Neugierig auf Geschichte

Erich Schraml (links) vom Heimatkundlichen Arbeitskreis zeigte historische Dokumente und führte durch die Schlosskapelle. Bild: wro
Lokales
Fuchsmühl
16.09.2015
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Zum "Sprachrohr" geschichtsträchtiger Schlossmauern machte sich am Sonntag Hannelore Bienlein-Holl. Sie führte kompetent durchs ehemalige Fuchsmühler Lehensgut.

Schlossherr Bernd Artinger empfing die Gäste am Tag des offenen Denkmals persönlich. Er hatte es sich im Schlossgarten gemütlich gemacht und zeigte auf die neueste Errungenschaft - den Biergarten.

Im herrschaftlichen Gutshaus gleich nebenan erwartete die Besucher eine exklusive Schlossführung. Nachbarin Hannelore Bienlein-Holl informierte: "Noch vor nicht allzu langer Zeit befand sich das Zollerschloss in einem traurig anmutenden Dornröschenschlaf." Hannelore Bienlein-Holl erklärte den neugierigen Gästen die Räumlichkeiten und einige der noch nicht renovierten Nebengebäude. Sie wusste auch Interessantes aus der Geschichte des Hauses zu erzählen, berichtete über die Holzschlacht 1894.

Die Schlossherren Borm und Betz hätten vor Jahrzehnten neues Leben in die Gemäuer gebracht. Lange Zeit wurden sie als Hotel genutzt. Die westlich angrenzenden Häuser waren Sozialwohnungen und sind auch heute noch Eigentum der Gemeinde. Das Hotel habe mit Bernd Artinger einen neuen, rührigen Besitzer gefunden. Der habe freilich noch viel zu tun. Doch Bernd Artinger sei voller Tatendrang und Ideen. Fertig sei bereits eine komfortable Schloss-Suite. Wenige Meter weiter, in der alten Kapelle, wartete Erich Schraml vom Heimatkundlichen Arbeitskreis auf das interessierte Publikum. Führungen in der leider sehr in Mitleidenschaft gezogenen kleinen Schlosskirche gehörten am Aktionstag zu seinem Aufgabenbereich. Sein Kollege Gottfried Sperrer, der eifrig Bilder und Material zusammengetragen hatte, präsentierte eine kleine Ausstellung. Auch viele Zeitungsausschnitte und historische Postkarten boten Information.

Vergessene Pracht

"Leider wurde das Innere der Kapelle jahrelang weder genutzt noch gepflegt. Alles was man zu Geld machen konnte, wurde seinerzeit klammheimlich versilbert", blickte Erich Schraml zurück. Es sei für viele schwer vorstellbar, wie prachtvoll die ehemalige Schlosskirche einmal ausgeschaut habe. Trotz des jämmerlichen Bildes, das das Ensemble heute abgebe, sei es gut, die sonst versperrten Türen wenigstens einmal im Jahr zu öffnen. Besucher bekämen so einen Blick auf fast vergessene Kulturzeugnisse.
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