Familienstück

Beim Frühjahrsstück "Leberkäs und rote Strapse" stehen Jasmin und Christian Mayerhöfer (Zweite und Vierter von rechts) gemeinsam auf der Bühne. Noah (rechts) und Lukas (Zweiter von links) unterstützen die Eltern beim Textlernen. Bild: wro
Vermischtes
Fuchsmühl
13.05.2016
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"Schade, das haben wir leider vergessen." Jasmin Mayerhöfer (32) ärgert sich noch immer über ihre Nachlässigkeit. Die zweifache Mutter und Ehefrau verweist auf arbeitsreiche Wochen oben auf der Felsenbühne - gemeinsam mit Ehemann Christian und den Söhnen Lukas und Noah. "Leider gibt es davon kein Foto."

Zusammen mit vielen anderen Fuchsmühlern arbeiteten die Mayerhöfers vor zwei Jahren an einem historischen Theaterstück. Alle zehn Jahre wird es in Fuchsmühl aufgeführt, zum Gedenken an die Holzschlacht von 1894. Zum ersten Mal stand die komplette Familie auf der Bühne. Doch ans Erinnerungsfoto ("alle in Bühnenkostümen") dachte keiner. Die nächste Chance aufs Holzschlacht-Familienporträt kommt erst wieder 2024. Doch bis dahin stehen die Mayerhöfers sicher noch mehrfach auf der Bühne. Sie sind in der Fuchsmühler Laienspielgruppe aktiv. Und das mit großer Leidenschaft. Christian Mayerhöfer (35) mimte 2014 den Gemeindeschreiber Burger. Lukas, der ältere der Mayerhöfer-Buben, schlüpfte in die Rolle eines Holzrechtlerkindes. Mama Jasmin bekam den Part einer armen Rechtlerin, der kleine Noah den ihres Bühnensohns Xaver. "Die erste Probe, oben an der Felsenbühne, werde ich nie vergessen", erinnert sich Jasmin Mayerhöfer mit einem verschmitzten Lächeln. "Noah spielte ja den kleinen Xaver, Bühnenkollege Werner den Opa." Auf der Bühne noch unerfahren blickte Noah bei einer Szene hilflos herum, als ihn der Bühnen-Opa plötzlich mit den Worten "Xaver komm mal her zu mir!" zu sich rief. Entrüstet baute sich der "Enkel" vor seinem "Opa" auf, schaute ihn an und antwortete: "Ich heiße nicht Xaver, ich heiße Noah!" Später habe er einsehen müssen, dass er für ein paar Wochen doch Xaver war, lacht Jasmin. "Die gemeinsame Rolle - Mama und Kind - stand eigentlich so nicht im Textbuch. Regisseur Wolfgang Lang hat uns das auf den Leib geschrieben." Darauf sei sie heute noch stolz. Noch mehr aber sei Noah glücklich gewesen. "Vom Festspiel begeistert stimmte er schon früh um 6 Uhr lautstark die Holzrechtlerlieder an", fährt Jasmin Mayerhöfer fort: "Die halbe Straße hat er damals mit seiner Fröhlichkeit angesteckt." Beschwert habe sich aber keiner.

Zahlreiche Fuchsmühler Familien sind in der LSG fest verwurzelt, eine davon bilden die Mayerhöfers. "Das Theaterspielen gehört in unserer Familie dazu." Jasmin Mayerhöfer war schon als Kind von der Bühne begeistert. Mit der Rolle des Piloten beim "Kleinen Prinzen" habe sie ihre "Schauspielerkarriere" begonnen. "Damals spielte ich noch bei den Fuchsmühler Komödianten." Jahre später kam eine Bitte von der Laienspielgruppe, doch bitte einzuspringen. Jasmin Mayerhöfer überlegte nicht lange und eilte ins Jugendheim. Dort drückte man ihr ein Rollenbuch in die Hand. "Bevor ich noch ja sagen konnte, war ich auch schon dabei."

Seither ist sie häufig auf der Bühne zu sehen. Meist sind es heitere Rollen. "Die liegen mir." Zurzeit probt sie für das Frühjahrstheater. Mit dabei Ehemann Christian. Das Theaterspielen ist bei den Mayerhöfers nämlich längst zur Familiensache geworden. Übrigens: Partner im aktuellen Stück ist Christian Mayerhöfer. Normalerweise engagiert sich das Familienoberhaupt beim Bühnenbau. Jasmins Bruder Thomas, ein Elektriker, sei treibende Kraft. "An der Bühnentechnik gibt es immer was zu richten, da hat mich der Thomas einfach mal geholt." Seitdem ist Christian dabei. Aber heuer wurde er zum Darsteller "umgeschult". Der Spielleiter wollte es so. "Jetzt bin ich beides: Bühnenbauer und Laiendarsteller." Man habe ihn zwar zu seinem Glück gezwungen, die "Umschulung" jedoch fiel Christian leicht: "Wenigstens habe ich es noch nicht bereut." Früh stießen auch die Buben Noah und Lukas zur Laienspielgruppe. Seit geraumer Zeit gehören die jüngsten Mayerhöfers den "Theaterfüxen" an. Gemeinsam mit anderen theaterbegeisterten Kindern bilden sie den Nachwuchs der LSG. Tante Marina, sie ist Spielleiterin, baut auf ihre Neffen. So glänzten die Mayerhöfer-Sprösslinge bereits mehrfach in verschiedensten Charakteren. Als torkelnder Höllenwächter sorgte der Ältere beim jüngsten Kinderstück für Furore. Bruder Noah begeisterte als Bühnenratte Nummer 3. "Den Frosch habe ich vor zwei Jahren gespielt, vor drei Jahren den Stotterkönig", erzählt der Sechsjährige. Die "Theaterfüxe" stehen alljährlich im Winter, wenige Tage nach Weihnachten, auf den "Brettern, die die Welt bedeuten".

Vorfreude


"Die LSG ist unser zweites Zuhause", meint Jasmin. "Die Theatergruppe macht es uns leicht. Wir können viel gemeinsam machen." In acht Jahren wollen die Söhne bei den Soldaten bei der Holzschlacht-Aufführung mitspielen. "Ich freu mich schon auf das Festspiel. Spätestens dann agieren wir wieder gemeinsam auf der Felsenbühne."

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Weitere Informationen im Internet:

www.onetz.de/themen/tag-der-familie.html
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