Schmucke Hütte zum Abschied

Nachfolger Jürgen Kircher (links) pflanzte gemeinsam mit seinem Vorgänger Forstdirektor Hartmut Dauner (Dritter von links) einen Ginkgobaum. Assistiert haben Klaus Deutschländer (rechts), Revierförster Eckhard Deutschländer (Zweiter von rechts), Adrian Deutschländer (Dritter von rechts) und Erbendorfs Bürgermeister Hans Donko (Zweiter von links). Bild: wro
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Fuchsmühl
02.06.2016
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Zwölf Jahre lang wirkte Hartmut Dauner verdienstvoll als Leitender Forstdirektor im Steinwald. Nun verabschiedete er sich in den Ruhestand. Die Feierstunde bescherte ihm mehrere Überraschungen.

Seit langem tragen die Fahrzeuge des Fuchsmühler Forstreviers Augsburger Kennzeichen. Der Pinienzapfen des Stadtwappens ist vertrautes Symbol. Als größter kommunaler Waldbesitzer gehören der Stadt Augsburg seit rund 80 Jahren große Teile des östlichen Naturparks Steinwald. Der Ankauf der Fläche diente 1937 als Ersatz für den Bau des Truppenübungsplatzes im Deuringer Wald. Der gepflegte Forst im Steinwald gehört heute zu den Schmuckstücken in der Region.

Hartmut Dauner war rund zwölf Jahre lang für diesen Teil des Steinwaldes verantwortlich. Bei der Verabschiedung in den Ruhestand stellte er mit Jürgen Kircher seinen Nachfolger vor. Die (auf Wunsch Dauners) kleine Feier unweit des Forsthauses fand im Beisein zahlreicher Ehrengäste statt. Revierförster Eckhard Deutschländer hielt die Laudatio. Mit Mumm habe Dauner in "Bayerisch Sibirien" investiert, scherzte der Revierförster. Nach und nach sei das Revier Fuchsmühl um 56 Hektar vergrößert worden. Damit habe der Forstdirektor echte Identifikation gezeigt. Deutschländer bedauerte den Abschied seines Vorgesetzten. Eckhard Deutschländer hatte für den scheidenden Chef Geschenke mitgebracht. Dazu gehörte ein Mitbringsel aus Kuba. "Vor kurzem lagen die fermentierten Zigarren noch in einem Rum-Limette-Ananasbad." Eine ganz besondere Überraschung war mit einem handgemachten Schild verbunden. Es benennt die bislang namenlose, schmucke Forsthütte am ehemaligen Pflanzgarten: "Forstdirektor-Dauner-Hütte". Deutschländer: "Hier können Sie, falls nötig, auch übernachten, wenn Sie mal auf die Jagd gehen möchten." Er lud den Ruheständler zu vielen Besuchen in den "Augsburger" Steinwald ein.

Vor einigen Monaten hatte man beschlossen, das in die Jahre gekommene Blockhaus wieder auf Vordermann zu bringen. Mitarbeiter des Forstamtes haben die Hütte mit einem Aufenthalts-, Lager- und Arbeitsraum ergänzt. Das Holzrelief mit der Aufschrift "Forstdirektor-Dauner-Hütte" wurde von Klaus Deutschländer, dem Vater des Revierförsters, in Handarbeit gefertigt. Auch Bürgermeister Hans Donko aus Erbendorf würdigte die Verdienste und die fruchtbare Zusammenarbeit.

Mutig vorwärts


Bescheiden verfolgte der künftige Ruheständler die Lobesworte und meinte: "Bei so viel Weihrauch wird sogar ein Heiliger rußig." Er verabschiedete sich mit einem Satz von Franz von Assisi: "Mutig vorwärts, gläubig aufwärts und dankbar rückwärts!" Der Begriff der Nachhaltigkeit werde nirgends so gelebt wie in der Forstwirtschaft. Dauner bekannte, er sei immer gerne in die Oberpfalz gekommen. "Der stammt aus unserem Garten", kommentierte Förstersohn Adrian Deutschländer schließlich die letzte Aufmerksamkeit. Als Abschieds- und Willkommensgeschenk zugleich wurde ein junger Ginkgobaum gepflanzt.

Nachfolger Dauners ist Jürgen Kircher, der seinen Dienst am 1. Juli antritt. Kircher ist ein Studienfreund des Fuchsmühler Revierförsters. Der Landsberger Forstwirt wechselte 2003 als Holzvermarkter zur Stadt Augsburg.
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