Der Heimat viel Gutes getan

Sie standen im Mittelpunkt des Ehrenabends: (vorn von links) Otto Thoma, Anita Thoma, Nicole Fürst, Sabrina Hößl, Christa Hilgarth, Ingrid Schaumberger, (hinten von links) Helmut Schultes, Richard Vogl, Heinrich Schärl, Wolfgang Stock, Otto Käser, Willi Staufer, Alois Konz und Gustl Sperber. Bürgermeister Wolfgang Braun (rechts) dankte für ihr Engagement. Bild: wro
Vermischtes
Fuchsmühl
02.11.2016
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Bei der "Holzschlacht"-Aufführung 2004 spielte Theo Schaumberger (rechts) den Holzrechtler Johann Fichtner. Es sollte seine letzte Rolle am Hackelstein bleiben. Vor zehn Jahren verstarb der Heimatdichter und beliebte Bühnendarsteller. Archivbild: wro

Heute wäre sein 66. Geburtstag. Doch der "Verserlschreiber" Theo Schaumberger ist vor zehn Jahren verstorben. Beim Ehrenabend der Gemeinde rückte er noch einmal in den Mittelpunkt - gemeinsam mit vielen Bürgern, die sich besonders für ihren Heimatort einsetzen.

Statt mit einem Musikbeitrag begann der Abend eher verhalten und still. Die Ansprache des Bürgermeisters klang besinnlich: "Wir wollen heute den Ehrenabend dazu nutzen, jemandes zu gedenken und zu danken, der vor zehn Jahren verstorben ist: Theo Schaumberger." Der "Verserlschreiber", wie er sich selber gerne nannte, wurde nur 55 Jahre alt.

Schaumbergers markante Stimme war - dank der Technik - an diesem Abend dennoch gegenwärtig. Gut, dass die Laienspielgruppe Schaumbergers letztes Stück samt seiner Stimme als Tondokument festgehalten hat. Betroffen machten die von ihm gesprochenen Zitate aus seinem Werk "Achtzehnhundertvierundneunzig". Der Fuchsmühler Heimatdichter verfasste das Stück zum Gedenken an die tragischen Ereignisse im Herbst 1894 unweit von Herzogöd. Hintergründig, so wie man ihn kannte, nannte er das vertonte Stück ein "Rustikal". Sämtliche Texte, auch die der Lieder, stammten aus seiner Feder.

Auch die Familie des posthum Geehrten lauschte den Worten von Bürgermeister Wolfgang Braun und Erich Schraml. Die Redner würdigten Schaumberger als einen Autor, der heiter, manchmal aber auch ernst, mit oft hintergründigem Humor versuchte, Ungereimtheiten schonungslos auf die Schliche zu kommen. Liebenswürdig ließ Schaumberger kaum einen Zweifel darüber aufkommen, ein echter Fuchsmühler zu sein. Bekannt wurde der Dichter auch durch sein bedeutendstes Stück "As Recht is unsa". Es wird zum Gedenken an die Auseinandersetzung in der Waldabteilung Schramlohe alle zehn Jahre am Hackelstein aufgeführt.

Stolz auf Sportschützin


Ehrungen ist Sabrina Hößl längst gewohnt. Die erfolgreiche Sportschützin, die im Sommer als Junioren-Europameisterin aus Estland zurückgekehrt ist, fügte ihrer Medaillensammlung eine Auszeichnung der Heimatgemeinde hinzu. Mit einem Geschenk bedankte sich Wolfgang Braun bei der jungen Sportlerin.

Treue Kapellenpflege


Die silberne Bürgermedaille erhielt Christa Hilgarth. Seit annähernd 30 Jahren sorgt sie sich um die Pflege der am 1985 eingeweihten gemeindlichen Kapelle "Maria Frieden". Unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Siegbert. "Wurden andernorts Gedenksteine aufgestellt, die an die Flurbereinigung erinnern sollten, so war es der damalige Wille, am Waldrand eine Kapelle aufzustellen", erinnerte Bürgermeister Braun an die Entstehung des landschaftlich reizvoll gelegenen Andachtsortes. Christa Hilgarths Einsatz sei es zu verdanken, dass das Kirchlein ein Ort der Ruhe wurde. "Du sorgst dafür, dass die Kapelle am Morgen betreten werden kann und schließt die Tür zu später Stunde; Tag für Tag, Sommer wie Winter, das ganze Jahr über." In Anerkennung dafür hatte der Marktgemeinderat beschlossen, Christa Hilgarth mit der silbernen Bürgermedaille auszuzeichnen.

Helfer beim Bürgerfest


Auch ehrenamtliche Helfer des Fuchsmühler Bürgerfestes standen im Mittelpunkt des Ehrenabends. So kämen die annähernd 5000 Euro Reingewinn allen daran beteiligten Vereinen zugute, betonte Braun. Viele Hände seien nötig, um solch eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen zu können. Stellvertretend für die zahlreichen Ehrenamtlichen bedankte sich Braun mit Geschenken und Blumen bei Anita Thoma, Nicole Fürst, Heinrich Schärl, Gustl Sperber, Helmut Schultes, Willi Staufer, Otto Thoma, Alois Konz, Richard Vogl und Otto Käser.

Treue Feuerwehraktive


Auch für langjährige Feuerwehrmänner gab es Ehrungen. An Wolfgang Stock (25 Jahre) und Alois Mark (40 Jahre) richtete der Bürgermeister seinen besonderen Dank. Aus privaten Gründen hatte Mark absagen müssen, für ihn nahm Kommandant Christian Höcht die Auszeichnung entgegen.

Mit Theo Schaumberger hatte man den Abend begonnen. Mit einem Blumenstrauß für die Witwe Ingrid Schaumberger schloss der offizielle Teil. Sein allerletztes Wort richtete Wolfgang Braun an alle Ehrenamtlichen: "Mit Ihrer Arbeit schaffen Sie Großartiges. Sie tun Gutes für unsere Gesellschaft, für unsere Heimat, für die Vereine und Bürger. Sie sind Vorbilder für unsere Gesellschaft."

Aus Theo Schaumbergers LebenslaufTheo Schaumberger, geboren am 3. November 1950, verstarb am 19. Oktober 2006. Sein erstes gedrucktes Werk "A weng wos z'sammdicht's" erschien im März 1984. Ironisch nahm er darin Themen wie die Gemeindereform, aber auch die Diskussion um die Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf ins Visier. Seiner Ortsverbundenheit war die Entstehung des Mundartdramas "As Recht ist unsa" zu verdanken. Das Stück wurde 1980 anlässlich des Bürgerfestes zur 30-jährigen Wiederkehr der Markterhebung auf der Felsenbühne am Hackelstein uraufgeführt. Anlässlich des 110. Jahrestages der tragischen Ereignisse, die als Fuchsmüler Holzschlacht in die Geschichte eingingen, entstand das 2004 von der Laienspielgruppe erstmals aufgeführte Stück "Achtzehnhundertvierundneunzig". Mit seiner "Fuchsmühler Passion", aber auch mit seiner "Fuchsmühler Weihnachtsmess'" trat der Schriftsteller an die Öffentlichkeit. Viel beachtet und gelesen sind noch heute seine weiteren Texte, darunter Gedichte, Hirtenspiele und heitere Geschichten. Mit Beiträgen beteiligte sich Schaumberger auch an der Buchreihe "Wir am Steinwald". Als leidenschaftlicher Bühnendarsteller spielte er sich in die Herzen seiner Zuschauer. Seine "Venus im Erdäpf'lfeld" widmete er der Laienspielgruppe, der er verbunden war. Theo Schaumberger war in zahlreichen Vereinen vertreten. Großen Eifer entwickelte er bei der Ahnenforschung. Als leidenschaftlicher Nikolaus ist Schaumberger mit seinem Stab und dem goldenen Buch vielen in Erinnerung. Beruflich arbeitete er nach der Mittleren Reife als Maschinenschlosser bei der Firma Netzsch, später bei Hark in Wiesau und schließlich bei der Gemeinde Fuchsmühl. In seiner Freizeit betätigte er sich auch als Berichterstatter für die beiden Tageszeitungen. Theo Schaumberger liegt in seiner Heimatgemeinde begraben. (wro)


Sie sind Vorbilder für unsere Gesellschaft.Bürgermeister Wolfgang Braun zu den Geehrten
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