Barmherzigkeit im Fokus

Zum Auftakt der Festwoche feierte Weihbischof Reinhard Pappenberger (Mitte) zusammen mit Pfarrvikar Christian Preitschaft (rechts) und Diakon Dieter Gerstacker (links) den Eröffnungsgottesdienst. Bild: swo
Lokales
Gebenbach
06.09.2015
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Zu den Klängen der Orgel, gespielt von Sonja Binder, eröffnete der Gebenbacher Kirchenchor unter der Leitung von Maria Birner mit dem Kyrie aus der "Missa alla settecento" von Wolfram Menschick die Messfeier. Das Mausbergfest bei Gebenbach hat mit Weihbischof Reinhard Pappenberger begonnen.

Trotz kühler Witterung und dicker Regenwolken am Himmel haben sich die Wallfahrer am Sonntag sehr zahlreich am Mausberg zur Eröffnung der Festwoche unserer lieben Frau versammelt. Bereits um 8 Uhr war die Kirche zum ersten Gottesdienst, zelebriert von Pfarrvikar Christian Preitschaft, gut gefüllt.

Zu Fuß zur Kirche

Gleich danach wurde dem Pfarrvikar die Ehre zuteil, erstmals in seinem Priesterleben in Vertretung für den verhinderten Pfarrer Dr. Christian Schulz, einen Bischof in der Pfarrei willkommen zu heißen. Er empfing ihn am Parkplatz und ging mit ihm das letzte Stück bis zur Kirche zu Fuß. Oben angekommen, erwarteten schon die Gremien von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung mit Kirchenpflegerin Susanne Lindner und Ratssprecher Wolfgang Schöpf den hohen Gast. Auch Bürgermeister Peter Dotzler ließ es sich nicht nehmen, den Weihbischof zu begrüßen, obwohl dies bekanntlich nicht mehr auf Gebenbacher Gemeindegrund stattfand.

Nach kurzer Vorbereitung in der Sakristei segnete Pappenberger die anwesenden Kinder, ehe er mit Pfarrvikar Preitschaft, Diakon Dieter Gerstacker und Priesteramtskandidat Daniel Fenk zusammen mit zahlreichen Ministranten in die vollbesetzte Kirche zur Pontifikalmesse einzog. In der Lesung aus dem Jakobusbrief wurden die Gläubigen aufgefordert, in einer Versammlung nicht die besten Plätze nach dem Äußeren der Person zu vergeben und Urteile aufgrund von verwerflichen Überlegungen zu treffen.

Platz geschaffen

Dies nahm der Weihbischof zum Anlass, die in den ersten Reihen sitzenden Ministranten kurzerhand aufzufordern, sich in den Altarraum zu begeben, damit die Plätze für Andere, die nicht so gut zu Fuß sind, frei wurden. Dies wertete Pappenberger auch als Zeichen der Barmherzigkeit, auf die er in seiner Predigt zur Themenwoche am Mausberg - "Die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit" - einging.

Alles gut gemacht

Als Christen seien wir aufgefordert, aufmerksam auf die Schwächeren in der Gesellschaft zu sein, wie Jesus es tat. Er sagte zu dem Taubstummen "Effata - tu dich auf" und die Menschen sagten damals, er habe alles gut gemacht. Dies solle man auch von den Christen sagen, so der Bischof weiter. Wir müssten uns anstrengen, so der Hirte, dass wir gut hineinhören in unsere Fähigkeiten, die uns bei der Taufe zugesprochen wurden.

Die Gebenbacher hätten das Thema der Festwoche nicht besser wählen können, schließlich habe Papst Franziskus im März ein Heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen, das am Fest Mariä Empfängnis, am 8. Dezember beginne. Hier gehe es nicht um Wissen, sondern um einfaches Tun, so der Papst bei der Verkündigung. Die Menschen sollten den Katechismus zur Hand nehmen und sehen, was es heiße, barmherzig zu sein. Man solle auf die eigenen Möglichkeiten der Barmherzigkeit schauen und diese nicht an andere wie die Caritas delegieren, um am Ende des Mausbergfestes und auch des Heiligen Jahres sagen zu können: Es ist alles gutgegangen.

Über Haustür hinaus

Papst Johannes Paul II. habe einmal gesagt, Barmherzigkeit bestimme seinen Dienst. Ermutigt durch seine Begegnung mit der Ordensschwester Faustina in Krakau in seiner Jugend, erhob er den Weißen Sonntag zum Barmherzigkeitssonntag. Wir müssten über die eigene Haustür hinausdenken, denn durch Barmherzigkeit werde die Welt gut, fügte der Prediger an. Aber das Schwierigste sei es, die Werke zu tun.

"Unter deinen Schutz und Schirm" oder auch "unter deine Barmherzigkeit" - was im Hebräischen so viel heißt wie Mutterschoß - beten wir in einem der ältesten Mariengebete. Die Gottesmutter habe uns Barmherzigkeit vorgelebt. Von Anfang an sei sie aufmerksam gewesen und das sei ihr eigen geblieben. Sie habe bei der Hochzeit zu Kanaa barmherzig reagiert: "Sie ging den Weg ihres Sohnes mit bis ans Kreuz. Dort vertraute Jesus sie stellvertretend für alle Erlösten den Jüngern als Mutter an. So sollten wir von ihr lernen, was es heißt, barmherzig zu sein, damit wir am Ende sagen können: Wir haben alles gut gemacht", schloss der Weihbischof.
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