Mehr als paar Semmeln kaufen

Mit rund 30 Zuhörern relativ gut besucht war die Bürgerversammlung. Bild: wro
Lokales
Fuchsmühl
16.11.2015
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Bürgermeister Wolfgang Braun redet auch bei Bürgerversammlungen nicht gerne um den heißen Brei herum: "Schlaue Sprüche helfen uns nicht weiter. Nur durch eine gemeinsame Mitarbeit und Unterstützung kann der Dorfladen bestehen."

Braun warb um noch mehr Beistand für das Projekt. Da reiche es halt nicht, im Laden nur die gewohnte Schachtel Zigaretten, die morgendliche Zeitung und ein paar Semmeln zu kaufen. Verglichen mit Discountern sei der Dorfladen freilich etwas teurer, dessen sei er sich schon bewusst. "Ohne das Markthaus aber hätten wir hier im Ort nicht einmal mehr einen Metzger", verdeutlichte der Bürgermeister.

Den Dorfladen sah er noch in einer Entwicklungsphase: "Wir haben unser Sortiment angepasst, die Öffnungszeiten den Kundenwünschen entsprechend geändert." Die Rückmeldungen seien positiv. Etwas enttäuscht zeigte er sich jedoch vom spärlichen Rücklauf der Fragebogenaktion: "Von 650 Bögen sind gerade mal 75 ausgefüllt zurückgekommen", stellte Braun ernüchtert fest.

Dass sich der Dorfladen relativ gut entwickle, sei dennoch nicht von der Hand zu weisen. Erfreulich sei auch, dass mit dem neuen Dorfcafé ein beliebter Treffpunkt entstanden sei. Gastwirt Markus Ulrich zeigte sich kollegial in der Bürgerversammlung: Er wünschte dem Dorfladen und dem neuen Café, das er nicht als Konkurrenz, sondern als zusätzliches Angebot im Ort sehe, eine positive Entwicklung.

Anonyme Pappschilder

Die Versammlung im Gasthof Weissenstein war mit rund 30 interessierten Bürgern relativ gut besucht, stellte Braun fest. Der Bürgermeister legte ein großes Zahlenwerk vor und bemerkte: "Die Gemeinde wirtschaftet positiv." Dafür stellte er seinen Mitarbeitern ein hervorragendes Zeugnis aus: Nur mit einem guten Team seien die gestellten Aufgaben und Probleme lösbar. Solch ein gut arbeitendes Team sei in Fuchsmühl vorhanden. Die jüngst beschlossene Verkehrsregelung an der Carl-Ulrich-Straße scheint nicht jedermann in den Kram zu passen. "Freie Fahrt für freie Bürger" forderte in den vergangenen Tagen ein aufgebrachter, anonymer "Wutbürger". Die handgeschriebenen Papptafeln an der neuen Einbahnstraße wurden von den Bauhofleuten inzwischen aber wieder entfernt, informierte Wolfgang Braun. "Solche Regelungen entscheidet nicht der Bürgermeister, sondern der Gemeinderat." Es sei die Pflicht des Gemeinderates, eine kostengünstige Lösung zu suchen. Diese sei in Abstimmung mit den Anliegern dann auch umgesetzt worden. Anonyme Unmutsäußerungen auf Pappschildern brächten aber keine Lösung.

"Wer Fragen oder Probleme hat, der soll doch bitte mich oder die Gemeinderäte direkt ansprechen." Vorausblickend auf die kommenden Jahreszeit rechtfertigte Braun den Beschluss: "Die Gemeinde hat richtig gehandelt, die rechtzeitige Straßenabsicherung war wichtig. Vor allem aber haben wir an die Anlieger gedacht, die die Kosten schließlich mitzutragen haben." Dass man obendrein auch noch Kritik am neuen Verkehrsspiegel übe, war dann schon fast wieder Nebensache: "Jedem Herren recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann", kommentierte der Rathauschef die aktuellen Zankäpfel in der Gemeinde.

Abschnittsweise sanieren

Warum die Carl-Ulrich-Straße nur abschnittsweise saniert wird, erklärte der Bürgermeister so: "Wir können nur das Geld ausgeben, das wir auch haben." Ob die Wasserleitungen dort nun tatsächlich aus Asbest oder einem anderen Material sind und ob die Arbeiten dann auch wirklich nötig sind, konnte nicht geklärt werden. Bürgermeister Braun jedoch versprach: "Wir werden niemanden über den Tisch ziehen. Wir schaffen Lösungen, die jedem gerecht werden."
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