"Theaterfüxe" machen modernes Kinder- und Jugendtheater
In der Hölle ist der Teufel los

Vermischtes
Fuchsmühl
04.02.2016
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Vorsorglich hatte der Teufel die Ratten durchnummeriert. Das Zählen zählte nämlich nicht zu seinen Stärken. Im Bild von links Anna, Amelie und Marie Buba, Lea Zwerenz, Ricarda Baum, Melina Stock. Bild: wro

Die "Theaterfüxe" haben sich vom klassischen Märchenspiel gelöst. Sie bringen modernes Kinder- und Jugendtheater auf die Bühne. Mit "Eintritt für Lehrer verboten" landeten sie wieder einen Publikumserfolg.

Der Andrang an der Kasse war groß. Die Zuschauerränge waren schnell gefüllt. Spielleiterin Marina April bewies wieder einmal gutes Gespür für den Geschmack des Publikums. Nach wochenlanger Vorbereitungs- und Probenzeit öffnete sich der Premierenvorhang und gab den Blick frei auf ein zauberhaftes, detailverliebtes Bühnenbild: Die Küche von Teufels Großmutter mit einem übergroßen Rattenloch als "Notausgang". Mit guten Augen konnte man sogar ein Spinnennetz mit geduldig auf Beute wartender Bewohnerin erkennen.

Ruhender Pol


In dieser "guten Stube" regierte Teufels Großmutter, eine liebe Knuddeloma. Sie wurde von Marita Plößner überzeugend dargestellt. Sie war der ruhende Pol in der höllischen Unterwelt. Vergeblich versuchte sie dort die Fäden zu ziehen. Dass dies nicht gelang, dafür sorgte ihr Enkel, ein ewig zorniger, polternder roter Teufel mit schwarzem Mantel. Dem Bilderbuch-Satansbraten alias Andreas Robl war die Rolle förmlich auf den Leib geschrieben. Seine ausdrucksstarken Szenen und das gestenreiche Herumfuchteln sorgten nicht nur auf der Bühne für Angst und Schrecken. Dumm nur, dass der Teufel vieles konnte; Rechnen und logisches Denken gehörten aber zu den weniger ausgeprägten Talenten.

Den "Running Gag" lieferte Lukas Mayerhöfer als "behüteter" Höllenwächter Argus. Sein leicht beschwipstes Augenmerk galt jedoch mehr seiner überdimensionierten "Weinflasche", respektive dem (alkoholfreien) Inhalt derselben. Argus, der Wächter über "Furcht" und "Schrecken" (Luca Zwerenz und Maximilian April), hatte für jede Situation den richtigen Spruch auf Lager und feixte: "In frohen Stunden lass Dir ein Schlücklein munden." Die Lacher, auch den Szenenapplaus hatte er damit für sich gebucht. Lukas Mayerhöfer kostete die Rolle auch aus, wartete das Klatschen geduldig ab, lächelte stets verschmitzt, um dann leicht torkelnd wieder "abzutauchen".

Reformerinnen


In ihren Rollen glänzten freilich auch die "Lehrerinnen" (Leonie Fiedler, Tamia Burger, Larissa Kümpel, Antonia Fröhler, Emma Heinzl und Lorena Preisinger). Sie waren nur durch unbedachte Äußerungen in die Welt des Teufels geraten, um diese dann nach ihrer Art zu reformieren. Für Witz und Situationskomik schließlich sorgten die quirrligen Bühnenratten Anna, Amelie und Marie Buba, Lea Zwerenz, Melanie Stock, Noah Mayerhöfer und "Stotterratte" Ricarda Baum.

Winzige Texthänger wurden vom Publikum großzügig verziehen und von den "Füxen" ebenso locker überspielt. Dafür hatte man gleich mehrere Souffleusen. Am 14. Februar um 15 Uhr werden sich die "Füxe" noch einmal in die Unterwelt begeben. Dann können auch diejenigen, die das Stück noch nicht im Jugendheim erleben durften, erfahren, wie sich die Lehrer aus der Unterwelt befreien können. Die Eintrittskarte kostet vier Euro. Übrigens: Der Eintritt war für Lehrer keineswegs verboten. Im Saal wurde mindestens ein Vertreter dieser Berufsgruppe gesichtet.
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