Mehr als nur Geborgenheit

Kreisheimatpflegerin Maria Magdalena Stöckert lebt seit 1964 im Fuchsmühler Ortsteil Herzogöd. Das Leben auf dem Dorf, aber zusammen mit ihrer Familie und den Menschen im kleinen Ort betrachtet die gebürtige Augsburgerin als ein wichtiges Stück ihrer Heimat. Bild: wro
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Fuchsmühl
09.09.2016
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Wie fühlt sich Heimat an? Was gehört unbedingt dazu? Kreisheimatpflegerin Maria Magdalena Stöckert hat ihre Heimat gefunden. Aber in einem Satz oder gar in einem Wort lässt sich das nicht vermitteln.

Am 11. September ist "Tag der Heimat". "Heimat ist der Ort, wo man zu Hause ist, der Wohnort und seine Umgebung oder der Geburtsort; Ort des ständigen Wohnsitzes." Kreisheimatpflegerin Maria Magdalena Stöckert zeigt sich kritisch und sagt: "Diesem Definitionsversuch aus meinem Lexikon kann ich nur bedingt zustimmen." Auch der Bezeichnung "ständiger Wohnort" - als Inbegriff von "Heimat" - möchte sich Marlene (wie sie allgemein nur kurz genannt wird) Stöckert nur bedingt anschließen: "Meinen ständigen Wohnort habe ich schon häufiger gewechselt." Der Geburtsort, so Stöckert, sei es auch nicht. Sie ist nämlich eine gebürtige Augsburgerin.

Im Kreis der Familie


"Der Ort, wo man zu Hause ist? Ja. Nun stellt sich nur noch die Frage, wo man zu Hause ist", sinniert die Kreisheimatpflegerin. "Heimat ist der Ort, an dem ich aufgewachsen und groß geworden bin, nach dem ich immer Heimweh hatte." Und weiter: "Im Kreis meiner Familie und meiner Nachbarn fühle ich mich wohl und geborgen. In unserer Region fühle ich mich zu Hause und heimisch." Seit 1964 lebt Marlene Stöckert in Herzogöd; als Försterstochter kam sie hierher. Zunächst nur befristet für ein Jahr, dann wollten ihre Eltern und sie nicht mehr weg. "Ich war hier zunächst fremd. Daher habe ich alles in mich eingesogen und behalten." Sie wollte keine Fremde bleiben.

Echtheit


Was Marlene Stöckert immer wieder (wenn sie fort war) vermisst hat, war die Echtheit der im Steinwald lebenden Menschen. Selbstverständlich gehöre auch die Natur, die Landschaft, die Möglichkeit Tiere zu haben, die Freiheit, ebenso auch der heimische Dialekt dazu. "Heimat", so die Fuchsmühlerin, sei auch ein Gefühl. Es beinhalte Geborgenheit, Ruhe und Zufriedenheit. "Man muss sich, glaube ich, auch selbst gefunden haben, um Heimat richtig genießen zu können", fährt Marlene Stöckert fort. Für ihre Familie, aber auch für sie selber sei "ihr" kleines Herzogöd zu einem Stückchen Heimat im allerbesten Sinn des Wortes geworden. Sie ergänzt: "Gerne kommen auch unsere beiden Töchter Alexandra und Petra, so oft wie nur möglich, zusammen mit ihrem ,Anhang', zu uns heim ins ,Nest'. Nach Ansicht der Kreisheimatpflegerin sei es auch sehr wichtig, dass sich die Heimat so entwickelt, dass sie niemand verlassen müsse.

"Heimat ist schon auch ein Gefühl. Es beinhaltet Geborgenheit, Ruhe und Zufriedenheit. Richtig schätzen lernt man die Heimat wohl erst, wenn man diese unfreiwillig, oft sogar für immer verlassen muss", unterstreicht Marlene Stöckert. "Mein Vater, ein Flüchtling aus Mähren, musste sich eine neue Heimat suchen und hat diese nach Umwegen zusammen mit meiner Mutter, einer bayerischen Schwäbin, hier in Herzogöd gefunden." Heimat, so die Kreisheimatpflegerin abschließend, "ist eine innige Beziehung zwischen Mensch und Raum, die es zu pflegen und zu erhalten gilt".

Heimat ist der Ort, nach dem ich immer Heimweh hatte.Marlene Stöckert


Richtig schätzen lernt man die Heimat wohl erst, wenn man diese unfreiwillig, oft sogar für immer verlassen muss.Marlene Stöckert
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