Kämpfer für die Demokratie

Der Fuchsmühler Kirchenchor übernahm die musikalische Umrahmung der Gedenkfeier in der Mehrzweckhalle. Dabei erklang das "Fuchsmühler Heimatlied" und zum Abschluss die Bayernhymne. Bild: wg
Lokales
Fuchsmühl
22.10.2014
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"Sie haben ihr Leben riskiert für ihre Familien, für ihre Rechte", würdigte Bundestagsabgeordneter Reiner Meier die Männer und Frauen, die vor 120 Jahren mutig aufbegehrten. Die Holzschlacht sei ein Schritt zur Demokratie in Bayern gewesen.

"Wir wollen in würdiger Weise gedenken", eröffnete Bürgermeister Wolfgang Braun den Festakt zum Holzschlacht-Jubiläum. Die traurigen Ereignisse in der Schrammlohe hätten Fuchsmühl über die Region hinaus bekannt gemacht und auch eine neue gesellschaftliche Entwicklung in Bayern eingeleitet.

Abgeordneter Reiner Meier überbrachte auch die Grüße von Landrat Wolfgang Lippert. "Die Fuchsmühler kämpften um ihr Recht, weiter Holz schlagen zu dürfen." Der Widerstand habe viel Mut gekostet. Dazu könne man Fuchsmühl 120 Jahre später gratulieren. Fuchsmühler Bauern hätten sich für Demokratie eingesetzt, "als Bayern noch recht weit davon entfernt war".

Betriebsleiter Eckhard Deutschländer vom Augsburger Forst machte sich seine Gedanken, wie es überhaupt zur Holzschlacht kommen konnte: Lag es am Baron von Zoller, dem Förster Grassmann, dem Bezirksamtmann Wall oder dem Militär? Haben die Fuchsmühler provozierend nachgeholfen? "Es handelt sich um fahrlässig in Kauf genommene Eskalation durch die Hoheit, durch fehlendes Fingerspitzengefühl." Dank sagte er der Laienspielgruppe für die hervorragende Aufarbeitung der geschichtlichen Ereignisse.

In den Festakt eingebunden war eine Buchvorstellung: "Georg Heim - Bauerngeneral und Genossenschaftler". Verfasst hat die Biografie Dr. Alfred Wolfsteiner aus Schwandorf. Ein Buch über einen der populärsten Politiker der Prinzregentenzeit und der Weimarer Republik. Georg Heim (1865 - 1938) war ein streitbarer Politiker, der fast 40 Jahre lang maßgeblich die bayerische und die Reichspolitik mitbestimmte: als Abgeordneter, Agrar- und Sozialpolitiker, Genossenschaftler, Journalist und Parteiengründer. Er war ebenso umstritten wie geliebt und gehasst.

Büchertisch

An einem großen Büchertisch in der Mehrzweckhalle gab es neben der druckfrischen Biografie über den "Bauerngeneral" auch zahlreiche Werke und Veröffentlichungen über die Oberpfalz.
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