Ritafest im Wallfahrtsort Fuchsmühl
Blüte trotz vieler Dornen

Rita-Rosen wurden draußen am Kirchplatz angeboten. Gesegnet wurden die Andachtsgegenstände nach den Gottesdiensten. Bild: wro
Vermischtes
Fuchsmühl
24.05.2016
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Die Augustinerpatres haben die Verehrung der Heiligen Rita nach Fuchsmühl gebracht. Auch nach dem Abzug der Ordensleute hält der Wallfahrtsort diese Tradition hoch.

Margherita Lotti - später bekannt als Heilige Rita - verstarb am 22. Mai 1447. Der Leichnam der stigmatisierten Ordensfrau ruht in der Basilika di Santa Rita in Cascia und blieb bis heute unversehrt. Alljährlich zum Todestag am 22. Mai erinnert man sich an vielen Orten der beliebten Heiligen. Vor rund 40 Jahren, damals noch unter der seelsorgerischen Leitung der Augustiner, ergänzte man auch in Fuchsmühl den Feiertagskalender mit einem "Ritafest".

Die Gottesdienste dazu im Wallfahrtsort, insbesondere die neugestaltete Kapelle, waren auch an diesem Wochenende wieder Ziel zahlreicher Rita-Verehrer und Namenskolleginnen aus nah und fern. Schon während der Vorabendmesse am Samstag und am Sonntag - dem eigentlichen Gedenktag der Heiligen - war die rosengeschmückte Wallfahrtskirche bis auf den letzten Platz gefüllt.

"Rita ist in Gestalt einer Reliquie unter uns", sagte Pfarrer Joseph beim Vorabendgottesdienst. Gerne wolle man die Traditionen, auch den Kontakt zu den Augustinern, weiter pflegen. Trotzdem müsse man heuer unfreiwillig mit einer langjährigen Gepflogenheit brechen. Erstmals war nämlich kein Augustiner gekommen. Trotz rechtzeitiger Bemühungen war es den Verantwortlichen nicht gelungen, einen Ordensgeistlichen für das Rita-Wochenende zu gewinnen.

Festprediger - jedoch nur am Vorabend - war daher Pfarrer Martin Besold aus Erbendorf. Er erwies sich als vollwertiger Ersatz. "Es ist ein schöner Zufall, dass ich hier sein darf und dass das Fest der Heiligen Rita heuer auf den Dreifaltigkeitssonntag fällt", betonte Besold. Er erinnerte in seiner Ansprache an das Wirken der beliebten Heiligen, deren Leben trotz vieler Dornen wie eine Blüte gewesen sei. Im Kloster zunächst abgewiesen, fand Rita schließlich Aufnahme bei den Augustinerinnen. Das Abbild der Dornenkrone, auch die volkstümliche Legende von der im Winter erblühten Rose machte sie zu einer Volksheiligen.

"Die Rose blüht, weil sie blühet. Sie achtet nicht ihrer selbst." Mit den Worten aus einem Gedicht des Barockdichters Angelus Silesius schloss Besold seine Festansprache zu Ehren der in Fuchsmühl verehrten Heiligen. Gemeinsam mit Pfarrer Joseph segnete Besold schließlich die mitgebrachten Rita-Rosen und Devotionalien, die wie alle Jahre vor der Kirchenpforte zum Kauf angeboten wurden.

Während der Sonntagsgottesdienste sprach Pfarrer Joseph zu den Gläubigen. Umrahmt wurde die Feier vom Kirchenchor. Die feierliche Nachmittagsandacht und der abschließende Rita-Segen bildete traditionell den Abschluss des Festtages in der Wallfahrtsgemeinde.
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