Kabarettabend mit der "Couplet AG" begeistert mit Wortwitz und hintersinnigen Liedern im ...
Sprachperlen kullern ins Volk

Vor Spott war auch das Publikum nicht sicher. Die "Couplet AG" spendierte, passend zum Programm, "Perlen für das Volk". Bild: wro
Lokales
Fuchsmühl
27.10.2015
9
0
Darf man eigentlich immer alles und fast jeden ungestraft durch den Kakao ziehen? Und was soll das überhaupt sein, ein Couplet? Also: Ersteres ist freilich erlaubt. Wenigstens bis hinab zur Gürtellinie. Und Letzteres kann man leicht im Lexikon nachschauen - oder auf der Bühne erleben. An scherzhaft-satirischen Strophen mit politischen und pikanten Inhalten mangelte es am Freitag nicht.

Bernhard ("Berni") Filser, Jürgen Kirner, Bernhard Gruber und Bianca Bachmann gastierten mit ihrer "Couplet AG" im "Gwäxhaus" Schinner. Das zahlreiche Publikum war begeistert und forderte Zugaben, schwer beeindruckt vom Wortwitz und vom Ideenreichtum der vier Musiker und Kabarettisten aus München.

Das neue Programm "Perlen für das Volk", ein Gruß von den Münchner "Vorstadt-Brettln", war auf alle Fälle den Eintrittspreis wert. Nichts war dem Viererkleeblatt da droben auf der längst schon bewährten "Gwäxhaus"-Bühne heilig. So streute die AG munter und völlig ungestraft ihre vielen "Glücksperlen" reichlichst unter das Volk. Da wurden nicht nur Klischees bemüht und bislang geschützte Denkmäler gnadenlos vom Sockel gestürzt.

"Überspielerfrau"

Oft war der Wortwitz dermaßen zweideutig, dass die Zuhörer schon ein wenig schlucken und verdauen mussten. Dass da Promis wie Merkel, Seehofer, Söder oder auch Legenden wie Franz Beckenbauer & Co. ungeschoren davonkommen sollten, war eh nicht zu erwarten. Zugegeben, die Angesprochenen suchte man im "Gwäxhaus" vergeblich, aber auch sie hätten vielleicht ihre helle Freude an der munteren Frotzelei gehabt.Die Mitglieder der "Couplet AG" machten aus ihren Herzen keine Mördergrube. Die gesellschaftliche Bestandsaufnahme glich einer schonungslosen Jahresinventur.

Da kamen die Münchner "Löwen", der FC Bayern München und die Spielerfrauen auf den Prüfstand: "Ich bin blond, ich bin schlau, bin die Überspielerfrau!" Bianca Bachmann, die Dame im Quartett, wusste natürlich, was man unter einem Wechselspieler versteht, und zeigte "millionenstarkes" Verständnis für die geldigen Spieler(un)talente. Zwischendrin bot die "Couplet AG" Patenschaften für bedürftige Beamte an. Vor allem unterm Weihnachtsbaum seien Politessen und Finanzbeamte sehr gefragt. Noch was: Die beste Leberkässemmel gebe es beim Türken in Wurmannsquick. Und dass da einige Vorortkinder wie ein Ei dem andern gleichen, das sei wem zu verdanken? Aber nein, das wird jetzt nicht verraten.

Freilich waren auch die Gäste aus Fuchsmühl und der Region selber den feinen Nadelstichen der fast pausenlos agierenden Protagonisten ausgesetzt. Die Zuschauer steckten die nett gemeinten Prügelattacken gerne ein und genossen die Spaß-Kanonaden widerspruchslos. Schließlich ist wie beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg eine Nichterwähnung die Höchststrafe.

Pfarrer und Rotlichtkönig

Zum "Running Gag" wurde der beliebte Pausenfüller aus dem Bayerischen Fernsehen. Ein gruseliger Totengräber, der liebe Pfarrer oder auch der Rotlichtkönig, jeder hatte fleißig sein Sprüchlein gelernt: "Ich bin der ... und da bin i dahoam." Fazit: "Perlen für das Volk", das mittlerweile zwölfte Programm der "Couplet AG", war ein Riesenerfolg auch im Stiftland. Die Familie Schinner tat gut daran, ihr "Gwäxhaus" wieder einmal dem großen Publikum zu öffnen. Man darf bereits auf das Programm 2016 gespannt sein.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.