Verlegung der Atemschutzstrecke
Erst rechnen, dann entscheiden

Die Kosten müssen passen.
Politik
Fuchsmühl
23.02.2015
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Bei der Feuerwehr brennt es. Die Verlegung der Atemschutzstrecke sorgt für Zündstoff. Auch bei der Vollversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes gab es eine leidenschaftliche Debatte.

Eigentlich wollte Kreisbrandrat Franz Arnold das seit Wochen heiß diskutierte Thema ausklammern. Doch die mögliche Verlegung der Atemschutzstrecke von Tirschenreuth nach Neuhaus bewegte auch am Freitagabend die Gemüter in der Mehrzweckhalle in Fuchsmühl.

Frühzeitig informiert

Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler nutzte sein Grußwort dazu, Landrat Wolfgang Lippert zu verteidigen. Der Landrat habe frühzeitig alle Verantwortlichen ins Boot geholt und umfassend informiert, so Dr. Scheidler, der jedoch auch betonte, dass noch nichts über die Zukunft der Atemschutzstrecke entschieden sei. Der stellvertretende Landrat wusste von Vor- und Nachteilen bei einer Zusammenlegung der Atemschutzstrecken in Neuhaus. Das Angebot des Landkreises Neustadt, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, sei interessant, auch wenn der Landkreis Tirschenreuth etwas abgebe. Wichtig sei dabei aber, dass Kosten eingespart werden. Dies gelte es nun im Vorfeld zu prüfen. Dr. Alfred Scheidler wies darauf hin, dass Neuhaus zentral liege. Viele Feuerwehren hätten es nach Neuhaus kürzer als nach Tirschenreuth. Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun forderte eine Lösung, die allen gerecht werde und kostengünstig sei. Die Kosten, so Braun, "werden über die Kreisumlage umgelegt".

Dr. Wolfgang Fortelny aus Waldsassen verdeutlichte, dass er keineswegs gegen eine interkommunale Zusammenarbeit sei. "Aber jetzt muss erst einmal gerechnet werden." Dennoch habe er Angst vor einer Lösung in Neuhaus. Dr. Fortelny formulierte etwas provokativ: "Wenn am Landratsamt Tirschenreuth etwas gebaut oder umgebaut werden soll, sagt man dann auch: Das lassen wir sein. Wir legen beide Landkreise zusammen."

Auch Wiesaus Bürgermeister Toni Dutz meldete sich zu Wort und meinte, eine interkommunale Zusammenarbeit sei optimal, wenn alle Beteiligten Vorteile davon hätten. "Ich verfolge kein Kirchturmdenken." Neuhaus sei ein interessantes Projekt. Aber es müsse doch erlaubt sein, auch Alternativen zu prüfen.

Mit Gerätepflegestation

In diesem Zusammenhang nannte es Dutz wichtig, dass eine Pflegestation mit installiert werde. Die alte Halle von Wiesauplast sah der Wiesauer Bürgermeister als eine mögliche Alternative. Sie sei auch schon besichtigt worden. Nun müssten aber zunächst die Kosten berechnet werden. Erst dann könne eine Entscheidung fallen. "Wir brauchen klare Zahlen." Toni Dutz bekräftigte: "Wir müssen für unsere Feuerwehren eine Top-Lösung finden, mit einer Pflegestation am gleichen Ort."

Entscheidung noch im März

Kreisbrandrat Franz Arnold versicherte, dass natürlich auch er für eine Atemschutzstrecke im Landkreis Tirschenreuth sei. Die Voraussetzung: "Die Kosten müssen passen." Wenn das nicht der Fall sei, sei eine Kooperation doch eine gute Lösung. In den kommenden drei bis vier Wochen soll nun, wenn alle Zahlen auf dem Tisch liegen, eine endgültige Entscheidung fallen.
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