssicher zu machen. "Wir dürfen über den demografischen Wandel nicht nur jammern, sondern müssen aktiv dafür sorgen, die Ursachen zu bekämpfen. Wenn uns das gelingt, bin ich überzeugt, dass sich alles in 15 bis 20 Jahren zu unseren Gunsten wenden wird." Standort- und Strukturpolitik präge den Haushalt 2015. Es sei wichtig, ein positives Lebensumfeld zu schaffen. Die Schwerpunkte der Investitionen in diesem Jahr: Fertigstellung der Markthaus-Außenanlagen und Erneuerung der Carl-Ulrich-Straße.

Die wirtschaftliche Struktur der Gemeinde habe mit dem Markthaus weiter verbessert werden können, wobei Braun deutlich auf die Förderung der Umbau- und Sanierungskosten hinwies. Beim Dorfladen könne jeder stiller Teilhaber werden und "seinen Teil zur Sicherung der örtlichen Nahversorgung leisten". Mit Zahnarztpraxis, Metzgerfiliale, den Geschäftsstellen von Naturpark Steinwald und Bund Naturschutz sowie einer behindertengerechten Wohnung sei das Haus voll belegt.

Schulden sinken

Nach teils erheblichen Kreditaufnahmen in den Vorjahren (490 000 Euro in 2014, 150 000 Euro in 2013 und 250 000 Euro in 2012) seien in diesem Jahr keine neuen Schulden geplant. "Die Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt beträgt heuer 271 952 Euro." Die Schulden sinken von 3,9 Millionen Euro (2014) auf 3,7 Millionen Euro. Dem stehe ein Vermögen von rund 6,6 Millionen Euro gegenüber.

Bedingt durch die Forderungen des Konsolidierungskonzepts müsse die Grundsteuer A von 320 auf 360 Prozent steigen, was effektiv aber nur 12,5 Prozent ausmache, so der Bürgermeister. Die Grundsteuer B erhöht Fuchsmühl von 300 auf 340 Prozent (effektiv 13,33 Prozent), die Gewerbesteuer von 320 auf 335 Prozent (effektiv 3,125 Prozent). Wolfgang Brauns Fazit zur Finanzplanung: "Die Leistungsfähigkeit der Marktgemeinde Fuchsmühl ist in den Jahren 2015 bis 2018 in keinster Weise gefährdet. Der Gemeinderatsbeschluss 2014 zur Stabilisierungshilfe und das damit verbundene Konsolidierungskonzept bietet die Möglichkeit von Sondertilgungen. Der geforderte Schuldenabbau ist somit eingeleitet." Die finanzielle und wirtschaftliche Situation des Marktes Fuchsmühl sei nicht so negativ, wie sie manchmal dargestellt werde. Braun schloss: "Die Investitionen in den zurückliegenden Jahren waren erheblich, standen aber auch in direkter Verbindung mit den Pflichtaufgaben der Gemeinde und der Weiterentwicklung des Ortes."

Nachhaltige Investitionen

Dem pflichtete CSU-Fraktionssprecher Markus Troesch gerne bei. "Der Haushalt ist absolut solide." Troesch lobte das "gute Wirtschaften der Verwaltung". Wichtig war ihm: "Die Pro-Kopf-Verschuldung ist nicht ausschlaggebend für die Leistungsfähigkeit einer Gemeinde." Denn den Schulden stünden zukunftsträchtige Investitionen gegenüber. Der Fraktionsvorsitzende verwies auf die hohe Zuführung zum Vermögenshaushalt und war sich sicher: "Wir sind auf einem sehr guten Weg - auch dank der Stabilisierungshilfe."

Troesch, aber auch SPD-Fraktionssprecher Udo Fürst lobten die Arbeit von Kämmerer Lothar Ernstberger. Fürst: "Ein nachvollziehbares, schlüssiges Konzept." Der Haushalt sei in vielerlei Hinsicht positiv zu bewerten. Udo Fürst nannte hier besonders die relativ hohe Rücklage, "keine neuen Kredite". Aber es gebe auch stattliche Schulden. Der Preis für die Stabilisierungshilfe sei die Erhöhung der Hebesätze für Grundsteuern und Gewerbesteuer. Klar sein müsse: "Sparen ist in den kommenden Jahren Pflicht." Der Straßenausbau aber müsse angepackt werden. Der SPD-Sprecher formulierte: "Wir sagen ja zum Haushalt, ja zum Nötigen und ja zum Vernünftigen."

Schmerzhaft

"Wir haben Bauchschmerzen bei der Pro-Kopf-Verschuldung", bekannte Anna Koller für die Freien Wähler. Immerhin betrage die in Fuchsmühl das Dreifache des Landesdurchschnitts. Natürlich sei positiv zu werten, dass der Haushalt 2015 ohne neue Kredite auskomme. Die Erhöhung der Grundsteuern sei schmerzhaft. "Dennoch stimmen wir dem Haushalt zu."
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.