Brief hilft: Fast doppelt so viel Kirchgeld

Lokales
Gebenbach
28.04.2015
0
0

Für sie war es eine Premiere: Erstmals nahmen Pfarrer Dr. Christian Schulz und Pfarrvikar Christian Preitschaft an der Pfarrversammlung von St. Martin in Gebenbach teil. Der bisherige Ortspriester Dr. Joseph Madathiparampil ist ja in Ruhestand gegangen.

Was für die Laienvertreter in den Gremien schon fast zur Routinearbeit zählt, ist für die Geistlichen eine neue Erfahrung und Aufgabe in Gebenbach. Dementsprechend äußerte sich Schulz in seinem Bericht recht zurückhaltend. Er müsse die Situation in der Pfarrei erst noch analysieren, sagte er. Dies sei umso schwieriger, da er als Leiter der Gemeinschaft aus drei Pfarreien aus zeitlichen Gründen nicht so häufig vor Ort sein könne. In den Sitzungen habe er Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung als verlässliche Partner kennengelernt. "Die Pfarrei Gebenbach ist vermutlich keine Insel der Seligen und hat mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie viele andere Pfarreien auch", meinte der Geistliche.

Insgesamt 1034 Seelen

In einer ähnlichen Situation befindet sich Pfarrvikar Christian Preitschaft, der ebenfalls seit Herbst in der Pfarreiengemeinschaft tätig ist. Er berichtete, dass die Pfarrei 1034 Seelen zählt. Neun verstorbenen Pfarrangehörige stehen im vergangenen Jahr sechs Taufen gegenüber. Neun Kinder (heuer sind es elf) empfingen die Erstkommunion, acht Brautpaare gaben sich in der Wallfahrtskirche auf dem Mausberg das Jawort. 38 junge Christen aus den Pfarreien Ursulapoppenricht und Gebenbach werden am Freitag, 26. Juni, in Gebenbach gefirmt.

Pfarrgemeinderatssprecher Wolfgang Schöpf berichtete über die Aktivitäten und bedankte sich besonders für die großartige Unterstützung und sehr gute Zusammenarbeit beim Mausbergfest sowie bei den Feierlichkeiten zum 50-jährigen Priesterjubiläum und der Verabschiedung von Pfarrer Joseph in den Ruhestand.

Für die Kirchenverwaltung erklärte Susanne Lindner, dass die Kollekteneinnahmen etwa zur Hälfte in der Pfarrei verblieben seien. Die andere Hälfte müsse an die Diözese abgeführt werden. Die Einnahmen aus dem Kirchgeld konnten dank Aufforderung durch Briefe an die Gläubigen annähernd verdoppelt werden. Bei den Ausgaben schlagen insbesondere die Aufwendungen für Strom und Heizung sowie die Einführung des neuen Gotteslobes zu Buche. Für dieses Jahr steht eine Überholung der Orgel an, die vom Schimmel befallen ist. Für den Parkplatz am Mausberg konnten dank einer Spende zwei Solarleuchten angeschafft werden, die während des Jahres am Kirchplatz eingesetzt werden. In der Mausbergkirche wird ein elektronischer Liedanzeiger installiert. Außerdem mussten in der Allee zum Mausberg aus Sicherheitsgründen einige kranke Bäume erneuert werden.

Pfarrbrief wird teurer

Mit der Umsetzung der Pfarreiengemeinschaft wurde der Pfarrbrief erheblich umfangreicher. Die Gebühr wird deshalb auf vier Euro halbjährlich angehoben. Sowohl an der Leichenhalle als auch im Kirchenwald hat das vergangene Sturmtief Niklas Schäden hinterlassen, die laut Friedhofsverwalter Gerhard Wisneth und Kirchenwaldverwalter Andreas Silbermann bereits beseitigt sind. Durch Fräsung des Bodens versuchte man mit unterschiedlichem Erfolg, den Kirchenwald zu verjüngen. Wie Friedhofsverwalter Gerhard Wisneth sagte, gibt es erneut Probleme mit Wühlmäusen. Er rügte das nachlassende Bewusstsein der Grabnutzer für die Mülltrennung. Mittelfristig müsse das Pflaster auf den Friedhofswegen erneuert werden. Max Friedl hob die hohe Qualität und Flexibilität des Kindergartens samt Personal hervor.

Bürgermeister Peter Dotzler würdigte die sehr gute Zusammenarbeit von politischer und kirchlicher Gemeinde besonders bei Kindergarten und Ferienprogramm hervor. Wenig spontane Zustimmung fand ein Antrag aus der Versammlung, die Abendmesse von Samstag auf Sonntag zu verlegen. Pfarrer Christian Schulz versprach aber, sich damit in den Gremien zu befassen. Wolfgang Schöpf würdigte den unermüdlichen Einsatz von Kirchenpflegerin Susanne Lindner in der Pfarrei und als Mesnerin und Pflegerin der Wallfahrtskirche auf dem Mausberg. "Ein richtiger Glücksfall für die Pfarrei", meinte Schöpf.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.