"Wir träumen doch nicht"

Lokales
Fuchsmühl
24.11.2015
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Eine Demokratie lebt vom Interesse der Bürger. Wenigstens zwei besuchten am Freitag die Gemeinderatssitzung, um zu erfahren, wie sich Bürgermeister und Markträte die Umgestaltung der Alten Straße (Ortseingang Süd) vorstellen.

Die Besucher verfolgten eine engagierte, aber sachliche Debatte. Denn die in der Juli-Sitzung bereits behandelte Machbarkeitsstudie zum Ortseingang Süd war um das Anwesen Alte Straße 11 (ehemals Gasthaus "Unterer Wirt") ergänzt worden. Dadurch erhöhte sich das vorliegende Angebot des Architekturbüros deutlich. Und so entspann sich eine neuerliche Diskussion. Die Angebotsänderung, das Einbeziehen des alten Anwesens sorgte für teils skeptische Äußerungen aus den Fraktionen. "Ob das Anwesen Alte Straße Hausnummer 11 nun saniert oder um- oder sogar rückgebaut wird, bleibt ja noch offen", verdeutlichte Bürgermeister Wolfgang Braun und betonte noch einmal, dass das markante Anwesen nicht im Besitz der Gemeinde sei. Auch könne die Gemeinde nicht jedes leerstehende Anwesen im Ort ankaufen, um es dann zu sanieren, ergänzte CSU-Marktrat Markus Troesch. Wie der Bürgermeister erinnerte er daran, dass zunächst nur eine Machbarkeitsstudie erstellt werde. "Was wir dann daraus machen", so Troesch, "steht auf einem ganz anderen Papier".

Hohe Kosten befürchtet

CSU-Marktrat Wolfgang Stock war erstaunt, dass in der Machbarkeitsstudie nun auch der ehemalige Gasthof enthalten ist. Er sah aber keine Notwendigkeit, dieses Anwesen in die Untersuchung einzubeziehen. Rainer Bleistein von der SPD gab zu bedenken, dass das Geld anderswo besser aufgehoben wäre. Dieser Meinung schlossen sich auch die Freien Wähler an. Anton April (FW) plädierte dafür, doch lieber die gemeindeeigenen Objekte zu sanieren. Udo Fürst (SPD) befürchtete sogar ein Tretter-Nachfolgemodell und zeigte sich angesichts der drohenden Folgekosten äußerst skeptisch.

Bürgermeister Wolfgang Braun zeigte für Fürsts Argumente wenig Verständnis und konterte: "Wir träumen doch nicht. Daher setzen wir ja auch einen Fachmann ein." Er bat eindringlich darum, keine Vergleiche mit dem Anwesen Tretter (Anmerkung der Redaktion: das heutige Markthaus) anzustellen. "Das Schlechteste ist, gar nichts zu machen", argumentierte Braun und bekräftigte, dass er die erweiterte Machbarkeitsstudie als sinnvoll betrachtet. Im Verlauf des folgenden verbalen Schlagabtausches verteidigte der Rathauschef das Projekt weiter, drängte dann zur Abstimmung. Mit einem knappen Votum gab es schließlich grünes Licht für die erweiterte Studie.

Grundstückspreis steigt

Eine weitere kontroverse Debatte folgte beim Thema "Baupreise am Sonnenhang". Die geplante Erhöhung der Baulandpreise für die noch verbliebenen neun Grundstücke wertete Markus Troesch (CSU) als falsches Signal. Udo Fürst (SPD) meinte, dass man mit den Grundstückspreisen in Fuchsmühl eh schon am untersten Bereich der Skala liege und befürwortete eine Erhöhung zugunsten des Gemeindesäckels.

Wolfgang Stock (CSU) und FW-Marktrat Anton April sahen das genauso und schlossen sich der Meinung Fürsts an, die Baulandpreise anzuheben. Schließlich wurde dem Beschlussvorschlag, die Preise ab kommendem Jahr von 41,50 auf 46,58 Euro zu erhöhen, stattgegeben.
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