Einkehrnachmittag mit Schwester Teresa Zukic
Mit Fehlern umgehen lernen

Wort- und gestenreich gestaltete Schwester Teresa Zukic einen kurzweiligen "Fehlernachmittag". Bild: wro
Vermischtes
Fuchsmühl
23.02.2016
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Der Kaffee war längst kalt geworden, vom Mineralwasser nippte sie nur gelegentlich. Ein Konzept brauchte Schwester Teresa Zukic für ihren Vortrag nicht. Sie eroberte ihr Publikum im Sturm.

Eines gleich vorweg: Die Veranstaltung des Frauen- und Müttervereins in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung war ein voller Erfolg. Das Fuchsmühler Jugendheim war ausverkauft. Die Besucher genossen einen unterhaltsamen Nachmittag mit der schlagfertigen Ordensfrau.

Schwester Teresa Zukic referierte stets mit einem sympathischen Lächeln und sehr gestenreich. Immer wieder suchte sie Augenkontakt. Man kennt sie aus der Quizshow mit Jörg Pilawa, auch als skateboardfahrende Nonne. Journalisten hätten sie als deutsche Antwort auf "Sister Act" eingestuft. "Dabei gab es mich längst vor diesem Streifen", lachte Teresa Zukic und verriet, dass sie einer Einladung zum Frühstück mit Beate Uhse eigentlich mehr aus Neugierde folgte, später aber von der Frau sehr beeindruckt gewesen sei.

Ansteckend fröhlich


Die gute Laune der Ordensfrau wirkte auch in Fuchsmühl ansteckend. Es war eine Freude Teresa Zukic zuzuhören, die vorsorglich eine Kollegin mitgebracht hatte, um kleine Andenken auf einem Tischchen feil zu bieten; natürlich mit Schwester Teresas liebevoller Widmung.

Teresa Zukic sprach über den befreienden Umgang mit Fehlern. Ihre Lehrstunde begann sie mit einem Ausflug in ihre Jugend. 1964 kam sie im kroatischen Slavonski Brod auf die Welt. Seit 1996 ist sie deutsche Staatsbürgerin. Ihr Vater war Fußballer. "Früher war ich Leistungssportlerin, das sieht man mir heute leider nicht mehr an", lächelte Teresa Zukic selbstkritisch und erinnerte sich: "Andere bekamen Bücher, ich einen Schwebebalken." Doch dann las sie die Bergpredigt. Ein Satz berührte Teresa Zukic existenziell und sie entdeckte den Glauben. Schwester Teresas rasante Reise nahm schnell Fahrt auf und führte in die Welt derer, die die Schuld eher bei anderen, selten aber bei sich selbst suchen. "Den Umgang mit Fehlern beherrschen die wenigsten", verriet sie - immer wieder schelmisch lächelnd. "Wir haben halt so unsere kleinen sonderbaren Ausreden, die wir gerne benutzen." Die Nonne nannte Beispiele: Parksünden.

"Mein Hobby ist das Leben. Im Leben aber machen wir Fehler." Man habe aber die Wahl: Entweder man fällt auf die Nase oder auf den Hintern. "Letzteres tut halt weniger weh." Teresa Zukic empfahl: "Lernen wir mit unseren, aber auch mit den Fehlern anderer umzugehen." Sie bedauerte: "Leider pflegen wir keine Fehlerkultur mehr. Alles sei unentschuldbar geworden. Da stimmt doch was nicht!" Die Referentin meinte: "Fehlerlose Menschen liegen auf den Friedhöfen", der Rest sitze vor ihr.

Nachdenken


Abschließend signierte Schwester Teresa alles, was man ihr vorlegte. Für besondere Freude sorgten die liebevoll gemalten Herzen und Widmungen der sympathischen Nonne, die sich gerne Zeit genommen hatte, ihre Gäste auf humorvolle Art zum Nachdenken anzuregen.
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