Steinwald in drei Dimensionen

Mit knapp 25 000 Hektar ist der Naturpark Steinwald zwar der kleinste in Bayern, aber er bietet jede Menge Attraktionen. Interessante Zielpunkte leuchten auf Knopfdruck am 3-D-Modell in der neuen Infostelle auf. Naturpark-Geschäftsführer Ernst Tippmann (rechts) erläuterte bei der Einweihung das Konzept. Bild: si
Lokales
Fuchsmühl
11.05.2015
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Die neue Anlaufstelle des Naturparks Steinwald ist rundum gelungen. Die Eröffnungsgäste waren jedenfalls voll des Lobes für die Gestaltung und den hohen Informationswert - nicht nur für Touristen.

Eberhard von Gemmingen-Hornberg sagte in seiner Begrüßung am Samstag, dass der Naturpark Steinwald zwar der kleinste in Bayern sei. "Selbstverständlich ist er der schönste und der einzige, der ehrenamtlich geführt wird", meinte der Vorsitzende. Sein besonderer Dank galt Geschäftsführer Ernst Tippmann für seine hervorragende Arbeit.

Erst in Stieglmühle geplant

Tippmann stellte die neu geschaffene Infostelle vor und ging auf die Geschichte des Naturparks Steinwald ein. "Ende der 1990er Jahre sollte auf der Stieglmühle im Zusammenhang mit der Sanierung ein Naturpark- und Tourismuszentrum eingerichtet werden, was aber leider nicht umgesetzt werden konnte." Stattdessen habe sich der Naturpark entschieden, vier dezentrale Informationsstellen mit örtlichem Bezug einzurichten (siehe Kasten).

Mit dem Beginn der Sanierung Ende 2012 hätten auch die Überlegungen für die Umsetzung des Projektes begonnen, schilderte Tippmann. Fachmännischen Rat holte sich der Naturpark bei Josef Kürner, Maria Engelbrecht und Hermann Meyer von der Firma Panzer. Das daraus entstandene Konzept diente als Grundlage für den Ausbau des Raums im Markthaus. "Als Highlight für diese Infostelle schlug Hermann Meyer ein 3-D-Modell des Steinwalds vor, von dem alle sofort begeistert waren", erinnerte der Geschäftsführer. Das Kompetenzzentrum für Produktdesign in Selb wurde mit der Umsetzung betraut. In unzähligen Stunden Arbeit - nicht nur beim Kompetenzzentrum, sondern auch ehrenamtlich - entstand nach und nach das 3-D-Modell. Neu sind auch die Infotafeln mit sogenannten Tex-Frames, die sich problemlos austauschen lassen. In einer Glasvitrine sind außerdem verschiedene einheimische Gesteine und Tiere zu sehen.

Ernst Tippmann dankte allen am Projekt Beteiligten für die hervorragende Zusammenarbeit, der Regierung der Oberpfalz und dem Landratsamt Tirschenreuth für die finanzielle Unterstützung. Bürgermeister Wolfgang Braun stelle den Raum kostenlos zur Verfügung, lobte der Sprecher.

In Vertretung von Landrat Wolfgang Lippert beglückwünschte Dr. Alfred Scheidler den Naturpark zu der gelungenen Neuerung. "Die Natur zu schützen und zu bewahren ist eine wichtige Aufgabe." Es sei aber auch wichtig, die Menschen in die Natur zu bringen. Die Infostelle im Fuchsmühler Markthaus sei nicht nur für Touristen interessant, auch für Einheimische gebe es hier viel zu entdecken. Landtagsabgeordneter Tobias Reiß sprach von einem gelungenen regionalen Gemeinschaftswerk, zu dem man nur gratulieren könne. Bürgermeister Wolfgang Braun dankte dem Naturpark für die Beteiligung am Gesamtkonzept. "Die Infostelle war ein wesentlicher Schritt, um die Maßnahme überhaupt umsetzen zu können." Die Investitionen bezifferte Braun auf 2,7 Millionen Euro. 1,6 Millionen habe die Gemeinde an Förderung bekommen und 1,1 Millionen Euro selbst investiert.

Haus voll ausgelastet

"Das Haus ist zu 100 Prozent ausgelastet", freute sich Braun. Neben dem Dorfladen und einem Bank-Automaten sind eine Zahnarztpraxis, eine behindertengerechte Wohnung sowie Büros von Bund Naturschutz und Naturpark untergebracht. "Die Infostelle ist ein weiteres Highlight auch in Bezug auf den noch nicht ganz fertiggestellten Kaffeegarten", dankte der Bürgermeister dem Architekten Peter Hilgarth und allen, die zum Gelingen beigetragen haben. Die kirchliche Segnung nahmen Pfarrer Varghese Kanjamala und Pfarrer Martin Schlenk vor.
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