Anpacken und Vertrauen aufbauen

Zum Frühjahrstreffen des Arbeitskreises "Integration für Flüchtlinge" kamen auch Vertreter syrischer Familien. In der Bildmitte Arbeitskreis-Vorsitzende Hannelore Bienlein-Holl, Stellvertreter Gerhard Geiger (Mitte links) und Bürgermeister Wolfgang Braun (Mitte rechts). Bild: wro
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Fuchsmühl
09.05.2016
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Die Zusammenarbeit in der Flüchtlingshilfe klappt, freuen sich Hannelore Bienlein-Holl und Gerhard Geiger, die Sprecher des Arbeitskreises "Integration für Flüchtlinge". Beim Frühjahrstreffen stecken sie weitere Ziele ab.

Als "Helfer der ersten Stunde" bezeichnete Hannelore Bienlein-Holl Bürgermeister Wolfgang Braun und "Arbeitskreis Asyl"-Vorsitzenden Oliver Zrenner aus Wiesau, die ebenfalls in den Gasthof "Weißenstein" gekommen waren. Bienlein-Holl und Zrenner sahen in der Verstärkung ihrer Zusammenarbeit vor allem eine Chance, schneller und effizienter helfen zu können.

"Wir können uns noch besser austauschen und gegenseitig helfen", bemerkte auch Gerhard Geiger. Das Interesse der hier lebenden Menschen an den Sitzungen sei ein deutlicher Beweis für die geleistete Arbeit, so der Sprecher. Dem schloss sich Bürgermeister Wolfgang Braun an. Von Anfang an unterstützt er den Arbeitskreis. Wie seine Vorredner erkannte auch er Synergieeffekte und hob die Bedeutung der Arbeit für die geflüchteten Menschen in beiden Gemeinden hervor. Vom ersten Tag an sei den Menschen, die alles verloren hätten, durch Arbeitskreise und zahlreiche ehrenamtlich engagierte Menschen unkompliziert und unkonventionell geholfen worden, hob der Fuchsmühler Bürgermeister hervor. "Unsere 48 Syrer und die hier wohnende irakische Familie haben sich gut eingelebt, erfahren Zuwendung und Freundschaften seitens der Bevölkerung." Ebenso zollte Braun der außerordentlich großen Hilfsbereitschaft von Ehrenamtlichen in den Gemeinden Respekt, die bereit seien flüchtende Menschen zu beherbergen. AWO, BRK, Fuchsmühler Caritas und Diakonie hätten Außerordentliches geleistet. Ausdrücklich ergänzte er: "Hunderte von Menschen können nicht von einigen wenigen intensiv betreut werden."

Behördengänge


Oliver Zrenner sagte zur Flüchtlingsarbeit in der Nachbargemeinde: "Nach Schließung der Notunterkunft fokussieren wir unsere Aktivitäten auf diejenigen, die dauerhaft bei uns bleiben." Wichtig sei, gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. "Dies ist nur möglich, wenn auch die Bevölkerung mit anpackt", unterstrich Zrenner. Der "Arbeitskreis Asyl" unterstütze die Kriegsflüchtlinge in vielerlei Hinsicht und bereite beispielsweise Behördengänge vor. Um effizienteres Arbeiten zu ermöglichen, sei jedoch ein kommunaler Koordinator notwendig. "Im Kleinen versuchen wir das im Rahmen unserer Möglichkeiten durch die künftige Zusammenarbeit mit dem Helferkreis in Fuchsmühl, auch in Kooperation mit der Caritas, dem BRK und der AWO." Einen Verbesserungsbedarf bei der Akzeptanz als Helfergruppe sah Zrenner beim Jobcenter. Seinen Angaben zu Folge würden dort nur Mitarbeiter der AWO akzeptiert. Hannelore Bienlein-Holl berichtete über längst selbstverständliche Hilfen, wie Arztfahrten oder die Unterstützung bei der Suche nach Einrichtungsgegenständen. Ergänzt werde die Hilfe durch gezielte Deutschstunden. Die Vorsitzende dankte Stellvertreter Gerhard Geiger, der auch Hilfestellung bei Bewerbungsschreiben leiste. Das Zusammenwachsen und das Verständnis für die andere Kultur müsse gefördert werden, betonte Bienlein-Holl und verwies dabei auch auf das zweite deutsch-syrische Sommerfest, diesmal im Schloss Fuchsmühl. Dazu seien auch aktive Helfer und Flüchtlinge aus Friedenfels, selbstverständlich auch der Wiesauer "Arbeitskreis Asyl" eingeladen.

Ein besonderes Bonbon könne man Flüchtlingskindern und deren Eltern, selbstverständlich auch deutschen Kindern, deren Eltern die "Mitterteicher Tafel" in Anspruch nehmen müssen, demnächst bieten, informierte die Vorsitzende. "Dank freundlicher Unterstützung durch ,Demokratie leben', gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, werden wir mit fünf Bussen am 25. Mai in den Nürnberger Tiergarten fahren. Damit möchten wir Kindern und Eltern, die Schreckliches erlebt haben, einen unbeschwerten Tag schenken. Auch die deutschen Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, sollen dabei nicht zu kurz kommen." Abschließend verteilte die Sprecherin Broschüren, in denen alle wichtigen Ansprechpartner und Ämter für Flüchtlingsfamilien aufgeführt sind.
Unsere 48 Syrer und die hier wohnende irakische Familie haben sich gut eingelebt, erfahren Zuwendung und Freundschaften seitens der Bevölkerung.Bürgermeister Wolfgang Braun
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