Appell: Zusammenarbeit mit Stadtplanern verbessern - Treffen der Behindertenbeauftragten
Nicht nur bauliche Barrieren

Regelmäßig treffen sich die Behindertenbeauftragten des Landkreises zu einem Meinungs- und Gedankenaustausch. Die jüngste Zusammenkunft fand im Sitzungssaal des Fuchsmühler Rathauses statt. Den Vorsitz hatte der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Reinhard Schön (stehend, Vierter von links). Die Grüße der Gemeinde Fuchsmühl überbrachte Bürgermeister Wolfgang Braun (stehend, Fünfter von links). Bild: wro
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Fuchsmühl
10.11.2016
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Kommunale Behindertenbeauftragte sind wichtige, vor allem aber wertvolle Bindeglieder. Die Suche nach barrierefreien Lösungen haben sich die Frauen und Männer zur Aufgabe gemacht. Sie wollen Taten sehen. Darüber hinaus unterstützen sie eine Vielzahl von Betroffenen, helfen bei Fragen und Problemen im Alltag.

Regelmäßig treffen sich die örtlichen Behindertenbeauftragten zu einem Gedankenaustausch. Das jüngste ihrer Treffen - unter dem Vorsitz von Reinhard Schön - fand im Sitzungssaal des Fuchsmühler Rathaus statt. Als Gast konnte der Landkreisbeauftragte neben der Behindertenbeauftragten der gastgebenden Kommune Angela Sperrer auch Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun willkommen heißen. Die öffentlichen Einrichtungen entsprechend zu planen, sei Aufgabe und Pflicht zugleich, betonte Braun in seinem Grußwort. Als Beispiele nannte er die behindertengerechte Wohnung mit Fahrstuhl im Markthaus der Gemeinde Fuchsmühl sowie den barrierefreien Zugang im Rathaus. Geplant sei auch eine entsprechende Umgestaltung der Mehrzweckhalle, fügte der Bürgermeister hinzu.

Unter Zeitdruck


Viele Planungen jedoch gingen an den Behindertenbeauftragten vorbei, bedauerte Reinhard Schön. Pläne würden oft fertig vorgelegt; unter Zeitdruck müsse man eine Stellungnahme abgeben. Weiter bedauerte Schön, dass dem Wunsch nach einer barrierefreien Lösung nicht immer entsprochen werde, Ästhetik oft zulasten der Behinderten gehe. Die Zusammenarbeit mit den Stadt- und Gemeindeplanern müsse verbessert werden, forderte daher auch Martina Sötje stellvertretend für die Selbsthilfegruppe Behinderte und Nichtbehinderte. Das bestätigte auch Reinhard Schön: Das Bild der Rollstuhlfahrer habe man vor Augen, die Probleme der Blinden oder anderer Behinderter würden leider allzu oft vergessen. Schön fordere ein rechtzeitiges Einbinden in die Planungen "und nicht erst, wenn die Bauarbeiten bereits laufen". Nicht der Kreisverkehr sei von Interesse, sondern der Fußweg daneben. "Eine behindertengerechte Toilette mit einer Tür, die nach innen aufgeht, kann nicht behindertenfreundlich sein." Lieber sollte man sich für eine Schiebetür einsetzen, nannte Schön nur ein Beispiel von vielen und empfahl, den Planern auf die Finger zu schauen. Als einen Fortschritt bezeichnete Andrea Hofmann die Überwachung am Kemnather Ärztehaus. In einer der letzten Sitzungen hatte die Branderin das rücksichtslose Parken an den dort für Behinderte ausgewiesenen Parkplätzen bedauert. Nach einem Gespräch mit der Polizei werde strenger kontrolliert, die Situation entspanne sich zusehends. "Wenn man den Hebel richtig ansetzt, kann man auch etwas bewegen."

Die Beschwerden eines Kurgastes im Sibyllenbad werde man ernst nehmen und an die entsprechende Stelle gerne weiterleiten, versprach Reinhard Schön. Bemängelt wurde das Kopfsteinpflaster entlang der Parkplätze zum Kurmittelhaus. Die Bitte nach einer behindertengerechten Lösung wolle man vor Ort besprechen, fügte er hinzu. Nicht immer seien es nur bauliche Barrieren, ergänzte Martina Sötje und empfahl einen Besuch der von der Selbsthilfegruppe Behinderter und Nichtbehinderter angebotenen Veranstaltungen. Noch relativ unbekannt sei das Angebot, behindertengerechte Toiletten kostengünstig über das Landratsamt ordern zu können. Ein entsprechender Rahmenvertrag mache dies möglich, informierte Reinhard Schön und empfahl Veranstaltern, man möge sich im Bedarfsfall an das Landratsamt Tirschenreuth, Telefon 09631/ 88-0, Mähringer Straße 7, wenden.
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