Blasmusik Gebenbach gibt Frühjahrskonzert
Mozart selbst am Dirigentenpult

Das Hauptorchester der Blasmusik Gebenbach zeigte unter seinem Dirigenten Gerhard Böller beim Frühjahrskonzert großes Können. Bild: mma
Kultur
Gebenbach
07.05.2016
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Lange und anspruchsvolle Kopf-Reisen bot die Blasmusik Gebenbach bei ihrem Frühjahrskonzert unter der Gesamtleitung von Gerhard Böller.

Maria und Theresa Schöpf erwiesen sich als versierte Moderatorinnen. Vorsitzender Simon Lösch freute sich über eine voll besetzte Mehrzweckhalle, habe man doch fast ein ganzes Jahr intensiv dafür geprobt.

Nachwuchs gibt Ton an


"Wir geben den Ton an", verkündeten selbstsicher die T-Shirts des Nachwuchsorchesters. Entsprechend präzise und pointiert eröffneten die 29 Musiker unter ihrer Dirigentin Angelika Schöpf die Veranstaltung mit dem Marsch "A good start". Faszinierend fremd und exotisch unterstützten Rhythmusinstrumente die Dschungel-Atmosphäre bei den "Selections from Tarzan", ehe sich das Ensemble mit "Forget you" fast schon melancholisch wieder verabschiedete.

Drei lange musikalische Erzählungen bot das Hauptorchester unter Gerhard Böller. Die spannungsreiche "Ouverture for band, opus 24" des erst 15-jährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy eröffnete feierlich den Reigen: von sensibel bis fulminant und mit einem mitreißenden Finale. Beim "Tanz mit dem Teufel" von Fritz Neuböck tauchten gar vier Luzifer-Masken auf. Diabolisch faszinierend umgarnte der gefallene Engel auch die Zuhörer, bis der Erzengel Michael dessen Treiben mit rhythmischem Klatschen und Bann brechenden Harmonien ein Ende setzte.

Markus Götz hatte den "Wildenstein" geschrieben. Versetzt ins Mittelalter, lauschten die Besucher der musikalischen Ballade von Engelbrecht und seiner Tochter Agnes. Man litt förmlich mit den beiden mit und freute sich mit den Protagonisten über den guten Ausgang.

Intergalaktisch und feinsinnig flimmernd war die Zeitreise mit Alan Silvestris "Back tot he future". "Robin Hood - Prince of Thieves" wurde in einer "Symphonic Suite" augenscheinlich im Gebenbacher Sherwood-Klangwald lebendig. Feinfühlig intoniert auch Robins Gefühle für Marian, wie auch die spannende Jagd auf den Gesetzlosen.

Abheben durften die Zuhörer bei der "Voyage into the Blue". Traumsicher schwebend nahmen die fast 50 Musiker alle sicher durch manch bedrohlich erscheinende Turbulenzen hindurch mit über die Wolken in weite lichtdurchflutete Fernen. Der Flug endete schließlich in Wien bei "Mozart!" von Naoya Wada, der quasi selber mit Perücke fein tarierte Höhen und Tiefen seines Lebens in einer modernen Interpretation dirigierte. Die Komposition "Wiener Bürger" von Carl Michael Ziehrer ließ die Mehrzweckhalle im Dreiviertel-Takt leichtfüßig schwingen.

Notenschlüssel aus Blumen


Für ihr großes Engagement zeichnete Simon Lösch Theresa und Angelika Schöpf mit einem Blumen-Notenschlüssel aus. Für 20 Jahre intensiven Einsatz dankte er Gerhard Böller mit einem personalisierten Roman. Die Zugabe "Ein Student geht vorbei" kam entsprechend leichtfüßig und fröhlich daher spaziert. "Salemonia" schloss das 150-minütige Konzert, bei dem die Blasmusik Gebenbach hohes Niveau bewies.
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