"Die Sichelstiele" suchen auf dem Mausberg per GPS Geocache nach Kaiser Karls IV. Schatz
Erst abseits, dann die Erleuchtung

Zur groben Orientierung diente dem Team "Die Sichelstiele" die aufgestellte AOVE-Tafel mit der Landkarte. Bilder: (2)
Freizeit
Gebenbach
25.08.2016
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Die Kleinen sind am Ziel: Der Cache ist gefunden - eingepackt in einen kleinen Behälter aus Kunststoff.

Zu nass, zu kalt, zu wenig Ahnung: So waren die Räuber vom Mausberg nicht zu stoppen. Dabei brauchte Kaiser Karl IV. unbedingt die Unterstützung erfahrener Schatzjäger, um die Diebe zu stellen, die auf der Goldenen Straße am Mausberg ihr Unwesen trieben. Das Geocaching-Team "Die Sichelstiele" musste sich da etwas einfallen lassen.

Geocaching, die elektronische Schnitzeljagd, die mit Hilfe von GPS-Koordinaten und -Geräten überall auf der ganzen Welt möglich ist, kannte Kaiser Karl IV. (1316 bis 1378) natürlich nicht. Doch die Goldene Straße, die bedeutendste Ost-West-Handelsverbindung der damaligen Zeit, geht auf den glanzvollen Herrscher zurück. Karls Mannen hatten sicherlich öfter mit Überfällen auf dieser Verbindungsstrecke zwischen Nürnberg und Prag zu tun. Und vielleicht mussten sie sogar am Mausberg die Handelsgüter des Monarchen verteidigen.

Mehr-Stationen-Tour


Stoff genug für eine spannende Räuber-Schatz-Geschichte, die Matthias Cramer von der AOVE in einem Geocache verarbeitet hat. Unter opencaching.de kann sich jeder im Internet mit den Daten dieser Mehr-Stationen-Tour versorgen. Auch das Team "Die Sichelstiele" zog mit Freunden los, um Kaiser Karls Ritter Leopold zu helfen, den Räubern die Beute wieder abzuluchsen.

Aber ganz so einfach war die Sache nicht. Als die Jäger mit Freunden das erste Mal loszogen, vermieste beständiger Nieselregen selbst dem Kugelschreiber den Tintenfluss. Aber das wäre noch zu ertragen gewesen. Der eigentliche Feind versteckte sich im GPS-Gerät. Üblicherweise verwenden Geocacher ein bestimmtes Format für die Angabe der Koordinaten. "Diese hier waren plötzlich anders. Wir haben trotzdem etwas herumprobiert", erzählen "Die Sichelstiele". Dass sie auf den Mausberg mussten, war klar. Das Team wunderte sich aber, was das GPS-Gerät aus den eingegebenen Koordinaten machte. "Unser Gerät schickte uns ziemlich weit ins Abseits, das konnte nicht stimmen. Und das bei jeder Station", schildert Katja das Problem. Doch ohne genaue Koordinaten mussten die Freunde die Jagd verschieben.

Kein Ergebnis


Wenige Tage darauf kam die Erleuchtung. "Der Trick war, unser GPS-Gerät so einzustellen, dass es mit Grad, Bogenminuten und -sekunden umgehen kann", erläutert Tatiana. Umrechnen auf das übliche Format habe zwar Arbeit gekostet, aber kein Ergebnis gebracht, so die Geocacherin.

Heute nun, bei strahlendem Sonnenschein, erfolgt der erneute Angriff auf den Räubertrupp im Namen des Kaisers. Die Sichelstiele haben "Anne K." sowie Kind und Kegel im Gepäck. Die Koordinaten stimmen einigermaßen, die Aufgaben sind schnell zu lösen. Die Stimmung ist entsprechend gut. Nach Station sechs kommt das Rätsellöserteam zur letzten. Anne und Tatiana verwenden die Ergebnisse der kleinen Rätsel, um den Ort zu bestimmen, an dem der Cache liegt. "Wir müssen ja wieder zurück in den Wald!" Eine weite Strecke, die die Cacher lieber mit dem Auto zurücklegen. Aber der Ort scheint zu stimmen.

Ein gutes Ende


Dann endlich der große Moment: "Hier ist sie!", jubeln die Kinder und ziehen die Beute aus dem Versteck. Besonders raffiniert und liebevoll versteckt ist die kleine Plastikdose nicht gerade. Die schöne und spannende Geschichte um die Räuberbande hat trotzdem ein gutes Ende genommen. Und das Rätsel, warum die Strecke am Schluss so weit war, klärt ein kurzer Anruf bei Matthias Cramer.

Dieser hatte den Umweg eigentlich nicht vorgesehen. Aber er will nun dafür sorgen, dass die Beschreibung hier eindeutiger wird. Beim nächsten Cache klappt's bestimmt besser. Und vielleicht schickt Matthias Cramer, der sich "kingcharly4" nennt, die Cacher-Gemeinde wieder im Namen des großen Kaisers Karl IV. los.

Karl, Cramer und der CacheZum 700. Geburtstag von Kaiser Karl IV. findet die Bayerisch-Tschechische Landesausstellung "Karl IV." in Prag und Nürnberg statt. Besonders entlang der Goldenen Straße gibt es viele Begleitveranstaltungen dazu. Die AOVE bietet unter anderem den Geocache "Überfall auf der Goldenen Straße" an, den Matthias Cramer (AOVE) erstellt hat. "Es sollte auf jeden Fall ein Cache für Familien werden, daher habe ich keine schweren Rätsel eingebaut. Die Tour kann man auf jeden Fall zu Ende bringen, denn der Hinweis aufs Versteck muss erst am Schluss errechnet werden", beschreibt er seinen Cache. Die Tour ist vier Kilometer lang und dauert eineinhalb Stunden. Cramer hat sich erst einarbeiten müssen. Nicht nur in die Historie, damit die kleine Räubergeschichte möglichst realistisch rüberkommt. Auch Geocaching war für ihn Neuland: Er hatte noch nie einen Cache gesucht. Selbst einen zu "legen", sei eine Herausforderung gewesen, so der AOVE-Umschüler. Auf der AOVE-Webseite und auf opencaching.de finden große und kleine Schatzjäger Cramers Cache. Zudem können die Teams an einem Gewinnspiel teilnehmen und Gutscheine für Aktivitäten in der AOVE-Region gewinnen. (tat)
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