Wo Helfer zu Freunden werden

Gut besucht war der Sozialempfang im Fuchsmühler Rathaus, was neben Sozialministerin Emilia Müller (Zweite von rechts) auch Landtagsabgeordneten Tobias Reiß (Dritter von rechts) und Bundestagsabgeordneten Reiner Meier (rechts) freute. Bild: wg
Lokales
Fuchsmühl
03.05.2015
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Toleranz, Akzeptanz und Solidarität. Fuchsmühl lebt Integration. Die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge fühlen sich hier gut aufgenommen. Davon überzeugte sich Ministerin Emilia Müller.

Bayerns Sozialministerin war nach Fuchsmühl gekommen, um allen zu danken, die sich um die Flüchtlinge kümmern: Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl, Arbeitskreis Integration, Ilona Schultes von der Volkshochschule (Unterricht und Bildung), AWO und Diakonie, um nur einige zu nennen. Wie Bürgermeister Wolfgang Braun beim Sozialempfang im Foyer des Rathauses sagte, leben 49 Flüchtlinge seit 2014 in Fuchsmühl. Erfreulich sei, dass sie auch vor Ort unterrichtet werden können. "Im Mai haben sie Abschlussprüfung." Viele Bürger brächten sich ein, um den Syrern die Integration zu erleichtern. Die Ministerin traf sich im Anschluss an den Empfang zu einem Gespräch mit den Bürgerkriegsflüchtlingen.

Respekt und Dank

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß, Mitinitiator des Sozialempfangs, hob hervor: "Fuchsmühl lebt Integration." Wichtig sei, dass sich alle des Themas annähmen. Dank sagte er besonders Hannelore Bienlein-Holl, die sich nicht nur im Arbeitskreis Integration stark engagiere. "Wir wollen heute unseren Respekt und Dank zum Ausdruck bringen für Ihre ehrenamtliche Arbeit und das Mitwirken an einer großen Herausforderung."

Staatsministerin Emilia Müller freute sich über die große Solidarität. "Weltweit fliehen Menschen vor Bürgerkriegen, politischer Unterdrückung und Verfolgung, Hoffnungslosigkeit, Hunger." Sie nähmen dabei erhebliche Gefahren auf sich, bezahlten oft mit ihrem Leben. "Diese Menschen haben kein Zuhause mehr, haben ihr Hab und Gut zurückgelassen, um eine Perspektive zu haben."

Die Europäische Union müsse sofort handeln und den beschlossenen Zehn-Punkte-Plan der EU-Kommission zügig umsetzen - auch um Schlepper und Schleuser zu bekämpfen. "Niemand darf im Mittelmeer ertrinken." Gebraucht werde ein Dreiklang aus humanitärer Unterbringung und Versorgung, konsequenter Rückführung der nicht Bleibeberechtigten (aus sicheren Herkunftsländern) und Perspektiven in den Heimatländern. Müller: "Die Asylverfahren müssen beschleunigt werden." Der Schlüssel zur Integration seien Sprachkurse und Arbeit.

Viel gelernt

Wissm Ibrahim bedankte sich im Namen aller Syrer für die Hilfe und die Gastfreundschaft in Fuchsmühl. Der Deutschkurs sei sehr interessant und alle hätten viel gelernt. "Wir brauchen Kontakt zu unseren Familien in Syrien, aber leider haben wir hier kein Internet", bedauerte der Sprecher der Fuchsmühler Bürgerkriegsflüchtlinge.
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