Syrische Familie berichtet von der Flucht vor dem Bürgerkrieg und der vielfältigen Hilfe im ...
"Das Leben hier ist sehr schön"

Mohmad Ibrahim (rechts) und sein Sohn Wissam (links) freuen sich über die herzliche Aufnahme in Fuchsmühl. Sobald sie den Deutschkurs der Volkshochschule absolviert haben, möchten sie arbeiten beziehungsweise eine Ausbildung beginnen. Bild: hd
Lokales
Fuchsmühl
28.02.2015
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"Ich hatte ein großes Haus. Doch davon steht nichts mehr. Alles ist kaputt", grämt sich Mohmad Ibrahim. Der Syrer floh vor dem Artilleriebeschuss auf sein Dorf und konnte sich und seine Familie retten. 60 Nachbarn starben. Mit seiner Ehefrau und acht Kindern lebt er seit Juni in Sicherheit - in Fuchsmühl.

"Die Leute hier sind sehr freundlich", freut sich der 47-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Er dankt für die vielfältige Hilfe, die seine Familie hier bekommt. Ausdrücklich lobt er den "freundlichen Bürgermeister". "Das Leben hier in Deutschland ist sehr schön", bestätigt auch Mohmad Ibrahims Sohn Wissam. Im Deutschkurs der Volkshochschule mache die gesamte Familie große Fortschritte. "Mit Angelika Kennedy haben wir eine super Lehrerin."

"Doch ich und meine Familie haben auch großes Heimweh", gesteht Mohmad Ibrahim, der in Syrien als Elektriker arbeitete. Er floh über den Libanon nach Deutschland. "Meine Brüder und Schwestern leben in großer Not in Jordanien und im Libanon." Die Mutter seiner Frau sei noch in Syrien, wo es jetzt sehr kalt sei. Die Leute hätten kaum warme Kleidung oder Heizmaterial. Der Kontakt nach Hause sei schwierig, informiert Wissam. Im zerbombten Heimatdorf funktionieren Telefone nur selten. "Wir hoffen auf Frieden."

Doch danach schaut es nicht aus, weshalb der Familie Ibrahim eine Integration in Deutschland wichtig ist. Der 47-Jährige will, dass seine vier Töchter und vier Söhne in der Schule gut vorankommen. Während die einen beispielsweise auf einen Ausbildungsplatz (Automechaniker) hoffen, streben andere ein Studium an. Eine Tochter möchte später einmal als Herzchirurgin arbeiten, eine weitere ebenfalls als Ärztin. Hindernis sei eine Wartezeit von drei Jahren. Möglicherweise wollen die die jungen Frauen mit einer Ausbildung zur Arzthelferin überbrücken. "Wir wollen nicht zu Hause herumsitzen."
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