Was „X-mas“ wirklich bedeutet

In einer bewegenden Adventsfeier im Senioren-Servicehaus Fuchsmühl erläuterte Pfarrer Martin Schlenk (hinten links), was hinter "X-mas" steht. Musikalisch umrahmte die Feier die Stubenmusik aus Friedenfels. Bild: wro
Vermischtes
Fuchsmühl
23.12.2015
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Wer Pfarrer Martin Schlenk kennt, der schätzt seine Gottesdienste - vor allem auch wegen der Predigten. Der Geistliche hatte zur Adventsfeier im Senioren-Servicehaus eine schwarze Tafel mitgebracht.

Für alle gut sichtbar hatte der evangelische Pfarrer die Tafel ganz vorne aufgestellt. Wohl nur zur Dekoration, wie viele zunächst vermuteten. "Merry X-mas" war darauf zu lesen, mehr nicht. Der eine oder andere wunderte sich über diesen merkwürdigen Andachtsgegenstand, vor allem über die amerikanische Aufschrift. Amerika, ein Land, wo man Weihnachten glitzernd, eher laut und mit allem Pomp feiert. Pfarrer Martin Schlenk ahnte sehr wohl, dass er damit ein klein wenig für Unsicherheit sorgte. Er bat um Geduld. Den Sinn dieses Schildes, so versprach er, werde er noch erklären.

Stubenmusik


So warteten die Bewohner und Gäste des Senioren-Servicehauses samt Betreuerinnen geduldig auf die Erläuterung. Die Stubenmusik aus Friedenfels sorgte für stimmungsvolle Momente, es wurde gebetet und gemeinsam sang man bekannte Weisen zum Advent. Pfarrer Schlenk hieß alle willkommen, egal ob sie nun evangelisch oder katholisch seien. Schließlich deutete er auf das Schild: Das sei die englische Abkürzung für "Merry Christmas" erklärte er. Ausgerechnet dieses "Merry X-mas" sei 2008 zum nervigsten und überflüssigsten Wort Deutschlands gekürt worden. "Man glaubte wohl es sei eine moderne, vor allem aber lieblose Abkürzung von Christmas." Doch weit gefehlt, meinte der Pfarrer, genau das Gegenteil sei der Fall. Das sei auch gar kein X, wie man glauben möchte, sondern der griechische Buchstabe Chi und der stehe zusammen mit dem griechischen "Rho" für Christus. Hier sei wohl auf der Reise über den großen Teich einiges verloren gegangen, vor allem der "Christus", schmunzelte Schlenk, der damit das Rätsel um das große Schild löste. Der Pfarrer brach dann gleich mehrere Lanzen für das angeblich "lieblose" X-mas. Das "X", so Pfarrer Schlenk, stehe wohl auch für eine mathematische Unbekannte. Dies wusste schon Maria, die damals in Nazareth, später in Bethlehem auch noch nicht geahnt hätte, auf welche Sache sie sich da eingelassen hatte.

Weihnachten müsse nicht perfekt sein, schließlich sei Jesus auch nur in einem Stall auf die Welt gekommen. "Und keiner der Hirten hatte vorher Zeit zum Ordnung schaffen", schloss Schlenk und ergänzte, Weihnachten ohne dieses X sei wohl doch nur ein unvollständiges Weihnachten.
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