Schinner Gartenbau & Floristik ermöglicht Teilzeitausbildung - Arbeitsagentur animiert zur ...
"Happy End" für junge Mutter

Sabrina Götz (Zweite von links) fühlt sich in der Teilzeitausbildung bei Schinner Gartenbau& Floristik sehr wohl. Über ihre Begeisterung für Blumen freuen sich ihr Chef Hans-Joachim Schinner (links) sowie Klaus Gredinger, Andreas Staible und Margot Salfetter (von rechts) von der Arbeitsagentur Weiden. Bild: sbü
Lokales
Fuchsmühl
04.08.2015
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(sbü) Dass eine Berufsausbildung auch in Teilzeit möglich ist, wissen viele noch nicht. Manche Arbeitgeber wehren sich auch vehement dagegen, wie ein von der Agentur für Arbeit am "Bayerischen Tag der Ausbildung" präsentierter Einzelfall bewiesen hat. Doch die Geschichte einer jungen Mutter hat ein gutes Ende gefunden und sollte zur Nachahmung animieren.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Am Ende ihres zweiten Ausbildungsjahres als Floristin brachte Sabrina Götz im Oktober 2014 ihre Tochter Sabrina zur Welt. Doch die Freude war getrübt, denn ihr damaliger Ausbildungsbetrieb war nicht bereit, die Ausbildung in Teilzeit fortzusetzen. Auf Empfehlung der Schwangerschaftsberatung wandte sich die junge Mutter an Margot Salfetter von der Agentur für Arbeit Weiden. Diese ist Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und versteht die beruflichen Sorgen junger Mütter sehr gut. Deshalb hat es nicht lange gedauert, bis eine Lösung für das Problem gefunden war.

Lob vom Chef

"Schon am ersten Tag der Erprobung habe ich gesehen, dass Sabrina ein Gefühl dafür hat, mit Blumen umzugehen", sagt Hans-Joachim Schinner, Chef von Schinner Gartenbau & Floristik. Und so wendete sich das berufliche Schicksal von Sabrina ins Positive. Aus dem dritten Ausbildungsjahr wurden zwei Teilzeitjahre, Sabrina kann 2016 ihre Ausbildung abschließen und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch übernommen. Ihr Chef, der ein Unternehmen mit fünf Niederlassungen und 30 Mitarbeitern führt, ist voll des Lobes: "Sie ist komplett integriert, arbeitet schon sehr selbstständig und hat die in unsere Branche notwendige Flexibilität." Vor allem strahle sie die im Umgang mit Kunden notwendige freundlich-fröhliche Art aus.

Wenig Verständnis hat Schinner in Anbetracht des Fachkräftemangels, dass Teilzeitausbildungen nach wie vor großen Seltenheitswert hätten. Die geringe Bereitschaft von Betrieben zur Teilzeitausbildung bestätigt auch Andreas Staible, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden. Margot Salfetter nennt dazu auch einige Zahlen: "Derzeit gibt es im Industriebereich 8 und im Handwerk 15 Teilzeitausbildungen." An Bewerberinnen mangle es nicht, versichern die Arbeitsmarktexperten, die wie im Falle von Sabrina mit ihren 28 Stunden eine Wochenarbeitszeit von "etwas mehr als der Hälfte" empfehlen. So verblieben neben der Berufsschulzeit genügend Praxisanteile.

"Alles war auch völlig unbürokratisch", schwärmt Firmenleiter Schinner. "Für mich war Teilzeit Neuland, aber ich kann sie unbedingt empfehlen." Zusammen mit ihrem Chef führt Sabrina Götz die Besucher dann durch die Gewächshäuser. "Unsere Spezialität sind die Rosen", erklären die beiden. 400 verschiedene Sorten seien im Angebot. Und wie sehr sich Sabrina mit ihrem neuen Ausbildungsbetrieb schon identifiziert, zeigt sie, als sie die Besucher strahlend zu einem blau-weißen Meer von Lysianthus-Blumen führt. Die Vertreter der Arbeitsagentur wünschen sich, dass das positive Beispiel dieser Teilzeitausbildung ansteckend auch auf andere Ausbildungsbetriebe wirken möge.
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