AWO-Vorsitzender Erich Köllner
Der Kapitän verlässt das Schiff

Gesunde Geschenke und die freundliche Empfehlung gesund zu Leben überbrachte Bürgermeister Wolfgang Braun (rechts). Mit im Bild: Pater Martin (2. von rechts). Bild: wro
Vermischtes
Fuchsmühl
06.06.2016
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Ein kleines Abschiedsständchen hatte der AWO-Chor vorbereitet. Helmut Plommer (rechts) begleitete die Sänger mit seiner Gitarre. Bild: wro

30 Jahre lang stand Erich Köllner auf der Kommandobrücke des "Motorschiffes AWO". Vor wenigen Wochen sei die letzte Positionsmeldung eingetroffen, sagte Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl an Köllner gewandt.

"Dann hast du den Anker ausgeworfen und das letzte Tenderboot mit Ziel Herzogöd genommen." Mit beeindruckenden Metaphern begleitete die Kreisrätin ihren langjährigen AWO-Orts- und Kreisvorsitzenden Erich Köllner in seinen wohlverdienten Ruhestand. In Vertretung von Landrat Wolfgang Lippert hatte die Fuchsmühlerin an diesem Abend das Ruder am Rednerpult übernommen.

Die unendliche Schiffsreise - als Sinnbild für Köllners langjährige Tätigkeit bei der AWO - hatte sie bewusst gewählt. Kreuzfahrtschiffe waren einmal ihr zweites Zuhause. Lange Zeit befuhr auch sie - gemeinsam mit ihrem Ehemann John Holl - beruflich die Weltmeere. Erich Köllners Heimathafen jedoch ist Herzogöd bei Fuchsmühl. Wie Bienlein-Holl hatte auch er mehr als nur ein "Daheim". Neben den unendlich langen Eisenbahnschienen, denen er dienstlich oft folgen musste, war es "seine" Arbeiterwohlfahrt, der er lange Jahre lang vorstand. Nach vielen Jahren gemeinsamen Aufbaus und ehrenamtlicher Arbeit ging der Lotse am Freitag von Bord. Auf seinen Kreuzfahrten durch 30 Jahre AWO Geschichte seien ihm zahlreiche Menschen begegnet. "Reiche und Arme", bemerkte Hannelore Bienlein-Holl in ihrer Festrede weiter. "Erfahrene "Offiziere" und eine gute Mannschaft standen dir zur Seite." Zu seiner "Reise" in den Heimathafen - hatte Erich Köllner seine Familie, Freunde und Weggefährten eingeladen. Dem Anlass entsprechend trug das Einladungsschreiben das Bild eines stolzen Segelschiffes, dazu die passende Überschrift: "Der Kapitän verlässt das Schiff."

Hier in Fuchsmühl habe alles angefangen, erinnerte der Ruheständler an die ersten Gehversuche im Landkreis. "Hier in Fuchsmühl möchte ich meine Arbeit auch beenden." Mit 30 Mitgliedern, einer Krankenschwester und einem alten klapprigen Auto ging man an den Start. "Heute haben wir 191 Mitglieder, 100 Mitarbeiter und circa 40 Dienstfahrzeuge", zog Köllner Bilanz und zog einen weiten Bogen von damals bis zur Gegenwart. Köllner erinnerte auch an zahlreiche Ausflugsfahrten: "Es gibt kaum eine bayerische Stadt, kaum einen Weihnachtsmarkt, den wir nicht besucht haben." Weiter ließ er die unzähligen Benefizveranstaltungen, -Konzerte, auch die Maiandachten anklingen. "Für Jung und Alt wurde vieles getan" hob der Sprecher hervor. Mit seinem Nachfolger auf der Kommandobrücke, dem Pechbrunner Thomas Döhler, bleibe das Motorschiff AWO aber weiter auf gutem Kurs. "Ich könnte ein Buch schreiben, mein Weg war oft steinig. Vieles wurde einem in den Weg gelegt", erinnerte sich der scheidende Vorsitzende auch an manche Rückschläge. "Ich hatte oft schlaflose Nächte, am Ende des Tunnels jedoch sah ich immer irgendwo ein Licht."

Not und Elend lindern


Köllner, der früher als Lokomotivführer viel auf Reisen und durch zahlreiche dunkle Tunnels gefahren war, empfahl seinem Nachfolger, er möge sich an jedes kleine Licht klammern. Besonders dankte Köllner den beiden Wegbegleiterinnen in der AWO-Geschäftsführung: Hannelore Bienlein-Holl und Angelika Würner. "Wir haben versucht Not und Elend gemeinsam zu lindern, Abhilfe konnten auch wir nicht schaffen." Beschwingt führte Angelika Würner durch den Abend. Als Abschiedsgeschenk hatte sie ein Kuvert mitgebracht. Gemeinsam mit dem gemischten AWO-Chor sorgte sie für einen musikalischen Farbtupfer. Nach der Melodie "Von den blauen Bergen" ließen die Protagonisten Köllners Leben in komprimierter Form Revue passieren.

Die Grüße des Bezirksvorstandes überbrachte Karin Gesierich. Wie an solchen Abenden üblich hatte die Sprecherin auch eine kleine Laudatio, abschließend auch ein Gedicht vorbereitet. Wie ihre Vorrednerin sprach sie seemännisch - vom Navigieren und von einem guten Kurs Bürgermeister Wolfgang Braun überbrachte den Dank und die Grüße der Gemeinde. In seiner Hand hielt er ein Körbchen mit gesunden Sachen. Freundlich empfahl er dem künftigen Ruheständler gesund zu leben.

Vieles geschaffen


Auch der 89-jährige AWO-Bezirks-Ehrenvorsitzender Erich F. Schmid war gekommen und würdigte die Arbeit Köllners persönlich. "Wir haben vieles gemeinsam gemacht und gemeinsam geschaffen." Dann verließ Köllner endgültig die Kommandobrücke und übergab "sein" Steuerrad an den Nachfolger Thomas Döhler. Zu seinen Leuten gewandt mahnte der scheidende Vorsitzende: "Passt mir auf meine AWO auf!"

Aufbau der Dienste im AWO-KreisverbandErich Köllner war von 1985 bis 2015 Ortsvorsitzender im AWO Ortsverein Fuchsmühl. Es gelang ihm in dieser Zeit den Ortsverein von 30 Mitgliedern auf einen Stand von 191 Mitgliedern zu bringen. Er organisierte viele Veranstaltungen, Ferienprogramme und Seniorenfahrten. Durch sein großes soziales Engagement erlangte die AWO großes Ansehen im Landkreis Tirschenreuth. Im Bezirk ist Erich Köllner seit 16 Jahren ehrenamtlich tätig. Von 1992 bis 1998 war Erich Köllner stellvertretender Kreisvorsitzender im AWO Kreisverband Tirschenreuth. Er trug während dieser Zeit maßgeblich zum Aufbau der Dienste im AWO Kreisverband Tirschenreuth mit bei. (wro)


Passt mir auf meine AWO auf!Erich Köllner am Ende seiner Verabschiedung


Wir haben vieles gemeinsam gemacht und gemeinsam geschaffen.AWO-Bezirksvorsitzender Erich F. Schmid
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