Seniorennachmittag
Pfarrer mit Brief von Gott

Vermischtes
Fuchsmühl
22.12.2015
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Pfarrer Joseph ist seit September Seelsorger in Fuchsmühl. Zugleich ist er Vorsitzender des Caritasvereins. Für seinen ersten Seniorennachmittag in der Wallfahrtsgemeinde hatte sich der Geistliche eine kleine Überraschung ausgedacht.

Pfarrer Joseph hatte ganz vorne Platz genommen. Neben ihm saßen seine Stellvertreterin Nicole Fürst, Bürgermeister Braun und Alois Konz. Ein wenig gespannt schaute er in die Runde. "Viele Gesichter kenne ich ja schon, einige sind mir noch neu", gestand er ein wenig zweideutig, als er anschließend von Tisch zu Tisch wanderte, um jeden Gast persönlich zu begrüßen. Er freute sich sehr, dass sich so viele Leute Zeit genommen hatten, die adventliche Veranstaltung zu besuchen: "Trotz der Hektik in der Vorweihnachtszeit", wie er betonte. Pfarrer Joseph faltete schließlich ein Blatt Papier auseinander und las davon vor. Die Überraschung, die er mitgebracht hatte, war "ein Schreiben aus dem Himmel, von Gott persönlich abgeschickt, adressiert an die Menschen". Kurz hielt er noch einmal inne und stellte fest: Der Brief wurde von Menschenhand geschrieben, Gott sei nur der Absender. Ehrlich und versöhnlich, wie die Botschaft begonnen hatte, schloss sie auch: "Es reut mich nicht, Dich erschaffen zu haben. Jeder Tag, den du lebst, ist ein Geschenk von mir." Pater Thankachan Puthiyedath, er wird von allen nur Pfarrer Joseph genannt, ließ die Zeilen unkommentiert im Raum stehen. Warum ausgerechnet er einen Brief aus dem Himmel erhalten hatte, blieb unbeantwortet.

Premiere


Inzwischen hatten einige Hirten vorne Platz genommen, kleine weiß gekleidete Engel erschienen wie aus dem Nichts und suchten sich eine stille Ecke etwas weiter hinten in der Mehrzweckhalle. Die jungen Hirten gehörten zu einer Spielgruppe, die Marina April, die Jugendleiterin der Laienspielgruppe, organisiert hatte. Über Wochen hinweg hatte sie mit den Kindern ein Krippenspiel einstudiert. Beim Seniorennachmittag feierte das kleine Stück seine Premiere.

Ein wenig aufgeregt waren sie schon, die jungen Darsteller, ihre Rollen aber spielten sie meisterhaft. Das Theaterspielen kennen viele von ihnen von den "Theaterfüchsen" der Laienspielgruppe und das spürte man auch. Laut und deutlich sprachen sie ihre Texte. Sie agierten wie ihre großen Vorbilder im Verein. Musikalisch begleitet wurde das Krippenspiel von Hubert Köhler am Klavier und von der Männergesangsgruppe des Kirchenchores. Martin Günthner, Siegfried Gleissner und Helmut Höcht sorgten dann auch für eine weitere Überraschung. Die Gesangsgruppe war eigens für diesen Nachmittag gegründet worden - hoffentlich nicht zum letzten Mal, wünschten sich viele Zuhörer. Warum der Menschensohn auf die Welt geschickt wurde und wie es dazu kam, erzählte Nicole Fürst, zweite Vorsitzende des Caritasvereins. Nahtlos nahmen die Kinder den Faden auf: Es wurde still im Saal, als der Erzengel Maria die Botschaft überbrachte und wie sich Maria und Josef schließlich auf den Weg nach Bethlehem machten. Besonders gefiel die stimmungsvolle Schlussszene, gemeinsam mit dem Heiligen Paar, den Engeln und Hirten.

Aufführung in Kindermette


Die adventlichen Weisen, das Spiel um das Weihnachtswunder und schließlich auch die Spitzbubengeschichte vom Christbaumstehlen wurden zum Höhepunkt eines mehr als stimmungsvollen adventlichen Caritas-Adventsnachmittags in der Mehrzweckhalle. Wer das Krippenspiel sehen möchte, hat dazu am Heiligen Abend um 16 Uhr in der Kindermette Gelegenheit.
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