Neues Leben in alten Mauern

Damit am 27. März das Schlosshotel Fuchsmühl mit 18 Zimmern (Übernachtung mit Frühstück) starten kann, müssen die Handwerker noch kräftig ranklotzen. Geschäftsführer Bernd Artinger (links) und Hannelore Bienlein-Holl (rechts) informieren sich regelmäßig über die Fortschritte und helfen, wenn es irgendwo "hakt". Bild: hd
Lokales
Fuchsmühl
20.02.2015
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Die ersten Verträge sind unterschrieben, Fachkräfte bereits eingestellt. Am 27. März öffnet das Schlosshotel Fuchsmühl wieder. Anfangs mit 18 Zimmern.

"Wir bauen unser romantisches Hotel Zug um Zug aus", beschreibt Bernd Artinger das weitere Vorgehen. Der gebürtige Münchner hat das Anwesen im vergangenen Jahr gepachtet. "Ich habe mich in das Gemäuer verliebt." Er will das Fuchsmühler Schlosshotel aus dem Dornröschenschlaf holen. Erfahrung mit der Sanierung hat der 50-Jährige, der auch Eigentümer eines Barockschlosses in Sachsen-Anhalt ist.

Weit über drei Jahre stand das Schlosshotel Fuchsmühl leer. Eine Folge der Insolvenz des Landesverbands Berlin der Arbeiterwohlfahrt. Feuchtigkeit und undichte Fenster haben Spuren hinterlassen. An einigen Stellen machte sich Schimmel breit. Doch der ist längst beseitigt. Die Sanierung läuft seit einigen Monaten. "Mit eigenen Handwerkern", wie Bernd Artinger im Gespräch mit unser Zeitung erzählt. Unansehnlich gewordene Holzverkleidungen präsentieren sich in hellem Anstrich, Wände sind in freundlichen Tönen getüncht. Eigentlich wollte Artinger das Schlosshotel Fuchsmühl bereits im Herbst 2014 wiedereröffnen - mit sieben Zimmern. "Doch das war nicht zu schaffen."

Fünf Service-Kräfte

Der Geschäftsführer musste den Start verschieben und packte dann gleich mehr an. Er verspricht: "Am 27. März sind 18 Zimmer fertig." Los geht es mit Übernachtung und Frühstück. "Das Angebot verstärken wir sukzessive." Um den Service kümmern sich fünf Kräfte. Unterstützung erfährt das Team um Bernd Artinger auch von der Nachbarin. Hannelore Bienlein-Holl hilft, kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit, vermittelt und nutzt ihre vielfältigen Kontakte. Sie bekennt: "Ich freue mich, dass wieder Leben in ein Haus mit einer langen Geschichte kommt." Die idyllische Lage sei von Vorteil, so die 72-Jährige. "Ich denke, dass unser Angebot gut angenommen wird."

So soll es im Sommer bereits Nachmittage geben, an denen Kaffee und Kuchen für Gäste aus Fuchsmühl und der gesamten Region angeboten werden. Die Speisekarte wachse kontinuierlich - so wie auch die Zahl der Zimmer. Denn auf seine Handwerker könne er sich verlassen, unterstreicht Bernd Artinger.

Natürlich koste das eine Menge Geld. Der Geschäftsführer spricht von einem sechsstelligen Betrag, den er in Fuchsmühl investiere. Auf die Frage nach dem Warum antwortet er: "Ich organisiere gerne. Aber natürlich muss man auch ein bisserl verrückt sein." Klar sei ihm: "An einem Schloss ist nie alles fertig. Da gibt es immer was zu tun." Aber er wage gerne Neues. Dabei bestätige ihn der Erfolg beim Barockschloss Burgscheidungen. Der von Artinger sanierte 3000 Quadratmeter große Schlosskomplex mit seinen herrlichen Parkanlagen erhebt sich majestätisch über dem Tal der Unstrut zwischen Freyburg und Nebra. Viele Paare nutzen das Schloss für den "schönsten Tag ihres Lebens".

Ungeschliffener Diamant

Bernd Artinger berichtet stolz: "Auch im Schlosshotel Fuchsmühl ist für Mai schon die erste Hochzeit gebucht." Die denkmalgeschützte Schlossanlage im Steinwald nennt er einen ungeschliffenen Diamanten, den man putzen und polieren müsse.
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