Vor Beginn der Festwoche am Mausberg ein Blick zurück auf die Sanierung der Kirche
Vor 25 Jahren runderneuert

Nachdem ein Teil des Festplatzes vor 25 Jahren abgerutscht war. nahm man sich ein Beispiel am Kirchturm und stellte das Festzelt zur Einweihung ebenso auf Holzpfähle. Auch wenn diese nur aus Fichte oder Kiefer bestanden. Sie mussten ja nur eine Woche halten. Eine schweißtreibende Arbeit war es trotzdem.
Kultur
Gebenbach
01.09.2016
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Auch 25 Jahre nach der Renovierung zeigt sich die Wallfahrtskirche auf dem Mausberg nicht abgenützt, sondern im schmucken Glanz. Am Sonntag beginnt dort wieder die Festwoche. Bilder: swo (2)

Wenn nächsten Sonntag die Festwoche am Mausberg beginnt, blickt die Pfarrei Gebenbach auch auf ein kleines Jubiläum zurück: Vor 25 Jahren übergab der damalige Diözesanbischof Manfred Müller die Wallfahrtskirche wieder ihrer Bestimmung und segnete den Altar. Vorausgegangen waren jahrelange Planungen und die Generalsanierung des Gotteshauses.

Durch Bewegungen im Untergrund, die durch Gleitschichten, vor allem durch schmierigen Ton verursacht wurden, traten damals an dem im Jahr 1753 erbauten Kirchenschiff große Schäden am Mauerwerk und Deckengewölbe auf. Langzeituntersuchungen ergaben, dass am Kirchenbauwerk statische Sicherungsmaßnahmen nötig geworden sind, um der Gefahr eines Einsturzes zuvorzukommen. Die vorhandenen Fundamente wurden miteinander versteift und erhielten eine neue Basis aus Stahlbeton, verbunden mit etwa 17 Tonnen Baustahl.

Eine Herausforderung war damals auch, das drückende Hangwasser vom Mauerwerk fernzuhalten, denn im Gegensatz zum Kirchenschiff wurde das Fundament des 1870 erbauten Turms auf einen Pfahlrost aus Eichenholz gesetzt. Es musste also strengstens darauf geachtet werden, dass das Grundwasser im Turmbereich nicht abgesenkt wurde.

Echtes Antikglas


Weitere Maßnahmen waren die Ergänzung des maroden Dachstuhls sowie die Erneuerung der gesamten Dacheindeckung und der Blechteile. Der mit Rissen durchsetzte Außenputz wurde abgeschlagen und neu aufgezogen. Die Fenster im Hauptschiff wurden erneuert und durch solche aus echtem Antikglas mit Bleistegen ersetzt. Im gesamten Innenraum wurden an den Wänden und am Gewölbe Putz-, Stuck- und Feuchtigkeitsschäden beseitigt.

Da Hochaltar, Kanzel und Seitenaltäre noch die Fassungen aus ihrer Entstehungszeit (1871) aufwiesen, wurde das Restaurierungskonzept im Stile dieser Zeit umgesetzt. Auch das Gnadenbild war in äußerst schlechtem Zustand und musste aufwendig restauriert und vom Holzwurm befreit werden. Insgesamt belief sich die Bausumme der damaligen Renovierung auf 1,4 Millionen DM.

Trost und Hilfe


Bischof Manfred Müller würdigte bei der Weihe des Gotteshauses am 1. September 1991 das Engagement und den Einsatz der Gläubigen und der Pfarrgemeinde Gebenbach. Er forderte die Gläubigen damals auf, das Wort Gottes nicht nur mit den Lippen zu ehren und zu hören, sondern auch danach zu handeln. Es bedeute Leben und Zukunft für Gesellschaft, Staat und Kirche, beinhalte aber zugleich auch Trost und Hilfe. Eine Aussage, die auch nach 25 Jahren nichts an ihrer Aktualität und ihrer Aussagekraft verloren hat.

Schon zu Beginn der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts begann man in der Pfarrei, das zuvor etwas in Vergessenheit geratene Mausbergfest wiederzubeleben. Mit dem Abschluss der Renovierungsarbeiten der Wallfahrtskirche erfuhr auch die Festwoche, die am kommenden Sonntag wieder beginnt, einen starken Aufschwung und Zulauf.

In Eigenregie


Stolz sein dürfen die Pfarrangehörigen darauf, dass sie seit der Wiederbelebung des Festes den Betrieb in Eigenregie ausführen. Unter der Organisation des Pfarrgemeinderates war es vor allem die Familiengemeinschaft, die von Anfang an beteiligt war und es noch immer ist. Auch die Krieger- und Soldatenkameradschaft übernahm am Anfang viele Jahre den Betrieb des Bratwurststandes. Dieser wird nun bereits seit 15 Jahren von der DJK Gebenbach organisiert.

Letztlich ist der Festbetrieb aber nur dank Hunderter Ehrenamtlicher möglich, die jedes Jahr bereit sind, auch im Hintergrund mitzumachen. Dieses Engagement für ein Fest ist ein Phänomen, das weit über die Grenzen der Pfarrei hinaus Anerkennung und Hochachtung findet.

Sicherlich trägt auch die Gottesmutter zur Harmonie und Gemeinsamkeit auf ihrem heiligen Berg bei. So hat der Wallfahrtsort in den vergangenen 25 Jahren nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Ganz im Gegenteil, fanden doch in den vergangenen Jahren immer mehr Wallfahrer mit ihren Bitten und Anliegen den Weg hinauf zum Marienheiligtum, und so soll es auch sein. Für die Pfarrei ist dies Grund genug, die Hände nicht in den Schoß zu legen und weiter für den Erhalt des Wallfahrtsortes zu sorgen. Die Festwoche leistet dazu einen wichtigen Beitrag.
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