Schlosskapelle bereits 1570 erbaut - Gesamtes Inventar verkauft
Seltene frühreformatorische Kirche

Ein Deckenfresko in der Fuchsmühler Schlosskapelle ist dem heiligen Nepomuk gewidmet. Bild: privat
Lokales
Fuchsmühl
25.03.2015
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Interessantes hat Heimatforscher Erich Schraml auch zur Geschichte der Schlosskapelle in Erfahrung gebracht. Christoph Adam von Trautenberg ließ sie 1570 neben dem Schloss bauen. "Zur Besoldung eines Priesters überwies er der Stadt Eger die Summe von 1200 Gulden, deren Zinsen jährlich 60 Gulden betrugen und dem Priester als Unter-halt dienten."

Eine große kurpfälzische Landesvisitation der Pfarreien fand in den Jahren 1578 und 1580 statt und stellte zur Kirche in Fuchsmühl (damit war die Schlosskapelle gemeint) folgendes fest: "Vorhanden ist ein Altar ohne Tafel, ohne Bilder, ohne Taufstein. Nach den Angaben des Pfarrers wäre auch kein Kruzifix vorhanden. Die Gemeinde sagt aber es wäre ein solches auf dem Altar, geschnitzt von dem früheren Pfarrer Paulus Ludvogl. Man tauft mit einem Becken auf einem Tischlein. Das Begräbnis wäre zu Wiesau."

Damit ist sicher, dass die Schlosskapelle bereits als evangelische Kirche gebaut worden ist, erklärt Erich Schraml. "Sie wäre damit eine der äußerst seltenen frühreformatorischen Kirchen in unserem Raum. Unter der Familie Froschheim wurde nach der Gegenreformation ein Marienpatrozinium installiert. In den Jahren 1752/53 wurde die Kapelle neu gebaut und im Barockstil eingerichtet." Alle Gutsbesitzer kämpften darum, die Schlosskapelle als Sitz einer eigenständigen Pfarrei zu bestellen. Aber alle Mühen waren vergebens. Noch in das 20. Jahrhundert hinein war die Mutterpfarrei immer Wiesau, weiß Schraml. Bis ungefähr 1955 wurde in der Kapelle noch ein Gottesdienst abgehalten. Dann verkaufte der Schlossbesitzer das gesamte Inventar.

Deckenfresken

Erich Schraml bedauert: "Heute sind nur mehr die Deckenfresken beziehungsweise -gemälde zu sehen, ein eingemauerter Grabstein, ein Nepomukmotiv, einige Wandtafeln und das große Froschheimwappen über der ehemaligen Empore."
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